Jetzt geht es wieder um den Sport

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Der FC Reifenberg heißt jetzt FSV Reifenberg. In der ersten gemeinsamen Mitgliederversammlung wurden ein neues Logo und die Satzung beschlossen und ein neuer Vorstand gewählt.

Selbst Bernward Egenolf, der ehemalige Vize-Vorsitzende des FC Reifenberg und neue Vorsitzende des FSV Reifenberg, hätte sich einen so schnellen und eigentlich reibungslosen Ablauf der Versammlung nicht vorgestellt.

Doch in beiden Vereinen waren seit zwei Jahren nicht nur Diskussionen geführt, sondern auch bereits im Vorjahr die Entscheidungen gefällt worden: Die SGO hat sich inzwischen aufgelöst, die meisten Mitglieder gehören dem FSV an, wie der FCR sich seit diesem Jahr nennt. Mit dem neuen Namen trägt der FSV, der seit 1953 lange Zeit ein reiner Fußballverein war und zuletzt auch über eine Salsa- und eine Zumba-Abteilung verfügte, der Tatsache Rechnung, dass jetzt – außer dem Herzsport – die Sportangebote der ehemaligen Sportgemeinschaft unter seinem Dach stattfinden.

Laut Egenolf ist die Fusion der Tatsache geschuldet, dass sich kaum noch jemand ehrenamtlich engagieren will. Die langjährige SGO-Vorsitzende Regina Nase hatte erfolglos nach einem Nachfolger gesucht, aber auch mit erheblichen Widerständen zu kämpfen, als sie die Fusion anvisierte. Vor allem hatte es noch in der letzten Jahreshauptversammlung Bedenken gegeben, der FCR wolle mit der Fusion nur an das Vermögen der SGO herankommen. Egenolf stellte unmissverständlich fest: „Die SGO hat zusammen mit der Vereinsauflösung beschlossen, was mit ihrem Geld zu passieren hat. Wir werden da nicht herangehen und haben dafür ein eigenes Konto angelegt.“

Allzu rosig steht der FSV aber nicht da. Laut Kassierer Manuel Volk ist der Spielbetrieb bis Saisonende zwar finanziell gesichert, aber die Kunstrasenplatzmiete für 2014 sei noch nicht bezahlt, ein Darlehen an einen Ex-Spieler noch nicht zurückgezahlt, und es seien noch nicht alle zugesagten Sponsorenzahlungen eingegangen. Die offenen Posten auf der Einnahmen- wie auf der Ausgabenseite beliefen sich auf jeweils 4000 Euro. In diesem Zusammenhang wies Egenolf darauf hin, dass der ehemalige Vorsitzende Harald Dinges nach seinem Rücktritt keine offizielle Übergabe vorgenommen habe: „Wir wissen nicht, ob alle Unterlagen komplett sind, es besteht überhaupt keine Gesprächsbereitschaft.“ Er müsse darauf hinweisen, dass der Verein die Risiken für mögliche Altlasten trage, wenn der bisherige Vorstand komplett entlastet werde. FSV- und Vereinsringvorstandsmitglied Peter Bamberger war sich nicht sicher, ob eine Einzelentlastung überhaupt möglich ist, machte klar, dass der Verein Verträge in jedem Falle einklagen könne und sicherte zu, dass er den FSV in Sachen Platzmiete nicht unter Druck setzen werde. Da auch die Kassenprüfer keine Einwände hatten, wurde der alte Vorstand mit 20 Ja-Stimmen bei 16 Enthaltungen entlastet. Im Protokoll wird jedoch vermerkt, dass der neue Vorstand mit Dinges Kontakt aufnehmen und eine ordentliche Übergabe vereinbaren soll.

Wer künftig den FSV Reifenberg leiten soll, darüber gab es keine Diskussionen. Einstimmig wurden folgende Mitglieder in den Vorstand gewählt: Vorsitzender ist Bernward Egenolf, Stellvertreter Karl-Heinz Bös, Kassenwart Manuel Volk (Stellvertreter Christoph Egenolf), Schriftführerin Manuela Gahler (Stellvertreterin Martina Bogner), Sportausschussvorsitzender für den Bereich Fußball ist Luigi Ferretti (Stellvertreter Marco Schaffer), Sportausschussvorsitzender für den Bereich Fitness und Gesundheit ist Regina Nase (Stellvertreterin Astrid Heck). Fünf weitere Sportausschussmitglieder und sieben Mitglieder im Ehrenrat sollen den Vorstand unterstützen. Der kann seine Arbeit erst aufnehmen, wenn die am Dienstag beschlossene Satzung nebst Logo beim Amtsgericht eingereicht und bestätigt ist.

Der Fußballabteilung wünscht der Vorstand, dass sie den Klassenerhalt schafft. Jetzt, wo die Fusion endgültig vollzogen sei, könne man sich wieder auf den Sport konzentrieren. Neben dem Fußball ist das die Salsagruppe, Step-Aerobic, Rückengymnastik, Basketball, Seniorensport und Kraftsport.

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