Viele weiße Flecken

Kein schnelles Internet für Teile von Schmitten und Arnoldshain

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Schnelles Internet gibt es ab Oktober auch in Nieder- und Oberreifenberg. Doch es gibt auch Orte in Schmitten, die davon nur träumen können.

Nach und nach bekommen auch die Schmittener schnelles Internet. Die Deutsche Telekom baut bis Oktober ihr Netz im Vorwahlbereich 06082 aus und erhöht das Tempo für rund 1400 Haushalte in Ober- und Niederreifenberg.

„Das neue Netz wird so leistungsstark sein, dass telefonieren, surfen und fernsehen gleichzeitig möglich sind. Auch das Streamen von Musik und Videos oder das Speichern in der Cloud werden bequemer“, verspricht das Unternehmen. Das maximale Tempo beim Herunterladen steigt auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) und beim Hochladen auf bis zu 40 MBit/s.

Dazu verlegt die Telekom rund drei Kilometer Glasfaser und stellt sieben Verteiler auf oder stattet sie mit moderner Technik aus. Wenn zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Verteiler das Kupfer- durch Glasfaserkabel ersetzt wird, erhöht sich die Übertragungsgeschwindigkeit erheblich. Die Glasfaser wandelt das Lichtsignal in ein elektrisches Signal um, das wird über das bestehende Kupferkabel zum Anschluss des Kunden übertragen. Vectoring macht die Leitung schnell. Diese Technik beseitigt elektromagnetische Störungen und erhöht die Bandbreiten.

„Die Telekom wertet mit der geplanten Investition nicht nur unsere Gemeinde, sondern jedes einzelne Grundstück im Ausbaugebiet auf“, sagt Schmittens Bürgermeister Marcus Kinkel (FWG). „Wir wissen, wie wichtig ein leistungsfähiger Internet-Anschluss ist, deshalb treibt die Deutsche Telekom seit Jahren den Breitband-Ausbau nach Kräften voran“, so Hans Czorny, Regionalmanager der Telekom.

Nach Kräften heißt bei der Telekom offensichtlich: Wenn es sich rechnet. Auch der private Anbieter Nexiu kümmert sich seit Februar in vielen Ortsteilen darum, dass die Bürger in Sachen Internet nicht abgehängt werden. Zusätzlich bietet ein Vertriebspartner für das „Funknetz HG“ Lösungen via Richtfunk für besonders schlecht verkabelte Kunden an. Doch rechnen muss es sich für jeden Anbieter. Deshalb haben Bewohner oder Homeworker in Teilen von Schmitten und Arnoldshain immer noch ganz schlechte Karten. Mehr als 16 MBit/s im Download und 2,4 MBit/s im Upload geht da nicht. Wie Pressesprecher George-Stephen Mc Kinney bestätigte, ist in diesen beiden Ortsteilen derzeit kein weiterer Netzausbau geplant. Er betonte aber: „Während alle anderen Anbieter irgendwie unsere Wege nutzen, sind wir die einzigen, die auch neue Wege erschließen.“

„Idyll frisst Bandbreite“, stellte er bedauernd fest. Denn theoretisch ließe sich die Schnelligkeit dadurch erhöhen, dass die Highspeed-Technik LTE über Mobilfunk zugeschaltet wird. Doch wenn, wie bei Julia und Thomas Krügers im Bornfeld in Arnoldshain, nicht einmal das Handy funktioniert, ist auch das keine Option.

Für Vermögensberater Ralf Dieckmann im Grabenwiesenweg reicht das von der Telekom angebotene Datenvolumen aus, um mit dem Zentralrechner zu kommunizieren. „Auch privat funktionieren Streaming in HD Qualität, You Tube und TV via Internet ohne Abbruch.“ Aber wenn es für ihn schnelles Internet gebe, würde er auf jeden Fall zugreifen. „Denn wenn in der Familie mehrere gleichzeitig im Netz unterwegs sind, könnte es eng werden.“

(evk)

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