Die "Top 10" der Freien Wähler für die Wahl zur Gemeindevertretung mit Fraktionschef Bernd Müller (2. v. l.) Parteichef Markus Hammer (3. v. l.) und Spitzenkandidat Götz Esser (5. v. l.).
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Die "Top 10" der Freien Wähler für die Wahl zur Gemeindevertretung mit Fraktionschef Bernd Müller (2. v. l.) Parteichef Markus Hammer (3. v. l.) und Spitzenkandidat Götz Esser (5. v. l.).

Listenparteitag

Ab jetzt ist Wahlkampf

  • Harald Konopatzki
    vonHarald Konopatzki
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Die Freien Wähler schalten auf Angriff. Beim Listenparteitag am Freitag wurden nicht nur die Kandidaten für Gemeindevertretung und alle 13 Ortsbeiräte nominiert. Auch die Eckpunkte des Wahlprogramms wurden vorgestellt.

Es hat schon etwas von der Vorfreude auf Weihnachten: Seit einiger Zeit tickert auf der FWG-Homepage ein Countdown, der am Tag der Kommunalwahl am 6. März um 0.00 Uhr abläuft. Eine wichtige Duftmarke setzte die Wählergemeinschaft 141 Tage (und rund zwei Stunden) vorher: Da stand fest, wer bei den Kommunalwahlen antreten wird – und welche Maßstäbe die FWG setzen will.

„Die 37 Prozent von 2011 ausbauen“, gab Parteichef Dr. Markus Hammer als Ziel aus und schwor seine Mitglieder bei der Gelegenheit gleich auf die anstehenden Aufgaben ein. „Ab jetzt stellen wir auf Wahlkampfmodus um. Es gibt von anderen ja ohnehin schon die ersten Tritte gegen das Schienbein“, schickte Hammer, der den Chefposten der FWG im Januar nach dem Tod von Klaus-Peter Datz zum zweiten Mal übernommen hatte, nach.

Auch wenn er beim Listenparteitag keine Zahl nennen wollte: Ziel sei es, nach der Kommunalwahl noch breiter aufgestellt zu sein als derzeit. Nun ist die FWG bereits stärkste Kraft in der Gesamtgemeinde, und von einer absoluten Mehrheit zu träumen, ging dem Parteichef dann doch nicht über die Lippen. Aber in den Ortsbeiräten, so Hammer, habe man definitiv noch Luft nach Oben. In einem wahren Wahlmarathon unterstrichen die 43 stimmberechtigten Mitglieder in der Gemündener Linde diese Ambitionen.

Es fanden sich tatsächlich Kandidaten für alle 13 Ortsteile, und auch die Liste für die Gemeindevertretung ist mit 32 Kandidaten für 27 Plätze überbesetzt.

Ganz oben kandidiert Parlamentschef Götz Esser gefolgt von Fraktionschef Bernd Müller und Parteichef Hammer. Mit Jens Heuser, der Mann für Wirtschafts- und Finanzfragen auf der vier, Otfried Mohr (5) und Stephanie Rühl (6) folgen weitere bekannte Gesichter. Überraschend nicht mehr auf der Liste: Karin Achenbach, die sich 2011 noch auf dem fünften Platz der Liste wiederfand.

Die Top-10 der aktuellen Liste komplettieren stattdessen FWG-Neuling Matthias Rumpf, Rolf Graefe, Marc Dreyer („Ich will nicht nur über die Politik meckern, sondern sie selbst mitgestalten“) und Mario Lauth.

Auch wenn sich am 6. März nur 27 Namen tatsächlich auf der Liste finden werden, lohnt ein Blick auf Listenplatz 32. Dort findet sich FWG-Urgestein und Ex-Bürgermeister Hartmut Haibach, dessen Name nur dann auf dem endgültigen Stimmzettel auftauchen wird, wenn fünf Kandidaten zurückziehen oder verhindert sind.

Das hat einen guten Grund. Der Grandseigneur der FWG wurde 2011 vom letzten auf den sechsten Platz kumuliert – lehnte das Mandat jedoch ab. So etwas soll es, geht es nach der Parteispitze, 2016 nicht geben. Zähl- oder Schattenkandidaten enthalte der Wahlvorschlag der FWG nicht, wie Hammer erklärte. Denn auch wenn eine Legislaturperiode lang sei und man nie wisse, was passieren könne: „Alle die auf den Listen antreten haben vor, sich fünf Jahre lang der Verantwortung zu stellen“, betonte der Parteichef. Auch bei den Ortsbeiräten seien die Spitzenkandidaten Willens, den Ortsvorsteher zu stellen. Hammer geht dabei mit gutem Beispiel voran und ließ sich für den Ortsbeirat auf den ersten Platz setzen.

Apropos Ortsbeiräte: Da ist die FWG breit aufgestellt. Selbst für Cratzenbach, das derzeit kein solches Gremium hat, fanden sich mit Robert Scholz und Andreas Nau zwei Kandidaten für die drei zu vergebenden Sitze. Einzig in Gemünden steht mit Dirk Radzei trotz „mehrerer Runden, die Götz Esser durch den Ort gedreht hat“, ein Einzelkämpfer zur Wahl. Hammer: „Das sehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es ist zwar schön, dass wir auch dort einen Kandidaten gefunden haben, es zeigt aber auch, dass es schwer ist, etwas zu bewegen, wenn der Draht erst einmal gerissen ist.“

Andernorts sieht es wesentlich besser aus. In Mauloff etwa, wo sich dieses Mal vier Kandidaten auf dem Wahlvorschlag finden. „Da ist es im Ortsbeirat etwas ruhig geworden, das soll sich ändern!“, forderte der Spitzenkandidat für Mauloff, Norbert Göbel. Stefan Bommersheim, der bislang für die FWG in dem Gremium saß, tritt erneut an, allerdings auf dem dritten Platz.

Eine Änderung gibt es auch in der Hochburg Niederlauken, wo sechs FWG-Kandidaten für fünf Plätze antreten. Auf Rang fünf findet sich Noch-Ortsvorsteher Roland Pietzonka, der angekündigt hat, das Amt nicht mehr übernehmen zu wollen. Stattdessen hofft Stefan Gröger auf die Chance, künftig dem Ortsbeirat vorzustehen.

Wie sich die Listen manchmal finden, zeigte sich am Beispiel Winden: Zwei Kandidaten treten für die FWG an. Der eine ist Heiko Uhlig, der aus Niederlauken in den Ortsteil gezogen ist. „Und dann hatten wir im Sommer seitens der Gemeinde noch eine toll besuchte Bürgerversammlung in Winden. Es war genau eine Bürgerin da“, erinnerte sich Götz Esser. Diese Frau war Irene Maier. Ein Gespräch habe das andere ergeben, so Esser. Am Ende wurde aus der interessierten Bürgerin eine Kandidatin.

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