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Gäste können wählen: Indisch, Italienisch oder Fast-Food? Koch Wilson Jan bereitet im Schnitzelhaus ein Chicken-Curry zu.

Restaurant in Schmitten

Indisch, Italienisch, Fast-Food: Es bruzzelt wieder im Schnitzelhaus

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„Haus Freund“ und „Haus Hattstein“ hatten viele Jahre lang einen guten Namen in der Schmittener Gastronomie und Hotellerie. Weil Schnitzelhaus und Hotel im ehemaligen Haus Freund inzwischen gut gehen, hat der neue Inhaber jetzt auch das frühere Haus Hattstein gekauft.

Ein kurzfristiger Termin mit dieser Zeitung ist für Betriebsleiter Habib Shakoor kein Problem. „Kommen Sie einfach vorbei“, sagt er am Telefon. Schon am frühen Abend sitzen die ersten Schmittener Gäste im Restaurant und lassen sich die indischen Gerichte schmecken.

Während des Gesprächs im Gastraum füllen sich draußen die Parkplätze und in regelmäßigen Abständen kommen Hotelgäste mit ihrem Gepäck, holen sich den Zimmerschlüssel und suchen dann im Schnitzelhaus auch einen Platz zum Essen.

Schon im Januar 2016 hat die Atgmobile GmbH, die als Prepaid-Discounter im Geschäft ist, und in Rosbach ein Kosmetikinstitut sowie ein Thai-Massage-Center betreibt, die Immobilie erworben. „Hotel Haus Freund, eine Marke der Atgmobile GmbH, in Rosbach“, ist im Internet zu lesen. Als Geschäftsführer wird Vikas Arora genannt. Ein Telefonat mit ihm war bis Redaktionsschluss nicht möglich. Aber der Betriebsleiter berichtete, dass nach kurzer Umbauzeit Hotel- und Restaurantbetrieb im März 2016 aufgenommen wurden und seitdem erfolgreich laufen.

Der Freitagsstammtisch, der schon zu Zeiten der Familie Freund jede Woche zusammenkam, ist längst wieder im Haus. Und nach und nach haben weitere Schmittener im Schnitzelhaus auch die italienische und indische Küche sowie die Fastfoodgerichte für sich entdeckt. „Auf der Speisenkarte haben wir jetzt viel mehr indische Gerichte als am Anfang“, berichtet der Betriebsleiter. Doch von den einheimischen Gästen kann das Restaurant offensichtlich nicht leben. Es setzt zusätzlich auf Onlinebestellungen und Lieferservice, der innerhalb Schmittens kostenlos ist. Selbstabholer erhalten sogar einen Nachlass.

Vor allem für Hotelgäste ist das Restaurant wichtig. Monteure und Messegäste haben nach Angaben des Betriebsleiters schnell erkannt, dass man hier gut und günstig übernachten und auch essen kann. Einzelzimmer kosten ab 40 Euro und Doppelzimmer ab 70 Euro. Das sprach sich wohl herum. Inzwischen ist das Hotel Haus Freund unter der Woche allein durch Monteure zur Hälfte belegt. „Wenn dann auch noch Messe ist, sind wir ausgebucht“, so Shakoor. Das sei Anlass gewesen, nach einem weiteren Haus für Übernachtungen Ausschau zu halten.

Das nur 700 Meter entfernte, leerstehende Haus Hattstein schien genau das Richtige zu sein. Erst als sein Chef die Immobilie erworben hatte, habe er erfahren, dass die früheren Besitzer, Choi Soon Sil, in einen Skandal um die inzwischen ihres Amtes enthobene südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye verwickelt waren. 2016 war die in Arnoldshain ansässige dubiose Hotelgesellschaft einer engen Freundin und Vertrauten der südkoreanischen Staatschefin Park wegen des Verdachts der Geldwäsche aufgeflogen.

Von außen hat sich dort noch nicht viel verändert, außer, dass es genau wie das ehemalige Haus Freund jetzt Louis-Hotel heißt und zusätzlich mit Spa und Wellness wirbt. Wenn das zum Schnitzelhaus gehörende Hotel ausgebucht ist, quartiert der Betriebsleiter bereits Gäste im neuen Louis-Hotel ein. Die Zimmer sind schon renoviert. Zum Frühstück kommen die Gäste dann ins Restaurant, bis ein eigenes Bistro eingerichtet ist, berichtet Habib Shakoor.

Im einem nächsten Schritt soll der Wellnessbereich ausgebaut werden. Mit Sauna, Massagen und Kosmetikbehandlungen will der Betreiber langfristig auch Touristen in die Feldberggemeinde holen. „Lage und Landschaft sind hier einmalig, wenn unser Angebot stimmt, wird das auch funktionieren“, ist sich Shakoor sicher. Für ein gemeinsames Foto mit dem Koch in der Küche hat der Betriebsleiter jetzt keine Zeit mehr, denn die nächsten Gäste fragen nach einem Zimmer.

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