Jetzt gibt es Bedenken

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Einfach haben sich die Mitglieder der SG Oberreifenberg die Entscheidung über das Vorgehen bei der „Fusion light“ mit dem FC Reifenberg nicht gemacht. Immerhin soll der 135 Jahre alte Verein aufgelöst werden.

Die geplante Fusion mit dem FC Reifenberg war bei der SGO eigentlich beschlossene Sache gewesen. Jetzt, wo die Umsetzung ansteht, gab es bei der Mitgliederversammlung am Freitag plötzlich heftige Diskussionen. Immerhin muss sich die seit 135 Jahren bestehende SGO auflösen, ihre 160 Mitglieder sollen vom größeren Verein aufgenommen, das Vermögen übertragen werden.

Der FCR hatte kürzlich in seiner Mitgliederversammlung als neuen Namen Fußball- und Sportverein (FSV) Reifenberg ins Spiel gebracht, damit sich Mitglieder aus beiden Vereinen darin wiederfinden. Daran schieden sich jetzt die Geister, es wurde sogar beantragt, einen neuen Namen zu finden. Damit könne man sich noch nach der Fusion befassen, meinte SGO-Vorsitzende Regina Nase. Sie versuchte, die Diskussion auf die nächsten Schritte zu lenken. So stellte sie den Vertrag über den Zusammenschluss der beiden Vereine vor, den beide Vorstände mit anwaltlicher Beratung ausgearbeitet hatten.

Etwas verärgert war Nase schon, dass nach dem Beschluss in der Jahreshauptversammlung jetzt einige das Rad wieder zurückdrehen wollten. Sie will schon seit drei Jahren den Vorsitz abgeben, hatte aber keinen Nachfolger gefunden und daher nach einem anderen Weg gesucht. „Ich denke, die Fusion ist der einzige Weg in die Zukunft“, sagte sie. Sie ist auch bereit, nach der Fusion im Vorstand mitzuarbeiten, aber nicht mehr wie in den vergangenen 20 Jahren an der Spitze. Sie könne sich vorstellen, sich als Sportausschussvorsitzende für Fitness- und Reha-Sport weiter in dem Bereich zu engagieren, in dem die meisten SGO-Mitglieder aktiv seien.

Aus der 45-köpfigen Coronarsportgruppe kamen Bedenken, ob der Hessische Behinderten- und Rehabilitationssportverband (HBRS) einen Wechsel der Mitglieder zum anderen Verein überhaupt akzeptiert. Der Verband tue sich schon schwer zu genehmigen, wenn Übungsstunden um eine halbe Stunde verschoben oder in eine andere Halle verlegt werden, teilte Trainerin Conny Weiss mit. „Vielleicht braucht die Gruppe am 1. Januar einen neuen, anderen Verein, damit es weitergehen kann.“ Josef Häuser vom Ältestenrat berichtete, dass es der Gruppe am liebsten wäre, die SGO bleibe bestehen. Es hätten sich aktuell vier Mitglieder gemeldet, die sich im Vorstand engagieren würden, nur eben nicht als Vorsitzende. Er sei aber der Letzte, der gegen eine Fusion sei, machte er seine Position klar.

Aus Sicht von Heide Bickel tun sich manche Mitglieder mit der Fusion so schwer, weil sie unsicher sind und Veränderungen fürchten. Es sei nicht mal andeutungsweise klar, wer dann Vorsitzender werde. Bernward Egenolf, der bis zur Fusion kommissarisch an der Spitze des FCR steht, sicherte zu, dass der Vorstand nach der Fusion paritätisch besetzt werde.

Bei einer Gegenstimme brachte die Versammlung das vorgesehene Prozedere auf den Weg. Nur bei der vorgeschlagenen Regelung, was mit dem übertragenen Vermögen geschehen soll, gab es drei Enthaltungen. Die Summe soll zu einem Drittel als Rücklage für die Fitness- und Reha-Abteilung zur Verfügung stehen. Knapp die Hälfte soll als Rücklage der Instandhaltung des Kunstrasens dienen. Der Rest soll für die Renovierung der Jahrtausendhalle gespendet werden für solche Dinge, die auch vom Sportverein genutzt werden.

Da der Verein am Jahresende aufgelöst wird, aber auch danach noch Dinge abgewickelt werden müssen, wurde der Vorstand zu Liquidatoren gewählt. „Eine Liquidation ist immer eine traurige Geschichte, aber wenn ich kein gutes Gefühl hätte, dass daraus eine Erfolgsgeschichte wird, hätte ich das dem Verein nicht empfohlen“, sagte Nase abschließend. Am Sportangebot soll sich künftig nichts ändern. Wie bislang wird es Kraftsport, Coronar- und Seniorengymnastik, Basketball, Aerobic-Mix/Step-Aerobic sowie Wirbelsäulengymnastik/Rückenschule geben.

(evk)

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