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Kate Wagner

Gemeinschaftsunterkunft schließt

Günstige Wohnungen für Geflüchtete gesucht

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Die prekäre Lage von in Usingen lebenden Geflüchteten überschattete die jüngste Sitzung des Ausländerbeirats. Dennoch setzt das Gremium seine hoffnungsvollen Appelle fort.

Die bevorstehende Schließung der Gemeinschaftsunterkunft (GU) für Geflüchtete bereitet dem Ausländerbeirat große Sorgen. Hugo Craenen, Vizevorsitzender des Gremiums und zugleich Flüchtlingslotse in der GU, schilderte in der jüngsten Sitzung die Situation, der zurzeit 112 Menschen ausgesetzt sind.

„In dieser Woche ist noch ein Baby auf die Welt gekommen“, sagte er, was sich zunächst erfreulich anhörte. Doch dass der entzückende Zuwachs keinen Einfluss auf die Lage seiner Familie hat, zumindest keinen hilfreichen, war allen Beteiligten der Sitzung klar.

Fakt ist, dass die Menschen, die in dem alten Krankenhaus in der Hattsteiner Allee wohnen, bis zum 30. September mit Kind und Kegel ausgezogen sein müssen. Nicht nur die 75 bereits anerkannten Asylberechtigten, die ohnehin schon längst eigene Wohnungen hätten beziehen sollen, auch die 37 noch immer auf ihren Entscheid Wartenden brauchen eine neue Bleibe.

Manche Pflichten, zum Beispiel der Besuch eines Integrationskurses, schließen wiederum bestimmte Wohnorte aus, weil es keine öffentliche Verkehrsanbindung zu den Kursen gibt. „Die Nerven liegen blank bei den Betroffenen“, klagte Craenen. Die Stimmung sei immens angespannt, was letztlich die Moral senke. „Die Menschen brauchen endlich Klarheit. Sie müssen wissen, wie es weitergehen soll.“

Der Kreis, die Stadt und die Ehrenamtlichen würden zwar bei der Suche nach Mietwohnungen helfen, sagte Craenen, allerdings gebe es einfach nicht genügend Wohnraum – weder in Usingen noch in der Umgebung.

Somit blieb dem Gremium lediglich die Möglichkeit, an jeden zu appellieren, der möglicherweise eine bezahlbare Bleibe anzubieten habe, sich zu melden.

Mit Erleichterung nahm der Beirat indes die Information seiner Vorsitzenden Kate Wagner zur Kenntnis, dass die Existenz des Spiel- und Lernkreises an der Astrid-Lindgren-Schule gesichert sei. Diese Betreuungseinrichtung an der Grundschule, die sich speziell Kindern mit mangelnden Sprachkenntnissen widmet, hatte vor einigen Wochen einen Hilferuf in Umlauf gesetzt. Demnach war der Fortbestand wegen personeller Probleme gefährdet.

Nunmehr aber hat sich Katja Overzet bereiterklärt, den Spiel- und Lernkreis weiterhin zu leiten. Gesucht werden nun lediglich ehrenamtliche Mitarbeiterinnen, die gewillt und in der Lage sind, im Team und mit Kindern zu arbeiten. Die Betreuung findet von Montag bis Donnerstag jeweils von 14.30 bis 16.30 Uhr an der ALS statt. Eine Einarbeitung wird gewährleistet.

Um rechtzeitig auf den diesjährigen Charity-Lauf am 1. September hinzuweisen, werden die Einladungen an die Schulen noch vor den Ferien verschickt. Es handelt sich um den achten Lauf, den der Ausländerbeirat organisiert. „Bei den bisherigen sieben Charity-Läufen haben wir nahezu 22 000 Euro eingespielt“, freute sich Wagner. Das Geld bekommt wie stets der Rotary Club, um damit das Gewalt-Präventionsprojekt „People’s Theater“ an den Schulen zu finanzieren.

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