Michael Stammer steht hinter ?seiner? Eintracht Frankfurt ? komme, was wolle.
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Michael Stammer steht hinter ?seiner? Eintracht Frankfurt ? komme, was wolle.

Hier fühlt er sich wohl

  • vonDorit Lohrmann
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Ob der Aufstieg winkt oder der Abstieg droht – einer hält der Frankfurter Eintracht seit 43 Jahren unverzagt die Treue: Michael Stammer, ein Frankfurter Bub, der in Niederreifenberg lebt und kein Heimspiel seiner geliebten Mannschaft verpasst.

„Hinter meiner Eintracht steh ich – egal, was kommt!“ Mit diesen Worten bekräftigt Michael Stammer das, was man eigentlich schon weiß, sobald man seine Wohnung betritt: Der Mann ist ein unerschütterlicher Fan der Frankfurter Eintracht. „Egal, ob sie auf- oder absteigt.“

„Zu meinem ersten Stadionbesuch hat mich mein Onkel mitgenommen“, erinnert sich der in Frankfurt Aufgewachsene. Damals war er sieben Jahre alt. Danach zog der Kleine regelmäßig mit seinem Vater ins Stadion, Wimpel schwingend, jahraus und jahrein.

Das Ritual hat er beibehalten. Auch, als Stammer längst ein gestandener Mann und der Liebe wegen in den Taunus gezogen war. Auch, als er seinen Beruf als Lagerist eingeschlagen hatte, der den heute 50-Jährigen immerhin so in Anspruch nimmt, dass längst nicht alle Fahrten zu Auswärtsspielen möglich sind, die er gerne besuchen würde. Für die Heimspiele aber hat der Niederreifenberger eine Dauerkarte. Die Spiele verfolgt der Fan direkt vom Spielfeld aus.

„Vorher geht’s immer gemeinsam zum Schorsch“, verkündet Michael Stammer, der als Beisitzer den Vorstand des Eintracht-Fanclubs Taunus-Adler, Ulrich Grün, unterstützt. Noch, denn demnächst wird er selbst für den Vorsitz kandidieren. Und dann will er auch schauen, ob er seine Mannen nicht zu noch ein bisschen mehr Einsatz motivieren kann. Er wünscht sich nämlich, dass von den Eintracht-Fans aus dem Hintertaunus noch ein paar mehr mitziehen, wenn es erst nach Sachsenhausen ins Stammlokal und danach ins Stadion zum Spiel geht.

Denn er tut alles für „seine“ Mannschaft, die er jetzt schon seit 43 Jahren in ergebener Treue unterstützt. Dazu gehört es für ihn auch, andere ebenfalls mit ins Boot zu holen. Das alles kostet viel Zeit, da bleibt nichts mehr übrig für andere Hobbys. „Nur für meine Frau“, sagt Michael Stammer. „Die ist für mich das Tüpfelchen auf dem i.“

Ehefrau Simone nimmt’s gelassen. „Irgendein Hobby muss jeder haben“, findet sie, die ihrem Ehemann in der gemeinsamen Wohnung ein Zimmer zugesteht, das dieser ganz für sich alleine nutzen kann. Nirgendwo sonst fühlt sich ihr Mann so wohl wie zwischen den mit Zeitungsausschnitten, Fotos und Wimpeln tapezierten Wänden. In seiner mit Maskottchen und Devotionalien ausgestatteten „Eintracht-Höhle“ digitalisiert Michael Stammer nach und nach seine Sammlung an Eintracht-Spielen, die er auf Video hat.

„Ich bin verrückt“, räumt der Eintracht-Fan ein und verrät schmunzelnd, dass er sogar Socken und Unterwäsche mit Eintracht-Emblemen trage. Zugleich überlegt er, ob er demnächst vielleicht noch die Decke seines Zimmers mit weiteren Bildern ausstatten sollte. Material genug hat er ja, vorerst penibel chronologisch in mehreren Ordnern abgeheftet.

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