VHS-Kurs Fahrrad

Jetzt kann fast nichts mehr schiefgehen

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Bald beginnt wieder die Fahrradsaison, und da wird es Zeit zu überprüfen, ob der Drahtesel auch noch verkehrstauglich ist. Eigentlich sollte jeder Fahrer das selbst machen können. Dann kann er sich auch unterwegs helfen.

Mit dem Fahrrad mitten im Gelände einen Platten bekommen, das kann dem besten Radfahrer passieren. Und dann? Wild drauf lospumpen und hoffen, dass es eine Weile hält, hilft da in den seltensten Fällen. Pannenhilfe oder Abholdienst mit dem Handy anfordern ist dann zwecklos, wenn man mitten in der Pampa ist. Frotzelnde Mitmenschen haben meist nur folgendes Sprichwort parat: „Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt.“ Technikbegeisterte Jungs haben jetzt in einem Kurs der VHS Schmitten gelernt: Wer sicher Fahrradfahren will, der pflegt sein Rad, macht regelmäßige Checks und kann kleine Macken selbst beheben.

Mit Raphael Kantorzek, der seit zwei Monaten in der Kanonenstraße 5 in Schmitten den Fahrrad-Meisterbetrieb Kant-Bike betreibt, hatte VHS-Leiterin Simone Meister einen echten Fachmann engagiert. Im zur Fahrradwerkstatt umfunktionierten Gerätehaus der Schmittener Feuerwehr wollten sechs Jungs lernen, wie sie ihr zweirädriges Gefährt auf Verkehrstauglichkeit überprüfen können. „Einige Räder hatten es echt nötig“, stellte der Kursleiter fest, nachdem überall die Bremsen angeschaut und die Schaltung richtig eingestellt war.

Das schlimmste sei, wenn mitten in der Fahrt der Bremszug reiße, meinte er und entwarf für die Teilnehmer ein gar nicht so seltenes Szenario. Doch es ging nicht nur um technische Zusammenhänge und praktische Hilfen. Das Thema Sicherheit spielte eine große Rolle. So schärfte er gleich zu Beginn den jungen Zuhörern erst einmal ein, wie wichtig es ist den richtigen Helm zu tragen und Reflektoren an den Speichen zu haben. „Das kann man gar nicht oft genug predigen“, meinte er, wohl wissend, dass die Kinder das in der Schule schon beim Fahrrad-Führerschein gelernt hatten.

Als es dann technisch richtig zur Sache ging, waren Robin, Fabian, Maxi, Paul und Jan und auch der erst neunjährige Justus in ihrem Element. Der Umgang mit Imbusschlüssel und Luftpumpe war für sie eigentlich fast Kinderkram. Viel spannender war es zu erfahren wie eine Federgabel funktioniert, wie die Felge laufen muss und wie die Bremsen ausgerichtet sein müssen. „Das ganze hätte noch länger als zwei Stunden dauern können, so haben mich die Kerle gelöchert“, berichtete der Meister im Nachhinein. Er habe ihnen aber auch die Grenzen beim Selbermachen aufgezeigt, denn wenn wirklich etwas defekt sei, werde es richtig kompliziert.

Für kleine Reparaturen sind die Jungs jetzt auf jeden Fall gerüstet. Sie wissen nicht nur, wie es geht, sondern haben statt einer Urkunde kleine Präsente bekommen, mit denen sie auch etwas anfangen können. Eine Standardausrüstung Flickzeug haben die jungen Biker jetzt immer greifbar. Und auch der Reifenheber wird gute Dienste leisten, wenn tatsächlich einmal ein Reifen von der Felge gezogen werden muss.

Fahrradfahren ist aber nicht nur Jungensache. Viele Mädchen die mit Rädern unterwegs sind, verlassen sich offensichtlich darauf, dass der Papa nach ihrem Vehikel schaut und im Notfall hilft. In Schmitten besteht zumindest die Hoffnung, dass sich die Teilnehmer der Fahrradwerkstatt als echte Kavaliere erweisen.

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