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Freuen sich mit den Referenten Dr. Nikolaus Bretschneider-Herrmann (rechts) und Björn Schöbel (Zweiter von rechts): Regionalgeschäftsführer Florian Dangel (links) und Heinz Dienstbach.

Wildbestände

Jäger haben Angst vorm Wolf

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Welchen Einfluss hat der Wolf auf die Wildbestände? Wenn er denn kommt. Und wie kann man dem wachsenden Einfluss von Naturschutzverbänden begegnen, die der Jagd kritisch gegenüber stehen? Fragen, mit denen sich die Jäger ausführlich beschäftigen.

Der Usinger Heinz Dienstbach blickt schon einmal vorsorglich in die Zukunft. Dabei sieht der Vorsitzende des Verbandes für Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer im Hochtaunuskreis den Wolf in unseren Breiten heimisch werden und sein Unwesen treiben.

„Ein besonderes Thema wird die Verbreitung des Wolfes mit sich bringen“, sagte er mahnend während der Mitgliederversammlung der Jagdgenossen im Neu-Anspacher Bürgerhaus und stellte weiter die Frage: „Welchen Einfluss hat der Wolf dann auf unsere Wildbestände?“ Auch wollte Dienstbach künftig die Frage beantwortet wissen, „ob der Wolf ganzjährig geschont wird, wie das viele wollen, oder unter das Jagdrecht gestellt wird“.

Auch Politiker gaben sich auf der Mitgliederversammlung ein Stelldichein und dokumentierten damit ihr Interesse an der Jagd. Sowohl die Landtagsabgeordneten Elke Barth (SPD) und Holger Bellino (CDU), als auch der Bad Homburger Bürgermeister und passionierte Jäger, Karl-Heinz Krug (SPD), gaben den Anwesenden zu verstehen, dass sie auf der Seite der Jäger und Jagdgenossen stehen, wenn es darum geht, die neue hessische Jagdverordnung nicht aus dem Ruder laufen zu lassen.

Björn Schöbel, Geschäftsführer des Verbandes für Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer Hessen, machte in einem Kurzreferat deutlich, wohin das führen könne. Dabei dienten ihm die jagdlichen Gesetze in den Bundesländern Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen quasi als schlechte Beispiele. In Hessens Nachbarländern werde nämlich künftig der Naturschutz über die Rechte der Jäger gestellt, die mit sehr vielen Einschränkungen bei der Ausübung der Jagd leben müssten. Und von diesen Einschränkungen seien in der Folge auch die Jagdgenossenschaften betroffen, die weniger Pachteinnahmen generierten.

Auch Dienstbach schwant Böses. „Besorgniserregend ist zurzeit die Tatsache, dass einzelne Mitglieder in politischen Parteien und deren Vertreter in den Landkreisen nicht mehr das Zusammenspiel in der Natur kennen. Auch haben sie wenig Interesse sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen“, sagte er. Damit spielte Dienstbach auf den seiner Ansicht nach wachsenden Einfluss von Naturschutzverbänden und Politiker dieser Coleur an, die dem Thema Jagd sehr kritisch gegenüber stünden.

In die gleiche Kerbe schlug auch Dr. Nikolaus Bretschneider-Herrmann, der das Amt für den ländlichen Raum beim Kreis leitet, Vorsitzender der Naturlandstiftung ist und im Vorstand des Landesjagdverbandes wirkt. „Um das Gleichgewicht in der Natur zu erhalten, ist auch die Hege erforderlich“, sagt er. In seiner Eigenschaft als Amtsleiter referierte Bretschneider-Herrmann anschaulich auch über die Möglichkeiten, die das Förderprogramm GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) der Europäischen Union bietet. Explizit geht es bei diesem Programm um ökologische Vorrangflächen, die Landwirte einrichten können.

Um der Öffentlichkeit die Bedeutung von Jägern und Jagdgenossenschaft deutlich zu machen, sollte laut Dienstbach in Kindergärten und Schulen das Fach Naturpädagogik wieder einen angemessen Raum bekommen sollte. Um zum Beispiel Erzieherinnen auf diesem Gebiet zu schulen, sollten die einzelnen Jagdgenossenschaften Seminare in ihrer Region zu diesem Thema anbieten. „Das hilft uns allen“, so Dienstbach.

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