Hier ist Menschenhand gefragt

  • vonFrank Saltenberger
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Das Errichten einer Benjeshecke war ein Arbeitseinsatz für die Natur und ganz nach dem Geschmack der Naturschutzjugend, denn zur Belohnung gab es Würstchen, mit Heckenglut gegrillt.

Benjeshecken sind Totholzhecken, die durch lockere Ablagerungen von dünnen Ästen und Zweigen gebildet werden. Benjeshecken bieten Vögeln und anderen Tieren Schutz und Nahrung, und mit ihrem Kot oder ihren Nahrungsdepots sollen diese Tiere das Aussamen von Gehölzen beschleunigen. Landschaftsgärtner Hermann Benjes (1939-2007) aus Niedersachsen hat dieses Prinzip erkannt, bekannt gemacht und sich zu Beginn der 80er Jahre für die Entwicklung eines Flurbelebungskonzeptes mittels Feldhecken eingesetzt. Da sich das Konzept bewährte, wurde diese Technik nach ihm benannt, so klärt Wikipedia auf.

Die Benjeshecken entstehen daher nicht durch Neuanpflanzungen, sondern vor allem über das eigene Zutun der Natur. Nun ja, doch nicht so ganz. Die Zweige häufen sich in der Regel nicht von ganz alleine an einer dafür geeigneten Stelle und schon gar nicht in einer wünschenswerten bestimmten Form.

Menschenhand ist also als Initialzündung gefragt, und das übernahm für einen langen Abschnitt entlang des Weges vom Hausener Geiersberg zum Grünwiesenweiher die Vogel- und Naturschutzgruppe Hausen-Arnsbach.

Die hat allerdings auch eine sehr aktive Naturschutzjugend, für die das Ausrichten einer Benjeshecke eine maßgeschneiderte Aufgabe war. Vor allem der der Naturschutzkindergruppe „Rudi Rotbein“ entwachsene Nachwuchs war zur Stelle, als es am Samstagmorgen zum Arbeitseinsatz ging. Rund ein Dutzend Helfer kamen zusammen und schnitten erst dort, wo es störte, die Hecken zurück. Dies war am unteren Rand eines von der Vogel- und Naturschutzgruppe betreuten Grundstückes im Anschluss an die Hüttenbebauung des Wegs der Fall. „Die Hecken sind schon über den Zaun auf die Wiese gewachsen, und sie haben die Obstbäume fast erstickt“, erklärte Guntram Löffler, der mit Rudi und Heinz Maas die groben Arbeiten übernommen hatte. Auch Katharina Löffler war als Betreuerin der Jugendgruppen mit von der Partie.

Zimperlich durften die Kinder aber auch nicht sein, denn das Gestrüpp war sperrig, hatte Spitzen und Dornen, aber die Kinder bekamen es in den Griff, und schneller als erwartet war der Heckenwall entlang des Weges zwischen Bäumen und bestehenden Hecken aufgetragen.

Aber es war noch viel Heckenschnitt übrig. Auch das hatten die Naturschützer vorausgesehen und deshalb die Genehmigung eingeholt, den Rest verbrennen zu dürfen. Auch das war ein Ereignis, bei dem sie helfen und der Arbeit der Flammen zuschauen konnten. Das Nützliche wurde auch gleich mit dem Angenehmen verbunden, denn der Scheiterhaufen bot genug Glut, um einen Grill zu befeuern, und auf dem wurden Würstchen für alle gegrillt. Das Wetter spielte auch noch mit, und so war der Arbeitseinsatz gleichzeitig ein abenteuerliches Freizeitvergnügen.

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