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Historisches Gespann: Heike Nicodemus mit der Traversflöte und Maximilian Mangold mit einer Biedermeier-Gitarre spielten Werke aus der Zeit Mozarts.

„Das klinget so herrlich“

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Das Duo Heike Nicodemus an der Traversflöte und Maximilian Mangold mit historischer Gitarre, bot ein vielseitiges Programm mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart und anderer Komponisten aus seiner Zeit.

„Die höchstmögliche Freude, ein Stück Himmel auf Erden“, und den querflötenden Alten Fritz vor Augen, wünschte Hausherr Diakon Joachim Pauli den Besuchern des Allegro Konzertes in der katholischen Kirche und freute sich, dass diese erneut zu den Spielorten des Musikfestes im Taunus gehört.

Das moderne Gotteshaus war Schauplatz für historische Instrumente und „Mozart und seine Zeit“, so der Titel des Konzerts mit Heike Nicodemus an der Traversflöte und Maximilian Mangold an der Gitarre. Beide stellten zwischendurch ihre Instrumente kurz vor: Bei der Flöte handelte es sich um eine barocke Traversflöte und bei der Gitarre um eine Biedermeiergitarre, so die Musiker. Mozart und seine Zeit, das bedeutete, dass die Künstler Werke aus dem späten 18. Jahrhundert und dem frühen 19. Jahrhundert ausgesucht hatten – sprich, aus der Zeit des Rokoko und der Klassik. Mit dem Salzburger Genie begann das Spiel mit einem gewissen Wagnis.

Denn Mozart komponierte keineswegs Gitarrenstücke, und für die Kombination Flöte-Gitarre ausgerechnet Opernarien auszusuchen, war schon mutig. „Oh ihr Mädchen zur Liebe geboren“, und „Gib mir die Hand mein Leben“ waren zwei von fünf Arien aus Don Giovanni. Wäre dazu ein Brautpaar durch den Mittelgang zum Altar geschritten, hätte es wohl niemanden verwundert, denn das Projekt Mozart-Arien auf der Flöte hatte schon etwas vom Begleitprogramm zu einer Hochzeit aus dem musizierenden Familienkreis. Der Musiker Fernando Sor verstand sich ausgesprochen gut auf Kompositionen für die Gitarre, und auch er hatte sich Mozart vorgenommen.

„Das klinget so herrlich“ aus der Zauberflöte war Gegenstand seiner Variationen. Und es klang auch herrlich, denn Mangold konnte sich dabei allein präsentieren – was auch hervorragend gelang, obwohl die Biedermeiergitarre, für den, der die moderne Bauart im Ohr hatte, grundsätzlich etwas blass blieb. Aber das war absolut kein Manko.

Ferdinando Carulli hat ein Mozart-Quintett für Gitarre und Flöte arrangiert, und zwei Sätze waren daraus zu hören und nach einer Konzertpause jeweils vier Sätze von Francesco Molino (1775-1847), der viel für Gitarre und für Flöte und Gitarre geschrieben hat. Und zum Schluss erklang noch die Bearbeitung der Mozart-Sonate in A-Dur KV 331/332 in vier Sätzen.

Beide Künstler gelten als ausgewiesene Virtuosen auf ihren jeweiligen Instrumenten und wurden diesem Ruf auch während des Konzerts gerecht. Dennoch wirkte das Zusammenspiel eher technisch unterkühlt, als dass man eine Liebesheirat daraus hätte ableiten können. Vielleicht war es auch nur die biedermeierliche Steifheit, die zur historischen Attitüde gehört.

Dennoch war das Konzert ein bereicherndes Mosaiksteinchen im Musikfestprogramm, wobei die Traversflöte als Holzbläser-Verwandte den Bezug zum Thema „Schalmeienklänge“ wahrte.

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