Keine Windkraftanlage am Langhals

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In ihrem gestern vorgelegten Entwurf hat die Obere Naturschutzbehörde aufgrund eines Gutachtens den angedachten Windkraft-Standort Langhals gestrichen.

In ihrem gestern vorgelegten Entwurf hat die Obere Naturschutzbehörde aufgrund eines Gutachtens den angedachten Windkraft-Standort Langhals gestrichen. Die Begründung lautete: Aus Rücksicht auf die Luftfahrtsicherheit (der Luftsportclub Bad Homburg betreibt in der Nähe einen Flugplatz) und den Vogelschutz. Denn in diesem Gebiet sei der Rotmilan heimisch.

Allerdings: Dieser Entwurf ist für das weitere Vorgehen erst einmal völlig irrelevant. Denn vorerst läuft ein Verfahren beim Regierungspräsidium nach Paragraph 35 (Privilegiertes Verfahren im Außenbereich), in dem entschieden wird, ob in Neu-Anspach Windkraftanlagen gebaut werden dürfen, oder nicht. Das heißt: Der Regionalplan käme laut Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU) sowieso erst nach Ende dieses Verfahrens zum Zuge.

Doch die Mitglieder der Bürgerinitiative N.o.W. jubeln bereits jetzt, denn „wenn, dann“ wird jedenfalls der Standort Langhals außen vor sein. Doch bis dahin, wie gesagt, sind es noch einige Schritte. Der erste ist abzuwarten, wie der RP entscheidet. Und falls bis Ende August keine Entscheidung gefallen ist, soll es einen Bürgerentscheid geben, sagt der Neu-Anspacher Bürgermeister.

Darin soll geklärt werden, ob die Bürger für oder gegen die an den Stadtgrenzen Richtung Schmitten geplanten Anlagen – Biemerberg, am Todtenkopf, am Klingenberg und an den Polnischen Köpfen – sind. Sollte es ein Bürgerbegehren gegen das Vorgaben geben, könnte im nächsten Schritt der Vertrag mit der juwi gekündigt werden. „Die Frage lautet aber: Wollen wir das?“, sagt der Bürgermeister im Gespräch mit der TZ. Die N.o.W. fragt sich etwas anderes. Nämlich: Warum die juwi bisher so wenig Engagement sowohl im Hinblick auf das Genehmigungsverfahren zeigt, als auch bei der Ausweisung der Vorrangfläche, obwohl sie doch als einer der besten Standorte Deutschlands beschrieben wurde.

Sollten die juwi und die Neu-Anspacher Politik weiterhin am Vorhaben Windkrafträder festhalten, wolle sich die Bürgerinititative jedenfalls mit einer entsprechenden Kampagne vorbereiten.

Die Windressourcenkarte des Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zeigt, das im Vergleich zu den umliegenden Landkreisen vor allem der Hochtaunus für Windkraft in Frage kommt. Und im Regionalverband sind daher 13 Vorrangflächen für Windräder im Hochtaunus ausgewiesen. In zwei Schritten wollen die Mitglieder der Verbandskammer, der 75 Kommunen angehören, den ersten Entwurf beschließen. Ende des Jahres ist eine zweite Offenlage vorgesehen, mit der Möglichkeit zum Einspruch.

(cwa)

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