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Beim Käsefest gibt es wieder viele Spezialitäten.

Usingen zu teuer

Käsefest geht nach Wehrheim

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Das Käsefest zieht weiter. Nachdem es den Hessenpark verlassen hat, kehren das Käsehaus und die Fuchshöfe nun auch Usingen in diesem Jahr den Rücken. Zeit und Kosten seien dafür verantwortlich, heißt es. Ob’s eine Abkehr auf Dauer ist, steht noch in den Sternen.

Nun ist es amtlich: Das Käsefest kommt nach Wehrheim. In Usingen hatten es die Spatzen zwar bereits von den Dächern gepfiffen, dass Manfred Seuss vom Wehrheimer Käsehaus und seine Partner in diesem Jahr das Käsefest nicht mehr in der Buchfinkenstadt ausrichten. Nun erklärte Seuss auf Nachfrage der Taunus Zeitung: „Der Termin steht, und es findet in Wehrheim statt.“ Datum ist Sonntag, der 17. September, Ort: der Wehrheimer Festplatz.

Doch anders als bisher wird das Wochenende ein ganz Hessisches. Angefangen mit einem Comedy-Abend am Freitag, 15. September, für den namhafte Künstler wie Martin „Maddin“ Schneider oder Michael Quast angefragt sind. „Zusagen haben wir aber noch nicht, da die endgültige Entscheidung erst jetzt gefallen ist“, sagte Seuss. Die Veranstaltung „Blaues Böckchen“, die im vergangenen Jahr noch im Bürgerhaus die Zuschauer lockte, zieht am Samstag, 16. September, auf den Festplatz, an dem tags darauf etwa 40 Käsereien zu Tisch bitten. Ein 600-Mann-Zelt bietet Schutz vor Wind und Wetter.

Usingen den Rücken zu kehren, hatte in diesem Jahr gleich mehrere Gründe. „Zum einen waren es die Termine“, schilderte Seuss. Im September habe die Buchfinkenstadt bereits die Laurentiuskerb auf der Agenda. „Da wären wir zeitlich zu nah dran“, sagte Seuss. Am zweiten Juni-Wochenende hat Wehrheim die Gewerbeschau zu stemmen, an der das Käsehaus auch teilnimmt. Folglich komme dort auch kein Termin in Frage, „und danach wird es für das Käsefest zu heiß“.

Temperaturen zwischen 15 und 17 Grad seien optimal, deshalb habe Seuss das Fest bis 2016 immer im September auf die Beine gestellt. Ein weiterer Grund sind aber auch die Kosten, die das Fest in Usingen bei den Veranstaltern verursacht hatte. Gebühren im vierstelligen Bereich für Umleitungen und Sperrungen waren angefallen. Das Planungsbudget von 10 000 Euro sei in Usingen damit überschritten worden. Usingens Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) zeigte sich ein wenig enttäuscht über die Entscheidung, „aber wir können da mit städtischen Mitteln nichts machen“, sagte er auf Nachfrage. Die Stadt habe sich in ihrer Ausrichtung auf die großen Veranstaltungen wie Familienfest, Kerb und Weihnachtsmarkt fokussiert.

Die Entscheidung für Wehrheim müsse aber nicht das grundsätzliche Aus für Usingen bedeuten, machte Seuss deutlich. Denn der Gewerbeverein, namentlich Ralf Müller, hatte bereits in Gesprächen mit dem Käsehaus signalisiert, dass der Verein eventuell im kommenden Jahr eine Art Sponsoring übernehmen würde. Zumindest sei es vorstellbar.

Müller war vor dem Hintergrund der Schwierigkeiten, die es beim verkaufsoffenen Sonntag gegeben hatte, von der Entscheidung überrascht, dass das Käsefest in diesem Jahr nicht nach Usingen kommt. Die Allianz für den freien Sonntag hatte bis zuletzt versucht, einen verkaufsoffenen Sonntag zu verhindern und sich dabei auch auf die fehlende Tradition berufen. Am Ende gab’s den verkaufsoffenen Sonntag dann aber doch, allerdings ohne die bis dato übliche Werbung. Aus Sorge, dass die Kunden am Ende vor verschlossenen Türen stehen.

Alles umsonst gewesen? „Ich sage ja nicht, dass wir nicht mehr nach Usingen gehen“, betonte Seuss. Ihm und den Fuchshöfen gehe es in erster Linie um eine Senkung der Ausgaben. Kosten für eine Straßensperrung oder die Desinfizierung der Pagodenzelte, wie sie in Usingen anfielen, gebe es in Wehrheim nicht.

Die Gemeinde komme den Veranstaltern mit der Beschilderung und Parkplatzausweisungen entgegen, so dass zumindest auf dieser Seite keine Kosten entstehen.

Für Seuss stehen nun die Detailplanungen wie die Buchung der Künstler im Vordergrund. „Und war wichtig, dass das Fest nicht ausfällt, sonst fängt man bei der Werbung wieder ganz von vorne an. Und wie sich gezeigt hat, folgen uns die Leute“, gibt sich Seuss ganz zuversichtlich.

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