„kulturBerg“

Großer Feldberg als Ort für Kunst?

  • schließen

Das ehrgeizige Leuchtturmprojekt namens „kulturBerg“ auf dem Großen Feldberg ist fünf Jahre nach seiner Verkündung allen Skeptikern zum Trotz nicht tot. Investor Stefan Renner glaubt nach wie vor an den Erfolg seiner Idee, weiß aber auch, dass er sich noch etwas gedulden muss.

„Der „kulturBerg“ hat zwar die ersten Hürde genommen, ist aber noch nicht über den Berg“, schrieb diese Zeitung vor fast genau zwei Jahren am 7. Dezember 2015. Daran hat sich bis jetzt nichts geändert. Auch bei Stefan Renner, dem Mann, der der Kultur mit dem Feldbergturm eine attraktive Adresse auf, im wahrsten Sinne, allerhöchstem Niveau geben will, hat sich nichts geändert. Der Schmittener ist nach wie vor guten Mutes: „Das dauert eben, aber das wird“, gab er sich zuversichtlich, dass „in nicht allzu ferner Zeit“ gute Nachrichten zu verkünden seien. Was er darunter versteht, ließ Renner indes offen, er wolle und dürfe seine Gesprächspartner, mit denen er in regem Kontakt stehe, nicht durch vorschnelle Äußerungen über den zeitlichen Horizont unter Druck setzen.

Ansonsten laufe man Gefahr, den „kulturBerg“ doch noch zu gefährden. Es sei eben ein sehr ungewöhnliches Projekt, für dessen Konzeptionierung und Realisierung man sich die Zeit nehmen müsse, die es brauche, sagte Renner. Er ist nach wie vor davon überzeugt, dass seiner Idee, die er einmal wortspielend als „Leuchtturmprojekt für die lokale, regionale und überregionale Kunst- und Kulturszene“ genannt hat, Erfolg beschieden sein wird. Renner hatte seinen Plan, den Feldbergturm nebst den von der Mauer umfassten Gebäuden zu kaufen, um dort der Kunst eine Heimat zu geben, aber auch eine attraktive Tagungslocation zu schaffen, 2012 vorgestellt.

Am Konzept, so Renner jetzt, nach wie vor von der Werthaltigkeit überzeugt, habe sich „bis auf Kleinigkeiten“ nichts geändert. Das heißt: Er möchte den Turm bis zum siebten Geschoss nutzen. Im Erdgeschoss sollen Foyer, Garderobe, eine Infothek, Pförtnerraum und Kasse untergebracht werden. Die jeweils 150 Quadratmeter großen Etagen 1 bis 5 sind als Ausstellungsflächen vorgesehen. Renner möchte mit Museen zusammenarbeiten. Gezeigt werden soll zeitgenössische Kunst. Junge Künstler sollen die Möglichkeit haben, ihre Werke an „herausragender Stelle“ zu präsentieren.

In den etwa auf einer Höhe mit der Aussichtsplattform des benachbarten Taunusklub-Turms liegenden sechsten und siebten Obergeschosses sieht die 2012 vorgestellte Grundkonzeption zwei Gastronomie-Ebenen vor. In dem eingeschossigen, bogenförmigen Trakt zu Füßen des Turms sollen Seminarräume entstehen.

Eine besondere Aufgabe war dem „Dieselhaus“ zugedacht. Ob auch die Idee, in diesem Gebäude, in dem derzeit noch ein früher als Generator genutzter U-Boot-Motor steht, einen Konzertraum einzurichten, das Planungsstadium überdauert, ist offen. „Das ganze Ensemble und damit auch der U-Boot-Motor, steht unter Denkmalschutz“, weiß Renner. Grundsätzlich hält er das Projekt aber immer noch für umsetzbar. „Work in progress“ nennt Renner den derzeitigen Zustand. Er wisse, dass er noch Geduld brauche, sehe aber auch, dass es sich lohne, zu warten. Manche Dinge dauerten etwas länger.

Derzeit sei er dabei, Kostenkalkulationen aufzustellen. Auch stehe er in engem Kontakt mit der Telekom-Tochtergesellschaft Deutsche Funkturm Management Gesellschaft (DFMG), der der Turm noch gehört und die in dem auskragenden 6. und 7. Obergeschoss, dem sogenannten „Oktopus“, noch Sendeanlagen betreibt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare