Von der ARS in Neu-Anspach fährt der Schulbus Richtung Schmitten und kommt dort regelmäßig zu spät. Nach Ende der Herbstferien sollen die Busse pünktlicher fahren. Eine Schulzeitstaffelung soll gegen die Überfüllung der Busse helfen.
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Von der ARS in Neu-Anspach fährt der Schulbus Richtung Schmitten und kommt dort regelmäßig zu spät. Nach Ende der Herbstferien sollen die Busse pünktlicher fahren. Eine Schulzeitstaffelung soll gegen die Überfüllung der Busse helfen.

Heftige Kritik

Überfüllte Schulbusse trotz Corona: Jetzt sorgen Elterntaxis für Verkehrschaos

  • vonEvelyn Kreutz
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Wegen Unzufriedenheit mit den Schülerbussen im Hochtaunuskreis sucht der Verkehrsverband nun Lösungen. Nach den Herbstferien sollen neue Schulzeiten die Lage entzerren.

Usingen - Die Zahl der Corona-Infizierten steigt auch im Hochtaunuskreis. Schon seit dem neuen Schuljahr beschweren sich Eltern beim Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) über total überfüllte Schulbusse, in denen Abstände nicht eingehalten werden können und die Maskenpflicht nicht kontrolliert wird.

Schulbusse im Hochtaunuskreis: ÖPNV vom Abstandsverbot ausgenommen

Auf Anfrage dieser Zeitung schreibt die Pressestelle des Hochtaunuskreises: „Momentan fahren deutlich weniger Fahrgäste mit den Bussen des VHT, dennoch ist es in den Hauptverkehrszeiten nicht möglich, Abstand zu halten. Das Land Hessen hat deswegen den öffentlichen Nahverkehr vom Abstandsgebot ausgenommen und die Pflicht eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen eingeführt. Den Wunsch dennoch im Bus Abstand zu halten, können wir nachvollziehen.“

Ärger um Schulbusse im Usinger Land: Gemeinsame Arbeit an Lösungen

Weiter heißt es aus dem Landratsamt: „Der VHT, der Kreis und die Schulen arbeiten momentan an Lösungen hierfür.“ Die Mitarbeit der Schulen sei hierbei unablässig. „Gerade finden Gespräche zur Schulzeitstaffelung im Usinger Land statt“, so die Pressestelle. Dadurch sollen nach den Herbstferien die Busse von beziehungsweise nach Usingen und Neu-Anspach entlastet werden.

Versetzte Schulzeiten reduzieren die Fahrgastzahl einzelner Fahrten, machen aber zusätzliche Fahrten nötig. Wie viele, das konnte der VHT noch nicht sagen. Aber die Pressestelle teilt mit: „Vorgesehen ist auch, dass der VHT sein Angebot an die neuen Unterrichtszeiten angepasst ausbaut.“

Unpünktlich und überfüllt: Schulbusse sorgen für Ärger

Wenn klar sei, wie viel Entlastung die Schulzeitstaffelung bringt, würden erforderliche weitere Maßnahmen durchgeführt. Denkbar sei der Einsatz von Reisebussen im Linienverkehr. Und wie soll das finanziert werden?

„In wie weit ein Teil der erheblichen Kosten hierfür durch das Land getragen werden, ist noch nicht klar. Wir befinden uns diesbezüglich jedoch mit dem Land in Gesprächen.“ Schon in der vergangenen Woche hatte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) in einem Antwortschreiben an den Landrat des Wetteraukreises den Kommunen bei der Beförderung der Schüler während der Corona-Pandemie eine kurzfristige finanzielle Förderung in Aussicht gestellt. Um den Weg zur Schule sicher zu gestalten, fahren derzeit mehr Eltern als sonst ihre Kinder in den eigenen Autos direkt zur Schule. Das ist auch im Usinger Land vermehrt der Fall.

Die Zahl der Elterntaxis hat zugenommen

Kurz vor Schulbeginn an der Adolf-Reichwein-Schule fuhren dort nicht nur die Busse vor, sondern auch unzählige Elterntaxis. Die erhöhen laut VHT auch massiv das Verkehrsaufkommen an den weiterführenden Schulen und das führe leider teilweise auch zu Verspätungen der Busse, die von dort weiterfahren.

Dadurch seien vor allem die Busse zur Jürgen-Schuhmann-Schule in Arnoldshain, die zuvor aus Königstein und Neu-Anspach kommen, in diesem Schuljahr vergleichsweise verspätungsanfällig. Auch die Pünktlichkeit will der VHT nach den Herbstferien verbessern.

Die bislang wegen der Baustelle in der Ortsdurchfahrt unzureichende Schulbusverbindung aus Niederreifenberg soll sich bald verbessern. Busse in Fahrtrichtung Schmitten fahren wieder durch die Brunhildestraße. In Richtung Königstein kann die Haltestellen im nördlichen Niederreifenberg noch nicht angefahren werden.

Da eine Anpassung der Fahrpläne im Bereich Niederreifenberg weitreichende Auswirkungen auch auf Abfahrtszeiten in Bad Homburg und Hasselbach habe, könnten die Fahrpläne frühestens zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember angepasst werden. Dann seien in Niederreifenberg wieder Fahrten von den Haltestellen „Schwesternheim“ und „Zassenrainweg“ möglich. (Von Evelyn Kreutz)

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