Wochenend-Kerb

Mit Humor Datenschutz ausgetrickst

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Als eine der wenigen Kommunen feiert Wernborn noch drei Tage Kerb. Das Besondere: Für jede Altersgruppe wird etwas geboten, vergangenen Sonntag auch für die ganze Familie. Und bei Baggerspielchen und Co. ging nicht nur den Vätern das Herz auf.

Auf Kerbeburschen müssen die Wernborner seit geraumer Zeit verzichten. Aber nicht auf den Kerbebaum: „Den haben wir bereits am Mittwoch geholt“, sagte Marlies Zwermann, Vorsitzende der Kolpingfamilie. Seit vielen Jahren schon ist die Kolpingfamilie Ausrichter der Wernborner Kirchweih und damit als Kopf der Helfer dafür verantwortlich, dass die Wernborner drei Tage lang im Ausnahmezustand leben.

In der Tat gehört die Wernborner Kerb zu den wenigen Kirchweihfesten im Umland, die sich an drei Tagen auf dem Festplatz treffen. Und dass das jedes Jahr aufs Neue gelingt, macht die Organisatoren und ihre Helfer, zu denen auch die Wernborner Vereine gehören, ein wenig stolz.

1899 wurde die Kirche St. Pankratius durch den damaligen Bischof von Limburg geweiht und ist bis heute Anlass, das Kirchweihfest zu feiern. Um zu tanzen mussten die Besucher früher nicht weit wegfahren, war die bekannte Disco Tom Dooley doch direkt im Ort. Zur Kerb lebt das Disco-Gefühl allerdings wieder auf. So kamen die Tanzwilligen bereits am Freitagabend, um nach dem Baumstellen auf ein schönes Feierwochenende anzustoßen. Das waren zwar keine Massen, doch DJ Kalli aus Wehrheim verstand es auch die kleine Schar zu begeistern die sich im Laufe des Abends dann doch noch vergrößerte.

„Da haben sich auch die älteren Semester auf die Tanzfläche gewagt“, sagte Bettina Zimmermann, die ebenfalls zum Organisationsteam gehört.

Einziger Wermutstropfen des Abends war die Scherben, die die Kolpingfamilie am Samstag aus dem Gebüsch holen musste. Diese stammen vom Vorglühen einiger Jugendlicher, die ebenfalls zur Kerb kamen, um dort zu feiern. Das lief alles friedlich ab, wie die Vorsitzende betonte, doch der Unrat sei nun mal eine unschöne Begleiterscheinung gewesen. Mit der Band Quer Beat wollte die Kolpingfamilie vor allem die älteren Jahrgänge erreichen, gleichwohl kam die Musik auch bei den jüngeren Semestern gut an. Den Generationenwechsel habe es am Abend gegeben, „als die älteren gingen und die jüngeren kamen“, sagte Zimmermann.

Der gestrige Sonntag stand dann ganz im Zeichen der Familie. Auch dafür haben sich die Veranstalter wieder einiges einfallen lassen. Neben Hüpfburg, Kinderkarussell hatten sie auch einen Bagger organisiert, mit dem es ein Geschicklichkeitsspiel zu absolvieren galt. Kinderspiele einmal anders hieß es da, und so mancher Vater hätte sich daran auch zu gerne versucht.

Dass sich die Wernborner immer wieder etwas Neues einfallen lassen, um die medial verwöhnte Masse zu begeistern, sei ein großes Plus für die Kerb, waren sich die Besucher einig. Medien waren übrigens auch das Stichwort für eine etwas ausgefallene Art mit der neuen Datenschutzgrundverordnung, die den Vereinen landauf landab das Leben schwer macht, umzugehen. Wann immer jemand ein Handy oder eine Kamera zückte, hielten sich die Wernborner eine entsprechende Maske mit Smiley vors Gesicht. Wernborn beweist Humor.

Als jüngstes Rosendorf durfte am Sonntagnachmittag auch Rosenkönigin Anja I. nicht fehlen, die ihre vielen Besucher auf dem Festplatz und im Zelt begrüßte. In ihrer kurzen Ansprache zeigte sie Herz und Verstand und eröffnete schließlich das Kuchenbüfett.

Das große Festzelt und der angeschlossene Biergarten waren gut miteinander verknüpft, so dass die Besucher im Außenbereich ebenfalls die Gelegenheit hatten, Wernborns „Hausband“, den Musikverein Wernborn Usinger Land beim Spielen zu hören und zu sehen. Mit ihrem bunt gemischten Programm brachten sie den Swing ins Zelt und hielten die gute Laune oben.

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