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Fester Baustein: Das People?s Theater Offenbach kommt mit seinem Präventions-Programm in die Schulen im Usinger Land.

Feierstunde im Christian-Wirth-Saal

20 Jahre Engagement gegen Gewalt

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Der „Usinger Arbeitskreis gegen Gewalt an Schulen unter Jugendlichen und Kindern“, besteht seit 20 Jahren. Auf einer akademischen Feier wurde eine positive Bilanz gezogen.

„Präventionsarbeit ist ein sensibler Bereich und die Ergebnisse kaum messbar“, sagte Bürgermeister Steffen Wernard (CDU). Dennoch waren sich alle, die in der Aula der Christian-Wirth-Schule zur Jubiläumsfeier zusammen kamen, einig, dass der „Arbeitskreis gegen Gewalt an Schulen“ ein Erfolgsmodell ist.

Er wurde vor 20 Jahren von Wernards Amtsvorgänger Matthias Drexelius (CDU) gegründet, und wer könnte die Geschichte des „AK Gewalt“ besser darstellen, als der einstige Verwaltungschef.

In seiner Laudatio schilderte Drexelius, was damals Auslöser der Initiative war: Im August 1998 gerade ins Amt gekommen, habe das Gerücht um eine geplante „Riesenschlägerei“ unter Gruppen Usinger Schulen die Runde gemacht. An der damaligen Bushaltestelle am Neuen Marktplatz wollte man sich treffen. Vorgewarnt, hatten Polizei und Ordnungsamt Stellung bezogen, aber außer einer handgreiflichen Auseinandersetzung zweier Mädchen um einen Jungen, sei Schlimmeres ausgeblieben. Dennoch sei eine Mutter bei ihm vorstellig geworden, die von der Stadt gefordert habe, aktiv zu werden, denn ihre Tochter sei Opfer von Gewalt geworden.

Der Stein kam ins Rollen, der Bürgermeister wurde aktiv und hat Polizei, Jugendhilfe und die Schulen ins Boot geholt. „Aus den Schulen kam aber zuerst die Reaktion: Das gibt es bei uns nicht“, erinnerte sich Drexelius, wähnten sich die Schulleitungen vom Phänomen Gewalt unter Jugendlichen nicht betroffen. „Aber auch hier wurden die Probleme schnell offenkundig, wenn auch nicht so massiv wie an einer Schule in Wetzlar“, so Drexelius weiter. Von dort habe man sich auch Anregungen geholt und alle hierzulande Angesprochenen hätten schließlich mitgemacht. So hätten sich auch schnell erste Projekte entwickelt.

Unter anderem sei eine

„Nummer gegen Kummer“

eingerichtet und diese unter anderem mit einem Graffiti-Projekt an der besagten Usinger Bushaltestelle publik gemacht worden. Multiplikatoren seien geschult worden. Ein weiteres Projekt sei die Umfrage nach „Angsträumen“ gewesen, bei der 770 Schüler mitmachten und ihre Angsträume in Usingen und Schulen benannten.

Nach dem Ende seiner Amtszeit habe sich das erfolgreiche Wirken aller fortgesetzt und Drexelius würdigte neben den professionellen Institutionen und den Kirchen vor allem die Ehrenamtlichen, so den Ausländerbeirat sowie externe Unterstützer und Sponsoren.

Zu Letzteren gehören die hiesigen Banken und Sparkassen sowie die Rotary- und Lions-Clubs. Eine Vorreiterrolle nahm dabei der Rotary Club Usingen ein, für den Friedhelm Westebbe sprach und ein kapitales Projekt vorstellte. Man habe damals vom „People’s Theater Offenbach“ gehört, das gerade einen Preis für seine Präventionsarbeit erhalten habe. 12 000 Euro habe man bereitgestellt, um das Projekt für sich zu gewinnen, aber das Ausmaß der Aktion habe die Möglichkeiten des Clubs doch weit übertroffen.

Denn alle Schulen im Usinger Land sollten von diesem Projekt profitieren, und dazu waren weitere Geldgeber nötig. Bei der Suche nach diesen sei man in den Rathäusern und bei den Finanzdienstleistern erfolgreich gewesen. „Inzwischen wurden 5800 Schüler mit den jeweils vier- bis fünfstündigen Shows trainiert“, nannte Westebbe eine eindrucksvolle Zahl.

Das People’s Theater war bei seinen Worten bereits startbereit und gab durch die Darstellung einer Alltagsszene zum Thema Mobbing einen Einblick in seine Arbeit auf den Aula-Bühnen.

Außerdem präsentierten Lehrer der Usinger Schulen ihr Streetballturnier-Projekt, und das Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe stellte in Kooperation mit der Stadt und dem Lions Club Usingen-Saalburg weitere Präventionsprojekte vor.

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