AfD Hintertaunus will schnell Fragen klären

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Die Alternative für Deutschland (AfD) befindet sich mitten im Richtungsstreit. Dem will die Ortsgruppe offensiv begegnen und lädt zum Austausch ein. Hauptredner ist einer, der die Querelen selbst erlebt hat: Peter Münch, der wiedergewählte Sprecher im neuen Landesvorstand.

Der AfD-Ortsverband Hintertaunus hat viel vor. Die junge Partei hat sich zum Ziel gesetzt, in weniger als neun Monaten zumindest in einigen politischen Gremien des Usinger Landes zu sitzen und die Kommunalpolitik nach der Wahl im März 2016 mitbestimmen oder zumindest beeinflussen zu können.

Doch in den höheren Ebenenen der Partei läuft es derzeit alles andere als rund. Deswegen lädt der Ortsverband nun zum Gespräch – noch vor dem mit Spannung erwarteten Bundesparteitag Anfang Juli. Schon am Donnerstag, 25. Juni, soll von 19.30 Uhr an im Restaurant des Bürgerhauses Neu-Anspach Tacheles geredet werden, und das ganz öffentlich. Bei der Diskussion sind nicht nur Mitglieder und Unterstützer willkommen. Auch Gäste und Medien sind laut Einladung willkommen.

„Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht über unsere Partei in den Medien berichtet wird. Dabei geht es bedauerlicherweise nicht um Inhalte, sondern um den vermeintlichen Richtungsstreit innerhalb des Vorstandes. Daraus ergeben sich natürlich Fragen“, leitet der Sprecher des Ortsverbands, Wolfgang Strubel, seine Einladung ein.

Er will das Phänomen differenzierter betrachten. So solle unter anderem der Frage nachgegangen werden, ob dieser Richtungsstreit auch innerhalb der Mitgliederschaft ausgetragen werde. „Vielleicht ist es auch eher so, dass die Mitglieder gar nicht nur in eine Richtung denken, sondern viel breiter aufgestellt sind, als einige Mitglieder des Vorstandes“, gibt er als Denkanstoß vor und wirft eine weitere Frage in den Raum: „Reduziert sich am Ende der Streit auf Personen, die die Parteiführung anstreben?“

Das soll diskutiert werden. Und dazu wird Peter Münch, Sprecher des Landesvorstandes Hessen und Sprecher des Kreisvorstandes des Hochtaunuskreises, Stellung beziehen und zu dem Thema „Quo vadis AfD“ über den Stand der Diskussion berichten.

Münch ist immerhin einer, der sich mit dem, wie Stobel es nennt „vermeintlichen Richtungsstreit innerhalb des Vorstandes“ bestens auskennt. Als Landessprecher wurde er zwischenzeitlich demissioniert, außerdem drohte ihm parallel der Pareiausschluss – bis sich der hessische AfD-Landesvorstand auflöste.

Mit der Neuwahl kam auch Münch wieder offiziell in Amt und Würden.

Auf Facebook äußerte er sich zu den Quärelen in der AfD-Bundesspitze unter anderem am 22. Mai öffentlich und erklärte: „Es ist ein Drama, was wir mit Bernd Lucke und seinen Mitstreitern erleben!“ Einige Tage zuvor hatte er es gegenüber der Taunus Zeitung noch etwas diplomatischer formuliert, nämlich dass sich seiner Meinung nach „einige von der AfD trennen müssen oder wollen“.

Strubel jedenfalls betont für den anstehenden Diskussionsabend: „Wir freuen uns auf eine lebhafte und erkenntnisreiche Diskussion.“

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