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Mühlenbesitzer Heike Peschko und Ehemann Harald Ott mit Sohn Peer inmitten ihres weitläufigen Geländes.

Hessenmühlen-Besitzerin

Heike Peschko freut sich über große Hilfsbereitschaft

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Die Stiftung Hessenmühle ist seit Jahresanfang in trockenen Tüchern, der Seminarraum jetzt auch fertig. Längst finden auf dem großen Areal Seminare, Wörkshops und Kurse mit verschiedenen Schwerpunkten statt. Den „frischen Wind“ hat angeblich der Tornado in die alte Mühle geblasen, meint Mühlenbesitzerin Heike Peschko.

Als vor gut einem Jahr ein Tornado über die Hessenmühle hinweg fegte und dabei Bäume umpflügte und Dachpfannen abräumte, standen die Bewohner des alten Gebäudekomplexes vor einem wüsten Schutthaufen. Nach den Feuerwehren der Umgebung und dem Technischen Hilfswerk rückte auch ein Team des Hessischen Rundfunks an. Während die einen retteten, was noch zu retten war, und aufräumten, was ohne schweres Gerät nicht machbar gewesen wäre, drehten die anderen einen Film über das Chaos, das über die kleine Familie mit den großen Plänen hereingebrochen war.

Heike Peschko, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Harald Ott schon so einiges in die Sanierung der alten Mühle investiert hatte, war damals zu Tränen gerührt. Allerdings nicht wegen der Auswirkungen des Sturms, sondern weil die Welle der Hilfsbereitschaft nach dem Unglück sie schlicht überwältigte.

„Der Tornado hat nur ein paar Minuten gedauert, und keinem von uns ist etwas passiert, auch keinem der Tiere“, zeigte sich Peschko damals erleichtert. Aber als sie erzählte, wie viele Menschen ungefragt zum Helfen aufgetaucht waren, da trieb es der jungen Frau das Wasser in die Augen.

Den Fernsehbeitrag sah eine ältere Dame in Frankfurt. Die nahezu 80-jährige Witwe war beeindruckt. Sie wollte sich finanziell an der Instandsetzung des Anwesens beteiligen und suchte den Kontakt zur Hessenmühle. „Das habe ich lange Zeit abgelehnt“, sagt Heike Peschko, die ohnehin eine große Summe an Spendengeldern bekommen hatte. Aus den regelmäßigen und langen Telefongesprächen entwickelte sich allerdings eine richtige Freundschaft. Die blieb auch noch, als Peschko dem Drängen der Frankfurterin nach- und die Nummer des Spendenkontos preisgab. Die Witwe überwies einen vierstelligen Betrag.

Vor geraumer Zeit verbrachte die Seniorin im Gegenzug ein paar nette Tage bei Familie Peschko-Ott im Taunus. Und während des Aufenthalts der alten Dame organisierten die Hessenmühler gleich noch eine Helferparty für all jene, die der stürmische Wind damals herangeweht hatte – ein Fest für Helfer und Sponsoren.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war längst klar, wem und in welcher Form die Hessenmühle dienen soll. Die diplomierte Sozialarbeiterin Heike Peschko und der praktische Arzt Dr. Harald Ott haben die Treuhand-Stiftung Hessenmühle ins Leben gerufen, die operativ und fördernd tätig ist. Im Zentrum stehen „Mensch und Natur“. Die Hermann und Katharina Gassen-Stiftung in Frankfurt fungiert als Treuhänderin.

Denn nach den Vorstellungen ihrer Betreiber soll sich die Hessenmühle öffnen für Menschen und deren Ideen, Wünsche und sogar manche Träume. Und das hat sie bereits. Das Team der Naturpädagogen von „natürlich Taunus“ aus Weilrod hat zu einer Kräuterwanderung auf dem Gelände der Hessenmühle eingeladen. In der ersten Ferienwoche wird das Team mit Schulkindern das Gelände rund um die Hessenmühle erforschen.

Nachdem Heike Peschko als versierter Coach einer Realschluklasse der Helmut-Schmidt-Schule (GHS) beim Anlegen eines Kräuterbeets auf dem Schulgelände geholfen hat, bot sie zudem einer Hauptschulklasse der GHS ein Stück ihres Mühlengeländes zum Anbau eines Kürbisbeets an. „Die Kinder werden wieder kommen, sobald ihre Kürbisse gereift sind“, freut sich Peschko jetzt schon.

Ein Coach, der einen Workshop zur beruflichen Neuorientierung anzubieten hatte, kam in der Hessenmühle ebenso unter wie ein afrikanischer Trommelkurs, der kurzfristig einen Raum brauchte.

Der steht auf dem Mühlengelände nämlich jedem zur Verfügung, der ihn für ähnliche Gruppenveranstaltungen buchen möchte, also für soziale, künstlerische und naturverbundene Projekte. Wie beispielsweise die Fledermaus-Nacht, die der BUND Neu-Anspach für den 10. August plant.

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