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Auf den 3500 Quadratmetern Verlaufsfläche der vier Riedborn-Immobilien, die den Gebrüder Mertens gehören, sind folgende Handelsgeschäfte beheimatet: (Gebäudeteil A) Ernsting?s family, Klemens Merget Schreibwaren und Fressnapf, der Bachbäcker, KiK, die Metzgerei Bleher (B), Betten Günther, Riedborn-Apotheke (C) sowie ein China-Restaurant, der türkische Lebensmittelmarkt und ein Spielsalon (D). Luftbild: Mertens

Fachmarktzentrum

Halbes Jahr Leerstand gut überstanden

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Zwei Schreckensszenarien für die Usinger Innenstadt wurden vor der Entscheidung über den Bau des Edeka-Großmarktes und das Fachmarktzentrum im Jahr 2015 befürchtet: Die massive Zunahme des Verkehrs in der Innenstadt ist eingetreten. Der gähnende Leerstand am Riedborn hingegen ist ausgeblieben.

„Action“, das neue Kaufhaus im Günstig-Segment, das vergangene Woche in der Neutorstraße seine Pforten eröffnet hat, klopfte vor einiger Zeit auch bei Frank Mertens und seinen Brüdern an.

Die Mertens-Brüder sind die Eigentümer von vier Gebäude-Komplexen, die gemeinhin als Riedborn bezeichnet werden. Der Grund für den Kontakt: Der Non-Food-Discounter aus den Niederlanden suchte einen Standort in Usingen. „Action“ hat nach eigenen Angaben mit mittlerweile 1000 Filialen in Europa.

Doch die Vorstellungen des niederländischen Filialisten und die Interessen und Möglichkeiten der Riedborn-Eigentümer waren nicht vereinbar. In der Neutorstraße wurde „Action“ dann doch fündig und eröffnete in Hessen die 20. Filiale. Deutschland-Chef Steffen Rosenbauer sieht in Hessen sogar Platz für 80 weitere Filialen.

Hinter den Kulissen der deutschen Einzelhandelsszene ist enorm Bewegung. Das hatten die Mertens Brüder schmerzhaft erkennen müssen, als Procom als Investor des neuen Fachmarktzentrums und Edeka-Großmarktes auf dem Neuen Marktplatz noch vor Projektstart mit Schuh Deichmann und Takko gleich zwei Mertens-Mieter mit zusammen 1150 Quadratmeter Ladenfläche vom Riedborn abwarb.

Zudem verschwand der Drogeriemarkt dm aus einem anderen Riedborn-Gebäude in Richtung Fachmarktzentrum. „Wenn sich erst einmal der Leerstand in die Ladenflächen einfrisst, werden die anderen Mieter nervös“, sagt Frank Mertens im Gespräch mit dieser Zeitung. „Wir waren sehr aktiv, um einen langen Leerstand zu vermeiden. Entscheidend ist es, den Markt genau zu kennen.“

Allen Befürchtungen zum Trotz: Der innerstädtische Leerstand hat sich nicht auf den Riedborn ausgeweitet. Mertens hatte mit Heino Stocks, dem Geschäftsführer von Immo-plus in Usingen, einen

Fachmann beauftragt

, Neumieter zu finden. „Zum Glück hatten wir nur knapp sechs Monate Leerstand. Betten Günther kam von sich aus auf uns zu und hatte sein Geschäft im November 2017 eröffnet. Im Februar kam NKD dazu.“

Zu den anderen Mietern der 3500 Quadratmeter Verkaufsfläche der vier Mertens-Gebäude gehören der Zeitschriftenladen, Fressnapf, der Bachbäcker, KiK, die Metzgerei Bleher, eine Apotheke, ein China-Restaurant, der türkische Lebensmittelmarkt und ein Spielsalon. „Die vier Quadratmeter des Volksbank-Geldautomaten ist unsere kleinste vermietete Fläche“, sagt Frank Mertens und lacht. Auch in der freigewordenen Ladenfläche des dm ist längst ein Nachmieter eingezogen. Tedi hat hier seine zweite Usinger Filiale eröffnet.

Der betreffende Riedborn-Gebäudeteil gehört aber einem anderen Eigentümer. Auf der Rückseite befindet sich aktuell das einzige leerstehende Ladenlokal. Nach der Schließung des Sportfachgeschäftes hat der Eigentümer, der sich auf Anfrage dieser Zeitung nicht gemeldet hatte, offenbar noch keinen Nachmieter gefunden.

Allerdings werden vor allem in Usingen immer Ladengeschäfte gesucht, die eine große Fläche bieten. Daran krankt oft die Nachfolgersuche in der Innenstadt, da diese Immobilien klein sind und in einigen Fällen auch noch unterschiedliche Ebenen haben, was häufig Probleme bei der Neumieter-Suche bereitet.

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