„Es hätte ganz böse ausgehen können“

Heike Peschko klingt fröhlich an dem Tag, nachdem ein Tornado große Teile ihres Zuhauses, der Hessenmühle im Usatal, zerstört hat. „Es hätte ganz anders und böse ausgehen können, daher kann ich am Tag danach schon wieder lachen.

Heike Peschko klingt fröhlich an dem Tag, nachdem ein Tornado große Teile ihres Zuhauses, der Hessenmühle im Usatal, zerstört hat. „Es hätte ganz anders und böse ausgehen können, daher kann ich am Tag danach schon wieder lachen. Vielleicht ist ein Teil des Unglücks auch eine Chance für die alte Mühle!“

Die Ziegel eines ganzen Daches wurden vom Sturm abgedeckt, der Dachstuhl der Scheune zerstört. „Gut, es ist etwas kaputt gegangen, aber nichts Wichtiges“, sagt Peschko, die mit ihrer Familie vor fünf Jahren in den alten Lehmbau eingezogen ist und ihn seitdem fleißig restauriert. Einfach aus Liebhaberei. Mit Wichtiges meint sie ihren 13-jährigen Sohn Peer, der wenige Minuten, bevor die Windhose über die Mühle und den angrenzenden Wald hinwegfegte, im Hof mit einem Freund gespielt hat. „Es kam ein komischer Regenschauer, der irgendwie unterbrochen war, Peer kam ins Haus und erzählte mir davon, er machte die Tür hinter sich zu, im nächsten Moment krachte es“, berichtet Peschko. Vom Küchenfenster, von dem aus sie direkt den angrenzenden Wald sieht, nahm sie wahr, wie zerstörerisch sich der Sturm entwickelte: „Ein Tornado baute sich kurz vor unserem Haus auf, es war heftig, Bäume knickten einfach um.“ Die Mutter rannte mit Sohn und Freund in den Keller, dort erschien es ihnen sicherer. Hunde, Katzen und Schafe, konnte Peschko in dieser kurzen Zeit nicht in Sicherheit bringen. Doch auch ihnen sei zum Glück nichts passiert. „Sogar die Schafe haben überlebt, die unter alten Douglasien grasten“, freut sie sich.

„Ein Tornado in Hessen . . .“, kann sich Peschko nur wundern – ihre Vermutung, wie er entstanden ist: Die Hessenmühle steht in einer Engstelle der Usa-Aue. Es sei möglich, dass sich die Temperatur durch den durchfließenden Bach stark verändert habe. Vor der Mühle wird der Wald enger, danach breiter, sagt Peschko.

Nachdem der Tornado leiser geworden war, sei sie hoch zur Straße B 275 gelaufen. Die Feuerwehr war schon da, Peschko sagte zu einem Feuerwehrmann: „Ich glaube, ich könnte Hilfe gebrauchen.“ Bis nachts um 2 Uhr haben Feuerwehr und THW „unter Strom“ gearbeitet, Ziegel gerettet, Löcher verklebt. Auch alle Nachbarn der umliegenden Höfe seien gekommen, gestern ging es weiter mit der Hilfsaktion. Unter den Helfern ist auch Sohn Jakob (25), Malteser, der alles weggeschaufelt hat, was geht. Bewohnbar sei die Mühle weiterhin, die genaue Schadenshöhe könne sie noch nicht einschätzen. Unklar sei auch, ob eine ihrer Versicherungen für den entstandenen Schaden aufkommen wird. „Es ist, wie es ist, wir werden vielleicht kurz mit den Zähnen knirschen und gut ist!“ nni

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