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Hinter trutzigen Mauern thront Burg Weilstein im Taunus. Jetzt wird das einstige Domizil Ivan Rebroffs modernisiert.

Info: Auf Burg Weilstein gaben sich Stars die Klinke in die Hand

Burg Weilstein, das ehemalige Domizil von Ivan Rebroff, wirkt wie eine kleine trutzige Burg hinter scheinbar wehrhaften Mauern. Nähert man sich dem fast fünf Hektar großen Grundstück jenseits der

Burg Weilstein, das ehemalige Domizil von Ivan Rebroff, wirkt wie eine kleine trutzige Burg hinter scheinbar wehrhaften Mauern. Nähert man sich dem fast fünf Hektar großen Grundstück jenseits der Weil auf seiner einzigen Zufahrt, verwehrt der Wald die Sicht auf das Schlösschen. Und ein schmiedeeisernes Tor hindert den Besucher am Zutritt.

Burg Weilstein, Ende der 1920er Jahre vom Wanne-Eickeler Brauereibesitzer Hülsmann erbaut, sitzt auf einem Hügel zwischen Treisberg und Hunoldstal. Diverse Torbögen rund um den Innenhof sowie Türmchen am siebenstöckigen, mit einem Kupferdach versehenen Backsteingebäude verleihen dem nostalgischen Jagdschlösschen das Ambiente einer alten Burg, wie sie in der Region zuhauf vorkommen.

1969 erwarb die Künstler-Agentur „Artist Promotion AG“ Burg Weilstein auf Wunsch von Ivan Rebroff, einem der Partner. Der Agentur gehörte zudem das Ehepaar Richard und Irma Weber an. Nachdem das Innenleben des Schlösschens dem damaligen Geschmack angeglichen worden war, nutzte es die Agentur zur Vermittlung von Künstlern.

„Costa Cordalis und Udo Jürgens waren dort“, erinnert sich der Hunoldstaler Reinhold Löw. „Überhaupt haben viele Stars dort zeitweise gewohnt.“ Schließlich, so Löw, sei das exklusiv ausgestattete Weilstein ein idealer Ort für Tagungen gewesen.

Reinhold Löw muss es wissen, hat er doch seit 1976 bis heute als Hausmeister die Schlüsselgewalt über das Anwesen des berühmten Sängers. Der Handwerksmeister hatte zudem selbst reichlich Hand angelegt an der Renovierung der Burg und an der Ausstattung, die sich nach den Rebroffschen Wünschen richtete. Schon die Anbindung des Gebäudes an die öffentliche Kanalisation habe er damals in Eigenregie erledigt, schildert Löw.

In den 32 Jahren im Dienste des Sängers hat Löw eine Fülle von Erinnerungen gesammelt. Vor allem deshalb, weil Ivan Rebroff schon sehr bald zu einer Art Familienangehörigem wurde. „Selber hatte er ja keine, bloß einen Bruder, mit dem er sich nicht verstand.“ Sein Domizil, Burg Weilstein, nutzte der Künstler laut Reinhold Löw nur dann, wenn er Ruhe brauchte. „Dann zog er sich für eine Weile zurück.“

Als Ivan Rebroff am 27. Februar 2008 starb, fiel Burg Weilstein an die Miteigentümer der Künstler-Agentur, Richard und Irma Weber. Inzwischen hat Irma Weber das Anwesen veräußert. Das elitäre Inventar, das Ivan Rebroff in rustikalem Stil gehalten hatte und noch auf YouTube-Videos zu sehen ist, wurde ausgeräumt.

Zurzeit ist erneut Modernisierung angesagt. Der neue Eigentümer ist dabei, das Gebäude komplett zu überholen. So wichen alte Teppiche bereits neuen Fußböden, und die Elektrik wurde erneuert. Nach Fertigstellung sämtlicher Sanierungsarbeiten hofft der Besitzer, einen geeigneten Mieter für das außergewöhnliche Objekt zu finden.

„In den zehn Jahren nach Ivans Tod hat es schon mehrere Interessenten gegeben“, sagt Reinhold Löw. Darunter seien auch fragwürdige Personen aus dem Rotlichtmilieu gewesen. „Es wäre jammerschade, wenn dieses Anwesen einem Luftikus in die Hände fiele“, meint Löw. „Da muss schon jemand rein, der sich auch darum kümmert.“ Mit dem jetzigen Eigentümer scheint Löw jedenfalls zufrieden. tas

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