Kampf der BI gegen Windkraft geht weiter

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Nachdem am Samstag im Windpark Weilrod in „Dur“ die Einweihung der Anlage gefeiert worden war, wurden nur ein paar Hundert Meter weiter im Hasselbacher Kulturforum eher Töne „in Moll“ angeschlagen.

Die Bürgerinitiative (BI) Rennstraße hatte zu einer Informationsveranstaltung zum aktuellen Stand der Planungen der Windparks Kuhbett und Laubach/ Hartmannsholz eingeladen, weit über 100 Windkraftgegner aus Weilrod, insbesondere Hasselbach, aber auch aus Gemeinden des benachbarten Kreises Limburg/Weilburg waren gekommen.

Reinhold Kilb und Joachim Weimer (Haintchen) warnten eindringlich vor einer „Umzingelung“ durch Windkraftanlagen und den von diesen ausgehenden, auch gesundheitsgefährdenden Auswirkungen. Weimer zweifelte Aussagen von ABO-Wind an, wonach der Windpark Weilrod nach anfänglichen technischen Problemen inzwischen wirtschaftlich arbeite und die Prognosen teilweise sogar übertreffe. ABO-Invest, die 80 Prozent Anteile des Windparks hält, mache „Minus“ und mit „Minus“ ließen sich keine Schulden abbauen, betonte Weimer, der Zweiflern riet, sich im Internet zu informieren. Dort seien die Bilanzen einsehbar.

Weimer lobte zwar die von der Weilroder Gemeindevertretung zuletzt gefassten Beschlüsse, weder zum Windpark Kuhbett, noch zu dem am Laubus/Hartmannsholz beitragen zu wollen, bezweifelte aber deren Zielführigkeit, zumal der Gemeindevorstand versucht habe, sich im Bezug auf Laubus/Hartmannsholz „ein Hintertürchen offenzuhalten“. In Weilmünster habe der Bürgermeister zur Durchsetzung seiner Windkraftpläne versucht, das Parlament mit nachweislich falschen Informationen über eine angebliche Kooperation mit Weilrod zu überrumpeln und zu täuschen. In Bad Camberg sei den Ortsbeiräten bedeutet worden, sie mögen von Unterschriftensammlungen Abstand nehmen, woran sich die Ortsbeiräte Dombach und Schwickershausen aber nicht gehalten hätten.

Nach der Strategie, mit der sich die BI dem drohenden Bau der Windparks entgegenzustemmen gedenke, befragt, machte Reinhold Kilb keinen Hehl daraus, dass die Erfolgsaussichten nicht gerade rosig seien: „Man nennt uns nicht einmal die geplanten Standorte der Windmühlen und auch in die avifaunistischen Gutachten erhalten wir keinen Einblick.“ Dabei sei zumindest der Windpark Kuhbett bereits beschlossene Sache, Ende 2016, da ist Kilb sich sicher, werden sich dort die ersten Windräder drehen. Der Anfang September errichtete Windmessmast habe bezüglich Kuhbett nur Alibifunktion. Gemessen, oder heruntergerechnet würden dort längst die Bedingungen für Laubus/Hartmannsholz“.

Kritisch setzte sich Kilb auch mit der Rolle von Hessen Forst auseinander. Das Forstamt Weilmünster sei der Treiber in der ganzen Angelegenheit und versuche offensichtlich mit aller Macht, so viele Windräder wie möglich zu errichten. Der für Windkraft in Weilrod zuständige stellvertretende Forstamtsleiter, Thomas Götz, habe es zwar “ geschickter angestellt“, werde, wenn sich die Möglichkeit im Laubus/Hartmannsholz ergeben sollte, aber sicher jede Chance der Beteiligung nutzen.

Die BI will trotz ungünstiger Rahmenbedingungen keinesfalls kapitulieren. Nach wie vor gelte es, alle Kräfte zu mobilisieren und Druck auf die Planer auszuüben, damit sie doch noch vom Bau der Anlagen gleich jenseits der Gemeinde-, aber auch der Regierungsbezirksgrenzen ablassen. „Wir wollen denen richtig Arbeit machen“, sagte Kilb und rief die Bürger auf, von dem am Ausgang ausliegenden, 13-Punkte-Mustereinspruch Gebrauch zu machen.

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