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Ob im Flur, Wohnzimmer oder Keller, Feuerwehrautos en miniature findet man bei Volker Bettner, wohin man schaut.

Volker Bettner

Ein Haus voller „Feuerwehr-Kram“

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Flaschenöffner, Äxte, Masken, Figuren, Autos und natürlich Helme: Volker Bettner ist Feuerwehrmann mit Leib und Seele und leidenschaftlicher Sammler von Feuerwehr-Utensilien.

„Eine Minute“, sagte Volker Bettner, brauche er von seinem Wohnhaus zum Feuerwehrgerätehaus im Burgflecken, und dabei beachte er die Straßenverkehrsordnung hundertprozentig. Sein Haus liegt zwischen Hochwiese und Hauptstraße im Ortsteil Hausen. Dort lebten Vater und Großvater und die waren in der Hausener Freiwilligen Feuerwehr, der große Bruder auch, und der war Gründungsmitglied der dortigen Jugendfeuerwehr. „Da gab’s gar nichts drüber nachzudenken, ich war immer dabei und bin mit 12 Jahren auch in die Jugendfeuerwehr“, so der Brandmeister. Das war 1978 und das wiederum ist 40 Jahre her.

Für diese lange Zeit im Dienste der Wehr und damit zu Diensten der Bevölkerung wurde Volker Bettner auf der jüngsten Jahreshauptversammlung der Anspacher Wehr mit dem „Goldenen Brandschutzehrenzeichen für 40 Jahre aktiven Dienst in der Feuerwehr“ ausgezeichnet. Thomas Mann, der an diesem Abend das Amt des Wehrführers niederlegt, hielt noch die Laudatio und sagte unter anderem: „Wenn man bei Volker zu Hause ist, sieht man: Das ist gelebte Feuerwehr“.

Diese Zeitung wollte es wissen und besuchte den Feuerwehrmann in seinem Zuhause in Hausen. Und tatsächlich, wohin man schaut, irgend etwas, was mit der Feuerwehr zusammenhängt, entdeckt man überall. Im Flur beispielsweise: hinter Glas alte Feuerwehrautos darunter das erste, auf dem er gelernt hatte. Aber anrührend auch das Bild darunter, das ihm der Sohn gemalt hatte und seinem Papa Glück für die Einsätze wünschte.

Im Wohnzimmer geht’s weiter, eine kleine Feuerwehrmannsfigur steht auf dem Tisch und hält einen Flaschenöffner bereit. Auf dem Regal vor Büchern und Videos mehrere Reihen kleiner Feuerwehrmodellfahrzeuge. Ein kleiner Vorgeschmack, was den Besucher im Untergeschoss-Büro erwartet: Die Wände sind dort voll behangen mit Setzkästen und auf den schmalen Stegen Stoßstange an Stoßstange wie in einem Megastau wieder unzählige Feuerwehrautos, aber auch andere Rettungs- und Einsatzfahrzeuge, beispielsweise des Deutschen Roten Kreuzes. Sammeln und selbst zusammenbauen der Modellautos ist eines seiner Hobbys. Aber bis man unten im Arbeitsraum im Keller ist, kommt man noch an allerlei „Feuerwehr-Kram“ vorbei: Eine alte Feuerwehraxt hängt an einem Treppengitter zusammen mit Helmen und alten Funkgeräten. Auch eine ABC-Maske hängt dort, eine solche, die auch zur Ausrüstung der Bundeswehrsoldaten gehörte.

Vom Wehrdienst war der junge Mann freigestellt, denn Volker Bettner ist nicht nur in der Einsatzabteilung der Wehr, sondern auch lange im Katastrophenschutz aktiv, ab 1990 bis 2013 Leiter des Katastrophenschutzzugs Neu-Anspach.

Zu den vielen Beförderungsurkunden, die seinen Werdegang dokumentieren, gehört auch eine ganz besonderer: „Der Sächsische Verdienstorden für die Fluthelfer“. Bettner führte 2013 beim Hochwasser in Dresden zusammen mit zwei Wehrführern den aus dem Taunus entsandten Helferzug an. Als Katastrophenschutzleiter arbeitete Bettner unter anderem für verschiedenste Szenarien Übungen aus, zum Beispiel für Waldbrände oder Chemieunfälle. Übungen auszuarbeiten gehörte unter anderem zu seinen Aufgabe als Zugführer und Ausbildungsbeauftragter, zwei weitere Funktionen, die er noch ausübt. Als Kreisausbilder beispielsweise unterrichtet er das Thema „Grundlagen des zivilen Katastrophenschutzes“ und führt Truppführerlehrgänge sowie Maschinisten-Lehrgänge durch. Für alles, was mit Technik und Geräten zu tun hat, ist Bettner durch seinen Beruf prädestiniert. Denn er ist gelernter Maschinenschlosser und als solchem wurde ihm schnell die Verantwortung für Ausrüstungen übertragen, früher in der Feuerwehr Hausen, später und bis heute in der Anspacher Wehr, in die er 2005 wechselte. Schlauchpflege, Fahrzeugüberprüfungen und vieles mehr nehmen bis heute seine Zeit in Anspruch. Zeit, auf die seine Familie verzichtete: „Große rote Autos haben mich schon immer fasziniert“, sagte der 53-Jährige, aber auch die Kameradschaft und Geselligkeit haben ihn zum Feuerwehrmann aus Leidenschaft gemacht.

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