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ARCHIV - Mit Stöckelschuhen geht ein Model bei der Matthew-Williamson-Schau in New York über den Laufsteg (Archivfoto vom 17.02.2009). Viele Frauen lieben Stöckelschuhe. Allerdings gilt dabei häufig: Wer schön sein will, muss leiden. Sobald sie nämlich mal auf flachen Sohlen unterwegs sind, schmerzen die Füße. Schuld daran ist die Achillessehne, wie Wissenschaftler der Universitäten Manchester und Wien jetzt herausgefunden haben. Die Studie wurde am Donnerstag im "Journal of Experimental Biology" veröffentlicht. Foto: JASON SZENES +++(c) dpa - Bildfunk+++

Gesundheit

Immer häufiger führen hohe Absätze zu gefährlichen Fehlstellungen der Füße

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Fußfehlstellungen gelten inzwischen beinahe schon als Volkskrankheit. Besonders Frauen kennen dieses Übel, und viele leiden vor allem in fortgeschrittenem Alter unter den schmerzhaften Folgen. Aber es gibt Abhilfe.

Er sieht schick aus, sorgt optisch für ein langes Bein und ist in der Frauenwelt seit Generationen zu Hause: der Stöckelschuh oder Stiletto. Je nach Mode ist der Schuh mit dem dünnen hohen Bleistiftabsatz zudem vorne spitz zulaufend. Dass Füße, die in solches Schuhwerk eingepfercht werden, über kurz oder lang Schaden nehmen müssen, liegt auf der Hand.

Auf jeden Fall für Dr. Mike Zeuner. Dass der Orthopäde mit seiner Erfahrung wohl kaum alleine da steht, ließ sich an dem unerwartet hohen Andrang ablesen, der auf die Einladung des Arztes zu seinem Fachvortrag erfolgt war. Dr. Zeuner stellte den Hallux valgus, die Schiefzehe, vor. Gut 90 Besucher drängten sich in den Veranstaltungsraum in der Hochtaunusklinik.

Der Hallux valgus betrifft die große Zehe. Bei dieser Fehlstellung wandert der erste Mittelfußknochen mit seinem Köpfchen zum inneren Fußrand, wodurch die große Zehe in Richtung der mittleren Zehen abknickt.

Hohe Absätze sind zwar laut Zeuner nicht der einzige Auslöser dieser Fehlstellung, forcieren aber eine bereits vorhandene genetische Veranlagung. Auch schwaches Bindegewebe könne diese Deformierung fördern. Rheumatische Erkrankungen, häufiges Stehen beispielsweise im Berufsalltag und Übergewicht auch durch eine Schwangerschaft erhöhten das Risiko ebenfalls.

Zur Vorbeugung riet der Orthopäde zu gutem Schuhwerk, reichlichem Barfuß-Laufen und gezielter Fußgymnastik. „Obwohl heute so viel Wert auf Fitness gelegt wird, denkt niemand an spezielles Training für Füße“, sagte er.

Dass sich bei Zeuners Vortrag größtenteils Menschen älterer Jahrgänge einfanden, belegte die von ihm geschilderten Zeitabläufe. Denn wenn auch der Schiefstand der großen Zehe anfangs noch keine Beeinträchtigungen mit sich bringe, so setzten sich die Veränderungen dennoch fort und führten irgendwann zu Schmerzen.

Auf operative Eingriffe hat sich Zeuner spezialisiert. Nach seinem Studium an der medizinischen Fakultät in Marburg vertiefte er seine Kenntnisse zehn Jahre lang an der Unfallklinik in Frankfurt und in Höchst. Den Hochtaunuskliniken gehört er seit sieben Jahren an, seit drei Jahren als leitender Oberarzt in der Unfallchirurgie Usingen.

Korrekturen des Hallux valgus habe er schon unzählige gemacht, bekannte er auf Nachfrage seines Publikums, vielleicht 30 oder 40 allein schon in diesem Jahr. Komplikationen habe es bislang weder bei den Eingriffen noch danach gegeben. Wie er verbogene Fußknochen wieder gerade rückt, beschrieb Zeuner recht anschaulich.

Welche Methode er für einen Patienten wähle, sei natürlich von verschiedenen Faktoren abhängig. In praktisch allen Fällen müsse der Patient jedenfalls mit einer Genesungszeit von bis zu zwei Monaten rechnen, da der betroffene Fuß allein sechs Wochen lang in Bandagen und einem Entlastungsschuh stecke. Wer sich einer solchen Operation unterziehen möchte, braucht nur eine Einweisung durch den Hausarzt.

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