Jetzt kommt der Windmessmast weg

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Ein Jahr hat der Windmessmast auf dem Langhals Daten gesammelt. Ihn abzubauen, ist jetzt die Aufgabe von Industrie-Kletterern.

Wie stark weht der Wind? Aus welchen Richtungen kommt er? Wie sehen die Strömungsverhältnisse aus? Mehr als ein Jahr lang hat der Windmessmast auf dem Langhals wichtige Daten über die Windverhältnisse in Neu-Anspach gesammelt, jetzt wird er abgebaut.

Wie die Firma Juwi mitteilt, bauen seit Anfang der Woche speziell ausgebildete Industrie-Kletterer der Firma Windhunter in luftigen Höhen die sensiblen Messinstrumente ab. „Sechs Anemometer, zwei Windfahnen, zwei Temperatur- und Luftfeuchte- sowie ein Luftdruckmessgerät holen sie aus verschiedenen Höhen zurück“, berichtet Pressesprecher Felix Wächter. „Danach werden die 33 Abspannseile samt Ankerplatten entfernt und die 66 wärmeverzinkten Turmsegmente fachgerecht Stück für Stück zurückgebaut.“ Jedes habe eine Länge von 150 Zentimetern und wiege 70 Kilogramm. Anschließend werde das Stahlbeton-Fertigfundament entfernt, so Wächter. Dieses bestehe aus zwei Teilen, die zusammen 2,8 Tonnen wiegen.

„Der gesamte Abbau wird im Rahmen einer ökologischen Baubegleitung überwacht. So stellen wir sicher, dass alles fachgerecht und im Einklang mit den naturschutzrechtlichen Vorgaben abläuft und der ursprüngliche Zustand der Fläche am Langhals wieder hergestellt wird“, ergänzt Projektleiter Florian Stein.

Stein berichtet in diesem Zusammenhang auch von Ausgleichsmaßnahmen, die bereits umgesetzt wurden: Speziell für die Wildkatze seien zwei Waldbiotope geschaffen worden. Diese umfassten zwei naturnahe Waldwiesen und einen artenreichen Laubgehölz-Waldrand. „Diese Maßnahmen schaffen eine Übergangszone vom Wald zur offenen Landschaft.“

Nachdem der Windmessmast seine Dienste in Neu-Anspach erfüllt hat, wird er nun bald die Windverhältnisse an einem anderen Standort erfassen. „Ein wirtschaftlich nachhaltiger Betrieb des Windparks in Neu-Anspach ist möglich“, heißt es in der Pressemitteilung außerdem. Dies hatte die Firma Juwi schon mehrfach und zuletzt im November im Bau- und Umweltausschuss der Stadt mitgeteilt. Aktuellere Daten gibt es nach Informationen von Felix Wächter nicht.

Die Ergebnisse, so hatte es damals geheißen, würden immer besser. Die Rede war dabei von einer Windgeschwindigkeit von 7,1 Meter pro Sekunde in einer Höhe von 140 Metern. Unter Berücksichtigung aller Abschläge, beispielsweise, wenn eine Anlage bei Vogelzug abgeschaltet werden müsse, sei mit einem jährlichen Ertrag von 8,2 Millionen Kilowattstunden für jeweils eine Anlage zu rechnen. Zudem hatten die Juwi-Vertreter der Stadt in Aussicht gestellt, mehr als die vereinbarte Mindestpacht für den geplanten Windpark, der aus vier Windrädern bestehen soll, zu zahlen. Bekanntlich hat der RP die Anlage aber noch nicht genehmigt.

Zufrieden ist auch Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU): „Es ist beachtlich, wie viel technischer und finanzieller Aufwand betrieben wurde, um die lokalen Windgeschwindigkeiten exakt zu analysieren. Die positiven Messergebnisse sind eine wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb des Windparks.“

(pet)

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