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Die Zwillinge Celine (links) und Vivien gehen in die dritte Klasse und haben beim Luftballonwettbewerb mitgemacht.

Schulgründung groß gefeiert

Vor 200 Jahren entstand in Arnoldshain die Elementarschule

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Beim Schulfest in Arnoldshain wurde auch die Gründung der Elementarschule gefeiert. Doch schon Jahrhunderte vorher drückten die Kinder in den Feldbergdörfern die Schulbank.

Im August 1960 wurde die heutige Grundschule Arnoldshain eingeweiht und bis 1995 immer wieder erweitert. An das 1821/1822 erbaute Schulhaus in der Stichelwiese erinnern sich noch viele Arnoldshainer.

Wie Thomas Franke, der Vorsitzende des Geschichtsvereins Hochtaunus mitteilte, wurde das Gebäude anlässlich der Gebietsreform Anfang der 1970er Jahre abgerissen. Aber auch vor Gründung der Elementarschule im Jahr 1817 erhielten die Arnoldshainer Kinder Unterricht. Wo und wie, danach hat der ehemalige Arnoldshainer Pfarrer Martin Hoffmann die Schul- und Kirchenchroniken durchforstet, und auf dieser Basis hat auch der ehemaliger Seelenberger Lehrer Wilhelm Berger die Geschichte der Schule aufgearbeitet.

Nach einer Mitteilung des Historikers Usener soll schon im 15. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Kirche eine Schule in Arnoldshain existiert haben. Diese sei von den Frankfurter Söldnern im Verlauf der Fehden mit Hattstein verbrannt worden. „Näheres über die Art der Schule wissen wir nicht“, so Hoffmann. Im Gefolge der Reformation seien überall Schulen gegründet worden. „Früherhin nahmen die Kinder katholischer Konfession an dem Unterricht der Evangelischen keinen Antheil, sondern hatten ihren eigenen Lehrer, welcher gewöhnlich ein hiesiger Einwohner. Da dieser in der Regel selbst wenige Kenntnisse besaß, so war natürlich der Unterricht sehr schlecht und mangelhaft.“

Anfangs wurden für den Unterricht Wohnungen angemietet, im Jahr 1750 ein Haus angekauft. Nach dem Strumpfweber Johann Friedrich Reeck übernahm sein Bruder die Schule, und ab 1773 war Christian Reuter aus Rod am Berg Schuldiener. Nachfolger Ludwig Alberti war der erste seminaristisch ausgebildete Lehrer in Arnoldshain.

Bevor die Landesregierung den Schulneubau in der Stichelwiese beschlossen hatte, wurde der Unterricht in der engen Rathausstube erteilt. Bereits vor dem Neubau gründete Philipp Jacob Pfeifer die Arnoldshainer Elementarschule. In diese zogen 80 Schüler und 44 Schülerinnen ein. Sie wurden in vier Klassenstufen unterrichtet.

„Die Lehrgegenstände waren folgende: Religions-, Sprach- und Realunterricht, Zahlenlehre und Rechnen, Form- und Maaslehre sowie Gesangslehre.“ So etwas wie das heutige Schulfest gab es ab Ende des 19. Jahrhunderts. „Auf Anordnung des Herrn Unterrichtsministers fand am letzten Schultage des alten Jahres in allen Lehr- und Erziehungsanstalten ein festlicher Akt statt.“ Wachsende Schülerzahlen und eine Neuausrichtung des Schulwesens schufen in den 1950er Jahren eine neue Situation für Arnoldshain und Schmitten. „Die beiden feindlichen Brüder können nun auch ohne ihren Willen zu einem Schulverband zusammengeschlossen werden“, heißt es bei Berger. Nach der Schulreform von 1967 entwickelte sich die Schule in Arnoldshain zur Grundschule und wurde immer weiter ausgebaut.

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