Der Kapitän gibt den Takt vor

In nur zwei Stunden Führungsqualitäten entwickeln, das geht. Ein Tanzkurs Discofox macht es möglich.

Von TATJANA SEIBT

„Auf jedem Schiff gibt es einen Kapitän – und das ist in diesem Fall der Mann“, machte Wolfgang Redlich deutlich. Damit hatten die Tanzpaare die wichtigste Lektion gelernt. Zwei Stunden brauchten sie, um in Sachen Discofox auf dem Parkett eine gute Figur abzugeben. Nicht alles waren blutige Anfänger, wie die Paare bereits zu Beginn des Kurses bei den Tanzsportfreunden Wehrheim-Neu-Anspach einräumten. Doch für viele war zumindest einiges neu. Der Kapitän, beim Tanzen also der Mann, der die Richtung angibt, sollte aber zunächst das Schiff (die Frau) durch den Saal führen.

Ein wenig versetzt hinter ihr, die rechte Hand locker auf ihrer rechten Schulter ruhend. So mancher ruhte sich da auf der weiblichen Schulter regelrecht aus und übernahm auch gleich noch die Funktion des Ruders, wenn Frau mal wieder woanders hinwollte als der Kapitän. Redlich legte nach. „Das ist noch keine Tanzhaltung, sondern nur der Versuch, paarweise eine Haltung einzunehmen“, erklärte er mit einem Augenzwinkern. Er ermuntere die Paare, weiterhin nicht nur im Saal zu kreisen, sondern auch mal die Richtung zu ändern. Nachdem die ersten Übungen bestanden waren, zeigte Redlich dann auch die Grundschritte.

Das Besondere beim Discofox: Er lässt sich wahlweise auf einen Dreiviertel oder Viervierteltakt tanzen. „Schritt, Schritt, Tepp“, zeigte Redlich die einfachen Grundschritte, die sich in vielen Variationen tanzen lassen. Wichtig: Die Frauen starten rechts, die Männer links, der letzte Schritt bleibt ohne Belastung. Auch das stellte noch keine Mühen dar und war eher eine leichte Trockenübung. Vom Grundschritt einzeln brachte Redlich die Tänzer dann auch schnell zum wirklichen Paartanz, gemeinsam über die Fläche, ohne Rempeln und möglichst ohne einander auf die Füße zu treten. Letzteres war bei getanzten Drehungen schon eher eine Herausforderung. „Die Frau geht immer gerade nach vorne“, erklärte Redlich. Die Aufgabe des Mannes: elegant ausweichen, ohne sich auf die Füße treten zu lassen. „Discofox lässt sich auf fast alles tanzen und zu nahezu jedem Anlass“, wusste der Tanzlehrer. Damit stelle der Tanz so etwas wie die universelle Geheimwaffe all jener dar, die zwar grundsätzlich nichts gegen Tanzen haben, aber nicht wirklich firm darin sind. „Im Discofox ist man zwar taktlos, aber rhythmisch unterwegs“, scherzte Redlich, der zu Drehungen und Wicklungen kam. Die Teilnehmer entwickelten schnell sichtlich Spaß an den Schritten, Variationen und Möglichkeiten.

Und am Ende hatten dann doch alle Kapitäne den Rang eines Admirals erreicht und steuerten ihre „Schiffe“ mühelos durch die musikalische See und den Saal.

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