Markus Keller (von rechts), Christian Wolf und Sven Lubelius sind die Sprecher der Interessengemeinschaft Kransberg und haben zu einem ersten Treffen am Freizeitplatz Schwenkeweiher eingeladen.
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Markus Keller (von rechts), Christian Wolf und Sven Lubelius sind die Sprecher der Interessengemeinschaft Kransberg und haben zu einem ersten Treffen am Freizeitplatz Schwenkeweiher eingeladen.

In Kransberg kümmern sich Bürger um ihr Dorf

Interessengemeinschaft will Ort verschönern und das soziale Leben stärken

Das Wir-Gefühl steht im Fokus - Gruppe als Mittler zwischen Verwaltung und Dorf

"Wir für uns" ist das Motto der Interessengemeinschaft (IG) Kransberg, die am Sonntagnachmittag zum ersten Treffen am Schwenkeweiher eingeladen hatte. Christian Wolf, Carlo Seip, Markus Keller und Sven Lubinus haben die IG vor einem Dreivierteljahr gegründet, um gemeinsam mit den Bürgern Ziele und Ideen für Kransberg umzusetzen und darüber zu informieren.

Eigentlich sollte die erste Versammlung schon viel früher stattfinden, das haben aber die Corona-Beschränkungen vereitelt.

Trotz Regens waren am Sonntag über 40 Kransberger gekommen, darunter auch vom Magistrat der Stadt Hubertus Feindler (FWG). Natürlich wäre es schön gewesen, beim Austausch im Stehen auch etwas zu trinken oder eine Wurst vom Grill zu essen. Da unklar war, wie viele überhaupt kommen würden und um wenigstens etwas anbieten zu können, hatten die Initiatoren den Eismann bestellt. Wichtiger war aber die Vorstellung der IG.

Eine IG, die als Mittler fungiert

Ein Ziel sollte eigentlich die Unterstützung des Ortsbeirates sein, für den aber in Kransberg nicht genügend Kandidaten zur Verfügung standen. Umso wichtiger ist es Wolf, die Kommunikation mit der Stadt aufrechtzuerhalten, um die Belange des Stadtteils zu vertreten. Da haben die Initiatoren schon einiges bewegt.

Hauptthema war der Glasfaserausbau. "Durch unser innerörtliches Engagement ist es gelungen, dass wir wohl der einzige Stadtteil sind, der die 40 Prozent Anmeldungen erreicht hat", so Wolf.

Zusammen mit dem Förster hat die IG eine Baumpflanzaktion durchgeführt. Mit dem Bauhof besprochen wo Grünflächenpflege nötig ist oder Bänke saniert oder aufgestellt werden sollten. Eine Kiste fürs Spielzeug auf dem Spielplatz hat die IG nach Genehmigung durch die Stadt selbst aufgestellt. Am Schwenkeweiher will die IG noch zwei Fußballtore aufstellen.

Ein langfristiges Projekt ist laut Keller die weitere Gestaltung des Freizeitplatzes am Schwenkeweiher. "Uns geht es darum, zusammen mit den Bürgern Dinge umzusetzen, die die Stadt wenig bis gar kein Geld kosten", sagte er. Hier will die IG mit der Stadt, dem Forst und der Unteren Naturschutzbehörde zusammenarbeiten und die Bürger zur Mithilfe aufrufen. Für die Initiatoren spielen auch die innerörtliche Kommunikation und der Erfahrungsaustausch eine Rolle. In der WhatsApp-Gruppe sind 108 Teilnehmer vernetzt, hinter denen oft ganze Familien stehen.

Per Internet kommunizieren

"Das war früher ein Hauptproblem, dass keine Informationen flossen", meinte Keller. Um auch Mitbürger einzubinden, die mit Internet und WhatsApp nicht vertraut sind, sollen diese auf Wunsch aus den Reihen der Bürger ihre Ideen in einem Briefkasten abgeben können. Wo der stehen könnte, soll mit der Stadt geklärt werden. Günstig wären zwei Briefkästen, einer im Ortskern und einer auf dem Kurberg.

Als weitere Idee kam der Vorschlag Infotafeln oder Infokästen aufzustellen, den die Kransberger Vereine und Institutionen bestücken können. Auch das soll geprüft werden. Solange es den Ortsbeirat nicht gibt, kümmert sich die IG um solche Dinge.

Nach Aussage von Keller will die IG auch weitermachen, wenn es wieder ein kommunalpolitisches Gremium gibt und mit diesem zusammenarbeiten.

Bis dahin will die IG als weitere Ziele Maßnahmen zur Dorfverschönerung verfolgen und sich auch mit der Zukunft des Kirchengebäudes beschäftigen.

Das soll nach der Planung der Großgemeinde St. Franziskus und Klara Usinger Land verkauft werden, was ein schwerer Schlag für Kransberg wäre.

Stärken möchte die IG auch die Kransberger Vereine, die am Sonntag die Gelegenheit nutzten, sich vorzustellen. So warben die Feuerwehr, der Kransberger Tanzverein, der Kransberger Narren Club und die IG Cransberger Oldtimer Club COC um Mitstreiter und für ihre Veranstaltungen. COC-Sprecher Christof Demuth würde sich auch gerne für eine bessere Beschilderung der Wanderwege rund um Kransberg einsetzen. Künftig will die IG zweimal im Jahr zum Treffen einladen. Weitere Infos zur neuen Gruppe gibt es unter http://www.og-kransberg.de.

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