Bauarbeiten in Usingen

Heute kommt das Gerüst ab: Hugenottenkirche zeigt ihr neues Gesicht

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Rund zwei Monate war die gesamte Hugenottenkirche in Usingen eingerüstet. Kein schöner Anblick, doch heute soll es damit vorbei sein und die Kirche wieder Stück für Stück als herausgehobenes Gebäude am alten Marktplatz erscheinen.

Von der Hugenottenkirche am alten Marktplatz in Usingen war in den vergangenen Monaten so gut wie nichts zu sehen – bis heute: Am Dienstagvormittag wird die Kirche nach rund zweimonatiger Sanierung entrüstet. Der Abbau von Baugerüst und Schmutzfangnetz dauert zwei Tage, danach soll der Sockel verputzt werden. „Somit gehen wir davon aus, dass Ende dieser Woche, Anfang nächster Woche alles fertig ist“, sagte Bürgermeister Steffen Wernard (CDU).

Dass die Stadt dabei perfekt im Zeitplan geblieben ist, ist dem Maler-und Lackierermeister Marc Fuchs und seinen Kollegen zu verdanken. „Sie haben sehr gut gearbeitet“, betonte gestern Architekt Jan Hoffmann bei einem Rundgang über die einzelnen Gerüstetagen, quasi dem Abnahmetermin, bei dem Hoffmann auch noch einiges anzumerken hatte: Hier nachstreichen und da Gummireste entfernen zum Beispiel – aber insgesamt sind es nur Kleinigkeiten. Neben Maler Fuchs war Dirk Schlösser vom Bauamt mit Architekturstudentin Julia Sierra Eifert auf dem Gerüst unterwegs.

Den Usingern präsentiert sich nun eine Kirche in pastellenen Glanz. Die Fassade wurde in gedecktem Weiß mit leichtem Gelbstich gestrichen und ähnelt der Farbe vor der Sanierung. Anders sieht es bei den Fenstern aus. Sie waren zuvor in einem Rotton gestrichen, nun ist es eine Mischung aus grau-braun, ein warmes grau. Alles andere, also die Holz- und Sandsteingewände, wurden in einem kühlen Pastellgrau gestrichen. „Dieses Grau korrespondiert nicht eins zu eins mit dem der angrenzenden Häuser“, sagte Dirk Schlösser. Aber es passt ins Häuserensemble und hebt gleichzeitig die Kirche hervor.

Ein Restaurator hatte herausgefunden, in welcher Bandbreite von Grautönen sich die vor über 300 Jahren gebaute Hugenottenkirche mal präsentiert haben könnte. Aus dieser Farbpalette hatte sich dann Dr. Verena Jakobi vom Landesamt für Denkmalpflege die ihrer Meinung nach passendste Farbe rausgesucht.

Bevor gestrichen werden konnte, mussten Risse in der Fassade geöffnet und neu verfüllt werden. Sowohl Gauben als auch Fensterrahmen wurden an den Kanten mit einer Art Klammer aus Metall so eingefasst, dass kein Wasser mehr ins Holz beziehungsweise in den Stein eindringen kann.

Gerade bei den Dachgesimsen habe es auch Stellen gegeben, die morsch waren. Im Holz vorhandene Löcher seien Anfang der 80er Jahre einfach mit Montageschaum gestopft worden, so Schlösser. Besonders viele solcher Stellen wurden an der Fassade Richtung Liefrinkhaus gefunden. „Erstaunlich, dass das so lange gehalten hat.“ Die Schaumreste wurden entfernt und durch Holzteile ersetzt.

Die Hauptarbeiten sind nun erledigt, doch drei Dinge stehe noch aus: Zwei Holzgesimse am Treppenturm sind noch rot, also noch nicht gestrichen. „Dafür kommt ein besonders hoher Hubsteiger, von ihm aus wird ein Maler die Gesimse streichen“, sagte Schlösser. Parallel dazu wird der Sockel verputzt. Sowohl Farbe als auch Putz kommen nicht gut mit niedrigen Temperaturen klar – „Fünf Grad sind die Grenze“, sagte Fuchs. „Aber es soll ja wieder etwas wärmer werden“, betonte Schlösser mit Blick auf den Endspurt. Außerdem muss noch ein Stück der Regenrinne erneuert werden.

Bei den Kosten sei „eine Punktlandung gelungen“. Das bedeutet, dass es voraussichtlich bei den avisierten rund 150 000 Euro für die Fassadensanierung der Hugenottenkirche bleiben wird, sagte der Architekt.

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