Dobermann, Bracke und Rottweiler unangeleint unterwegs

Hund bei Spaziergang totgebissen

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Drei freilaufende Hunde haben einen kleinen Hund angegriffen und totgebissen. Ohne Einsicht von Hundehaltern scheint es keinen Schutz zu geben.

Der Schock bei Rosemarie Fischer-Gudszus sitzt tief. „Der Tatort sah aus wie ein Schlachtfeld, meine Hände und meine Kleidung waren mit dem Blut meines kleinen Hundes getränkt und verschmiert“, erzählt sie. Der Tierarzt habe nur noch den Tod von Derrie feststellen können.

Gerade mal ein Jahr wurde die fünf Kilogramm schwere Hündin, eine Mischung aus Zwerg-Rauhaardackel und Cairn-Terrier. Ihr Frauchen beschreibt Derrie als sehr neugierig, aufmerksam, verschmust und fröhlich. „Am frühen Dienstagabend wurde unser kleiner Hund beim Gassigehen im Wald in der Nähe des Tennisplatzes in Oberreifenberg von einer freilaufenden Horde Hunde angegriffen und zu Tode gebissen“, berichtet Ehemann Jürgen Marcel Fischer. Ihm geht es darum, über den Vorfall und das fahrlässige Verhalten von Hundebesitzern zu berichten.

Fischer-Gudszus weist darauf hin, dass ihre Hündin nicht läufig war. Derrie sei frei mit Schleppleine zehn Meter vor ihr gelaufen. „Wir spielten Tannenzapfenwerfen auf dem Forstweg“, berichtet sie. Plötzlich seien wie aus dem nichts ein Dobermann, eine Bracke und ein Rottweiler aus der Kurve im wilden Jagdgalopp auf Derrie zugerast. Bevor die junge Hündin zu ihrem Frauchen zurücklaufen konnte, hatten die anderen Hunde sie schon eingeholt und weitergejagt. Die Demutshaltung auf dem Rücken habe Derrie nichts geholfen. Der Dobermann habe sich in der Brust des kleinen Hundes festgebissen und ihn geschüttelt. Bracke und Rottweiler hätten bellend daneben gestanden. Fischer-Gudszus ging dazwischen, hielt ihren Liebling schon auf dem Arm, als der Dobermann sie ansprang, ihr den kleinen Mischling entriss und sie dabei am linken Daumen verletzte. Erst dann sei der Hundeführer eingetroffen und habe seine Tiere mit großer Mühe zurückgepfiffen und den Dobermann und die Bracke an Bäumen angeleint. Der Rottweiler habe friedlich daneben gesessen. Vom Hundeführer sei kein Wort der Entschuldigung gekommen.

Wie die Fischers bei der Polizei erfuhren, handelt es sich nicht um eine Straftat, weil der Hundehalter seine Tiere nicht vorsätzlich auf die kleine Hündin gehetzt hat. Sie wollen sich aber auf jeden einen Anwalt nehmen, immerhin wurde auch Fischer-Gudszus verletzt, und das könnte nach Auskunft der Polizei ein Fall von fahrlässiger Körperverletzung sein. Gegen den Hundehalter vorgehen, um weitere Vorfälle zu verhindern, kann nur das Ordnungsamt Schmitten im Rahmen der Gefahrenabwehrverordnung über das Halten und Führen von Hunden. Wie Marius Müller-Braun mitteilte, müsse der Fall zunächst geprüft werden. Bis zur Anhörung sei der Hundeführer angehalten, Leine und Maulkorb einzusetzen. „Der Halter war selbst geschockt und zeigte sich einsichtig“, berichtete Müller-Braun. Der Ausgang der Wesensprüfung von Hund und Halter sei nach einem solchen Vorfall verbindlich. Wenn der Hund als gefährlich eingestuft sei, müsse entschieden werden, ob es eine Halteerlaubnis gibt.

(evk)

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