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Erilda (links), ihre Schwester Aulona, ihre Eltern und weitere Schmittener Bürger sammelten Müll rund um den Parkplatz Pfarrheckenfeld und auf dem Weg zum Roten Kreuz.

Umpas machen sauber

Immer zur Stelle, wenn es was zu tun gibt

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Unter der Regie des Naturparkhotels säuberten die Umweltpaten das Umfeld des Roten Kreuzes. Eine vierköpfige Flüchtlingsfamilie packte tatkräftig mit an.

Die Umweltpaten – kurz Umpas – sind immer zur Stelle, wenn es ums Reinemachen geht, und es müssen nicht immer offizielle Termine sein wie die landesweit ausgerufene Aktion „Sauberhaftes Hessen“, um aktiv zu werden.

Es gibt zahlreiche Initiativen dieser Art. Eine weitere ist der „Sauberhafte Geschäftstag Hessen“, und an dem nimmt das Naturparkhotel Weilquelle regelmäßig teil. „In diesem Jahr gab es keinen offiziellen Termin, deshalb haben wir selbst ein ,Sauberhaftes Aufräumen‘ daraus gemacht, die Umpas angesprochen, und die Aktion mit diesen zusammen ausgeweitet“, erklärte Hotel-Geschäftsführer Marco Kattwinkel.

Die Umpas sind bekanntlich Bürger, die sich für die Sauberkeit im öffentlichen Raum einsetzen und zahlreiche Reviere an ihre Paten vergeben haben. Aber nicht alles ist abgedeckt, und bei Sonderaktionen wie der von Kattwinkel initiierten, sind helfende Hände immer willkommen.

„Willkommenskultur“ ist ein Wort, das zurzeit ständig zu hören ist, und es bezeichnet die Haltung, mit der man Asylbewerbern und Flüchtlingen hierzulande gegenüber tritt. Eine Familie aus Albanien ist seit einigen Wochen im Schmittener Ortsteil Seelenberg zu Hause – und das nach Stationen in Köln, Bielefeld, Gießen und weiteren Aufenthaltsorten. Im Taunus sind die beiden Töchter Erilda, zwölf Jahre alt, und Aulona, zehn Jahre alt, inzwischen heimisch geworden und fühlen sich sehr wohl.

Erilda besucht die Max-Ernst-Schule in Riedelbach, Aulona die Jürgen-Schumann-Schule in Arnoldshain, und beide sprechen, obwohl sie erst seit Februar dieses Jahres in Deutschland sind, bereits hervorragend Deutsch. Die Eltern machen diesbezüglich ebenfalls Fortschritte, auch wenn die Kinder nun einmal sehr viel schneller lernen.

Das haben sie sicher teils der Schule zu verdanken, teils dem Deutschunterricht der Flüchtlingshilfe, aber auch ihrem eigenen Engagement in ihrer neuen Wohnumgebung. „Wenn man sie einlädt, dann sind sie immer gleich bereit mitzumachen“, sagte Umweltpate Albrecht Dommes. Auch bei der „sauberhaften Aktion“ war die Familie sofort dabei, und die beiden Mädchen sprühten nur so vor Tatendrang. „Wir haben Dosen, Flaschen und anderen Abfall gefunden“, sagte die Ältere der Schwestern.

Eine Thermos-Kaffeekanne war auch unter den Fundstücken, und die war kaputt und leer. Kaffee und Kuchen aber gab es trotzdem für alle, die an der Aktion teilgenommen hatten, anschließend im Hotel Weilquelle. Die albanische Familie würde sich gerne in Schmitten weiter einleben, aber ihr Aufenthaltsrecht ist in Gefahr. Arbeiten würden die Eltern auch gerne, denn der Familienvater ist gelernter Maler und Weißbinder.

So kam es ihnen recht, sich auf diese Weise nützlich zu machen, und das tat mit ihnen auch ein gutes Dutzend weitere Schmittener Bürger einschließlich des Hotel-Teams. Es wurden mehrere Gruppen gebildet, die von den verschiedenen Ausgangspunkten sternförmig zum Roten Kreuz aufbrachen und dabei rund 20 Säcke Müll einsammelten, der vom Bauhof der Gemeinde abgeholt wurde.

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