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Zur Pflege der Heide muss auch Tobias Ohlenschläger ordentlich Muskelkraft einsetzen.

Jetzt sollen die Jüngeren mal ran

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Wenn die Schmittener Liberalen heute Abend ihre Kandidatenliste für die Kommunalwahl am 6. März präsentieren, wird man einen Namen vermissen: Utta Dommes. Sie will im Wahlkampf wie immer für die FDP werben, sich aber nicht mehr wählen lassen.

Das Ehepaar Dommes hat der FDP in Schmitten ein Gesicht gegeben. Nachdem Albrecht Dommes im Frühjahr aus gesundheitlichen Gründen von allen Ämtern zurückgetreten ist, kündigt jetzt auch Utta Dommes ihren Ausstieg aus der aktiven Politik an. „Ich werde nicht mehr kandidieren“, teilt sie im Gespräch mit der TZ mit, gesteht aber: „Die FDP ist nicht aus meinem Herzen.“

Wie auch, denn sie ist in einem liberalen Elternhaus aufgewachsen. Zunächst setzte sie bei den Wahlen auch nur ihr Kreuzchen hinter die drei Buchstaben der Partei, die den freiheitlichen Gedanken in der Demokratie hochhält. Für das Gemeinwohl engagiert hat sie sich schon früh als Klassensprecherin und im Schülerbeirat. Parteimitglied sei sie erst vor knapp 30 Jahren geworden, nachdem sie mit ihrer Familie nach Arnoldshain gezogen war, erzählt sie, und dass sie auch nicht gleich politisch aktiv wurde. Als sie sich zum ersten Mal zur Wahl gestellt habe, habe sie es nicht gleich in die Gemeindevertretung geschafft, erinnert sie sich. „Damals kannte mich noch keiner“, berichtet sie und schiebt nach: „Das war nicht enttäuschend, im Gegenteil ich konnte erst einmal beobachten, was im Gemeindeparlament so abgeht.“

Von 1997 an war sie dann ununterbrochen im Gemeindeparlament. Auch wenn Fraktionsvorsitzender Dr. Uwe Ewerdwalbesloh dort mit seinen brillanten Reden immer die Nummer eins war, ist die FDP Schmitten ohne Utta Dommes kaum vorstellbar. Sie war es, die immer die meisten Einzelstimmen bei den Wählern holte. „Wir sind eben immer unter den Leuten“, meint sie und schließt ihren Mann mit ein. Besonders beliebt ist Utta Dommes bei den älteren Semestern. Wer kennt sie nicht, die Vorsitzende des Seniorennetzwerks Silbergrau? Die soziale Komponente entspricht ihrem Naturell und die hat sie in all den Jahren auch bei den Liberalen mit eingebracht, wo immer es ging.

Unnachgiebig blieb sie immer bei ihrem Lieblingsthema „Tourismusförderung in Schmitten“ und gibt zu: „Es ist enttäuschend, dass das so zerredet wurde und verlaufen ist.“ Als langjährige Vorsitzende des Ausschusses mit dem langen Namen, der sich auch mit dem Tourismus beschäftigt, hätte sie gerne mehr bewegt. „Jetzt sollen die Jüngeren sich die Zähne ausbeißen“. Aber erst einmal muss die FDP, die derzeit nur zwei Sitze in der Gemeindevertretung hat, wieder ins Parlament kommen, denn eine neue politische Kraft in Schmitten könnte der derzeit kleinsten Fraktion die Plätze streitig machen.

Vielleicht haben die Liberalen deswegen ihr langjähriges Zugpferd bekniet, wenigstens auf dem letzten Listenplatz zu kandidieren oder für eine halbe Legislaturperiode. „Ich will es nicht mehr und wenn ich diesen Kompromiss eingegangen wäre, hätte die Gefahr bestanden, dass ich aufgrund meiner Beliebtheit wieder nach oben gewählt worden wäre“, sagt Utta Dommes.

Die 76-Jährige bleibt dabei: „Die Jüngeren sollen ihre Chance haben, auch wenn mein Ausstieg schwierig wird.“ Die Gefahr, dass die FDP aus dem Schmittener Parlament fliegen könnte, sieht sie übrigens nicht. Die Neuen müssten eben ein bisschen kämpfen und dabei werde sie sie gerne unterstützen. Wenn die FDP an ihrem Walkampfstand auf Stimmenfang gehe, sei sie natürlich dabei. Quasi als vertrauensbildende Maßnahme, denn die bisherigen Anhänger von Utta Dommes sollen den Liberalen auf keinen Fall verloren gehen.

Als Schriftführerin bleibt sie selbst auch der FDP-Ortsgruppe weiterhin treu und verspricht: „Ich bin ja nicht weg.“

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