DRK-Bereitschaftsleiter Rolf Schmitt und Hanna Dippel sind froh, dass die Kleidercontainer nicht mehr im Hof stehen, sondern direkt neben dem Gehweg an der Hattsteiner Allee 10.
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DRK-Bereitschaftsleiter Rolf Schmitt und Hanna Dippel sind froh, dass die Kleidercontainer nicht mehr im Hof stehen, sondern direkt neben dem Gehweg an der Hattsteiner Allee 10.

Usinger DRK will Müll-Problem in Griff bekommen

Kleidercontainer am alten Standort als "Deponie" missbraucht

  • vonEvelyn Kreutz
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Weil immer mehr Bürger nicht nur alte Kleider sondern auch Sperrmüll am Standort der DRK-Kleidercontainer in Usingen abgeladen haben - auch gerne Hausmüll und alte Möbel - wurden diese nun so versetzt, dass man mit dem Auto nicht mehr anfahren kann.

Usingen. Seit vergangener Woche stehen die DRK-Kleidercontainer in der Hattsteiner Allee 10 nicht mehr auf dem Hof, sondern direkt hinter dem Gehweg an der Straße. "Hintergrund war die zunehmende Vermüllung auf dem Gelände", erläuterte Birgit Hahn. Die litt mit ihren Helfern von Aufgetischt besonders unter dieser Situation.

Denn in den Containern landeten die Altkleider und davor, daneben und dahinter wurden Müllsäcke und Sperrmüll abgestellt. Ganz Dreiste stopften ihren Müll einfach in die Container. Dagegen half auch nicht, dass der Hof zum Beladen der Container seit Sommer vergangenen Jahres nur noch zu bestimmten Zeiten befahren werden durfte.

"Zuletzt haben die Mitglieder der DRK-Bereitschaft eine Tonne Müll teuer entsorgt", so Hahn. Dabei hätten die 18 Aktiven wichtigere Aufgaben. In Absprache mit dem Kreisverband hat Bereitschaftsleiter Rolf Schmitt zusammen mit Wolfgang Grau in einem Arbeitseinsatz zunächst einen Teil der Mauer neben der Einfahrt abgerissen und den Boden geebnet. Im zweiten Schritt haben mehrere Helfer die sechs Container umgesetzt.

Jetzt kann außer den Fahrern von Aufgetischt niemand mehr ohne Schlüssel in den Hof fahren. "Das Tor bleibt zu", sagte Hahn und ergänzte: "Ich denke, wir kriegen das jetzt in den Griff." Denn sie hofft, dass niemand es wagt, direkt an der Straße seinen Müll abzuladen. Dort würde es auch eher auffallen, wenn jemand versucht die Container mit Sachen, die da nicht hineingehören, vollzupacken.

Andersherum gilt natürlich auch, wie auf der Homepage des DRK nachzulesen ist: "Altkleider gehören nicht in den Müll - denn Altkleider helfen zu helfen." Zumal Textilien mit synthetischen Stoffen wie Polyester oder Polyamid laut Deutschem Abfallgesetz als Sondermüll einzuordnen sind und die Umwelt belasten, wenn sie im Hausmüll landen. Ein Teil der gut erhaltenen Kleiderspenden aus den Containern geht in die Kleiderkammern des DRK. Der größere Teil, meist beschädigte und nicht mehr tragbare Textilien, geht an eine Verwertungsgesellschaft, die die wertvollen Rohstoffe weiterverarbeitet. Daraus entstehen zum Beispiel Fußmatten, Autositzbezüge oder Putzlappen. Fünf Prozent der gesammelten Kleidung werden in zentralen Katastrophenschutzlagern nach Klimazonen getrennt bereitgehalten. Mit dem Erlös unterstützt das DRK seine Jugendarbeit, den Suchdienst, die Kleiderkammern und die ehrenamtlichen Bereitschaften oder schafft Ausrüstung für den Katastrophenschutz an.

Übrigens gibt es in allen Usinger Stadtteilen DRK-Kleidercontainer: In Usingen außer in der Hattsteiner Allee 10 in der Wilhelm-Martin-Dienstbach-Straße 32 vor dem DRK-Heim, in der Mozartstraße 5 am Parkplatz hinter dem Taunusbad, in der Emminghausstraße am ehemaligen Tengelmann Parkplatz und am Bauhof in der Weilburger Straße. Der Container in Eschbach steht in der Straße Zum Steinkopf in der Nähe des Friedhofs, der in Michelbach in der Hubertusstraße 26/28, der in Wernborn an der Eichkopfhalle am Parkplatz Bürgerhaus, der in Kransberg am Wellenhaag/Ecke Mühlweg, der in Merzhausen an der Sporthalle auf der Rückseite der Rauschpennhalle und der in Wilhelmsdorf am Herrengarten gegenüber dem P&R Parkplatz.

Was Birgit Wieland-Fermor und ihr 15-köpfiges Helferteam vom Usinger DRK-Kleidershop in der Kreuzgasse 1a zu kleinen Preisen verkauft, stammt übrigens nicht aus den Containern. Im Shop kann zu den Öffnungszeiten auch gut erhaltene Kleidung abgegeben werden. Der Kleidershop Usingen ist seit 11. Mai wieder regulär geöffnet, und zwar montags bis freitags von 10 bis 12.30 Uhr und dienstags und donnerstags von 15.30 bis 18 Uhr. Die Maskenpflicht ist zu beachten. Derzeit gibt es ausreichend Frühlings- und Sommerware. Evelyn Kreutz

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