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Polier Björn Jost und Bauleiter Marius Niewienda (von rechts) sind froh, beim ersten Bauabschnitt gut im Zeitplan zu sein.

Straßenarbeiten in Usingen

Anlieger können die B 275 bald wieder befahren

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Zwischen der Ampelkreuzung am Ortseingang und dem Gasthof zur „Schönen Aussicht“ sind die neuen Abwasserrohre und Wasserleitungen für Frischwasser bereits im Boden der Neutorstraße (B 275) verlegt. Heute sollen die ersten beiden Asphaltschichten aufgetragen werden.

Zehn Sattelzüge standen gestern Abend startklar auf dem Firmengelände des Bauunternehmens Jost. Wenn das Wetter mitspielt, werden sie am heutigen Freitag im Pendeldienst zwischen dem Mischwerk der Firma in Philippstein (Braunfels) und Usingen hin- und herpendeln.

Denn heute passiert auf der Großbaustelle in der Neutorstraße nach langer Sperrung Entscheidendes. „Wir wollen am Freitag bei guten Witterungsverhältnissen die untere, bitumengebundene Tragschicht und später dann auch die mittlere Bindeschicht aufbringen“, teilt der Polier Björn Jost der Taunus Zeitung mit.

Die abschließende Deckschicht soll erst 2019 aufgebracht werden. Für die Anwohner heißt es aufatmen: Anlieger können im Dezember den Straßenabschnitt wieder befahren und kommen mit dem Auto wieder auf ihre Grundstücke. Offiziell wird der Abschnitt aber erst später für den Verkehr freigegeben.

150 Mitarbeiter

Straßenbaumeister Björn Jost ist froh, dass die Abstimmung mit den betroffenen Anwohnern trotz den Unannehmlichkeiten der vergangenen Wochen so gut verlief. Das sei nicht überall so. Das Bauunternehmen Jost aus dem Landkreis Limburg-Weilburg wurde 1903 von Wilhelm Jost gegründet. Heute arbeiten über

150 Mitarbeiter für das Familienunternehmen.

Aus der Familie arbeiten alle – auch die Mitglieder der Geschäftsführung – draußen auf den Baustellen mit. Bauingenieur Bernd Jost ebenso, wie der 71-jährige Werner Jost, der erst seit diesem Jahr etwas kürzer getreten ist. „Was wir von unseren Mitarbeitern verlangen, das leisten wir ganz selbstverständlich auch selber“, schildert Björn Jost das auch von ihm gelebte Selbstverständnis. Bislang waren täglich acht bis zehn Mitarbeiter der Firma auf der Baustelle in Usingen. Wenn heute die „Asphaltdeckenfertiger“ – umgangssprachlich sagt man dazu wohl eher „Teermaschinen“ – anrücken, sind es 18 Mann. „Der Schotter für die Tragschicht des Asphalts wird im firmeneigenen Steinbruch in Altenkirchen gebrochen“, sagt der Straßenbaumeister.

Ladung in die Teermaschine

Im Mischwerk wird das gebrochene Diabas-Gestein schließlich mit Bitumen und weiteren Zusatzstoffen zu Asphalt verarbeitet, der heute im Pendelverkehr nach Usingen angekarrt wird. Die Sattelzüge kippen ihre Fracht in die Teermaschine, die tatsächlich die Lkw vor sich her schieben. „Die Lastwagenfahrer müssen lediglich die Richtung halten und die Ladung in die Teermaschine kippen“, erläutert Jost.

Wer heute Zeit findet, kann die weitere Verarbeitung direkt vor Ort beobachten. Hinter der Teermaschine, die dem Asphalt ein vorgegebenes Straßenprofil samt Neigung gibt, fährt eine Kombiwalze. Vorne hat diese Gummiräder und hinten eine Bandage aus Stahl. „Am Schluss fahren zwei statische Walzen. Deren Stahlwalzen verdichten den Beleg“, erläutert Jost. „Die Planungen sehen vor, dass wir am Freitag auch fertig werden.“

Die 250 Meter des ersten Bauabschnitts sind aber erst der Anfang. Im nächsten Bauabschnitt bis kurz vor den Alten Marktplatz werden bald die Abwasserrohre verlegt. Während die Anbindungen von den Hausanschlüssen an den Hauptkanal einen Durchmesser von 15 Zentimeter haben, weisen die Hauptleitungen einen Durchlass von 80 Zentimetern aus.

Zur gesamten Straßenbaumaßnahme gehören auch die Sanierung der Kreuzgasse (ohne den Abschnitt am Alten Marktplatz), die Zitzergasse und die Wilhelmjstraße. Dabei werden beachtliche Mengen Baumaterial verbaut: „Neben den verlegten neuen Kanal- und Wasserrohren werden wir abschließend auf 6850 Quadratmeter Oberfläche 4500 Tonnen Asphalt auftragen“, erklärt Björn Jost. „Darüber hinaus werden wir 2500 Bordsteine à einen Meter Länge an den Gehwegen verlegen.“

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