Windkraft in Laubach

Ein Gutachten soll’s richten

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Fundierte Argumente wollen die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) Grävenwiesbach gegen Windkraft jetzt vorbringen, um den Bau der geplanten Windkraftanlagen in der Gemeinde doch noch zu vereiteln.

„Wir wollen sehen, ob sie am Ende dieses Abends immer noch sagen, Windkraft ist hier bei uns gut“, sagte Christopher Wendlandt, Sprecher der BI, während des jüngsten Treffens der Windkraftgegner. Gerichtet waren diese Worte vor allem an die beiden Windkraftbefürworter Wolfgang Frommann und Helmut Straninger, die beim Treffen anwesend waren und sich für Windkraft aussprachen.

Beim Thema Hydrogeologie sei die Gruppe weitergekommen, machte Christopher Wendlandt schon mal neugierig auf neue Erkenntnisse, ohne allerdings ins Detail gehen zu wollen. Nur so viel: „Wenn wir mit diesem Thema durch sind, hat sich Windkraft erledigt“, sagte er.

Aus wasserschutzrechtlichen Gründen dürfe nicht einmal ein Hund im geplanten Windkraft-Gebiet sein Geschäft erledigen. Eine Industrieanlage dürfe dort aber gebaut werden, zeigte sich Wendlandt verständnislos.

Die Frage von Wolfgang Frommann nach einer neuen Umweltverträglichkeitsprüfung löste bei den BI-Mitgliedern großes Mitteilungsbedürfnis aus. Denn die Tatsache, dass ein solches Gutachten in Auftrag gegeben worden sei – was nur beim Bau von über 20 Windrädern üblich sei – beweise ihnen, dass auf dem Gebiet Siegfriedseiche mehr als 20 Anlagen gebaut werden sollten. „Zumal eine Firma wie Windwärts nie so viel Geld für ein Gutachten in die Hand nehmen würde, wenn nicht wirtschaftliche Interessen dahinter ständen“, meinte auch Achim Göbel, der Vorsitzende des Regionalverbandes „Taunus Windkraft mit Vernunft“ an. „Wir sollen hier der neue Hunsrück werden“, erklärte Wendlandt mit Blick auf die vielen Windräder im dortigen Gebiet.

Er war auch überzeugt davon, dass „man südlich von Hannover mit Windkraft kein Geld verdienen könne“. Achim Göbel berichtete, dass 134 Anlagen von Neu-Anspach bis Vilmar gebaut werden sollen, für die 1 200 000 Kubikmeter Wald geopfert würden. Die Bevölkerung werde von Anfang an hinters Licht geführt, sagten die Windkraftgegner.

Das alles konnte Wolfgang Frommann so nicht stehen lassen. „Ich behaupte, dass die Hälfte aller WKA wirtschaftlich laufen“, sagte er.

Auch bei den genannten Daten über den Schallpegel von Windrädern hatte Frommann seine Bedenken. Achim Göbel behauptete, der Schall eines Windrades betrage 100 Dezibel. „Dann wäre ein Windrad ja so laut wie ein Flugzeug. Das glauben sie doch selbst nicht“, ging Frommann den Windkraftgegner an und erntete dafür herbe Kritik einer Windkraftgegnerin: „Ich finde es nicht gut, wie sie diese Veranstaltung hier torpedieren“, meinte sie und wollte Frommann damit zum Schweigen bringen.

Um ein weiteres Avifaunistisches Gutachten vorlegen zu können, dem dann das Hydrogeologische Gutachten folgen soll, braucht die BI Geld. Denn sobald die Offenlegungsfrist anstehe, sollen beide Gutachten eingereicht werden. Wendlandt betonte: „Wir sind gegen den Bau von Windrädern in den Wäldern unserer wunderschönen Naturlandschaft.“ Es gehe der BI um die Bewahrung seltener und streng geschützter Tier- und Pflanzenarten. In vielen Jahrzehnten sei der Wald zu seiner heutigen Form herangewachsen und wachse nicht innerhalb von 20 bis 30 Jahren wieder heran, wie immer behauptet werde.

Außerdem gehe es für die Bewohner Grävenwiesbachs auch um die gesundheitsschädlichen Auswirkungen die Windparks. Und nicht zuletzt auch um einen hohen Wertverlust von Immobilien, die in der Nähe von Windkraftanlagen stehen.

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