Kommentar: Mal übers Kleingärtchen hinaus schauen

  • vonMonika Schwarz-Cromm
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Wenn finanzielle Erhöhungen für den Bürger drohen, dann stehen sie auf der Matte des politischen Geschehens. Aber nur dann. Das ist menschlich und verständlich.

Wenn finanzielle Erhöhungen für den Bürger drohen, dann stehen sie auf der Matte des politischen Geschehens. Aber nur dann. Das ist menschlich und verständlich. Auch bei den gesamten Gesprächen zu den Kindergartengebühren waren bisher immer Elternvertreter anwesend, denen in allen Ausschüssen sogar Redefreiheit gewährt wurde. Bewusst tagte daher die aktuelle Sozialausschuss-Sitzung im Bürgerhaus, um genügend Platz für die zu erwartenden Eltern zu bieten.

Dass manch einer dieser Gäste einen dicken Hals auf die Politiker hat, war an ihren Gesichtern während der Sitzung und der langen Diskussion deutlich abzulesen. Und als Kurt Solz von einer Gebühren-Sicherheit auf tariflicher Ebene über Jahre sprach, die derzeit lediglich zu einem Sechstel von den Eltern übernommen werden soll, da konnten die Eltern nur noch lachen.

Sieht so demokratisches und verständnisvolles Miteinander aus? Denn Solz hatte gar nicht so unrecht. Im vergangenen Jahr wurde noch von den Elternvertretern bei den gleichen Diskussionen versichert, die Tariferhöhungen mit auffangen zu wollen. Nicht alle der jetzigen Eltern waren damals dabei. Denn der Elternbeirat verändert sich ja ständig mit dem Heranwachsen der Kinder.

Dennoch sollte sich jeder an Vereinbarungen, wenn auch nur mündlich getroffen, erinnern.

Wenn aber das Interesse nicht über den eigenen Suppentellerrand hinaus reicht, dann versteht man die Tatsache, dass alle Eltern sich sofort nach dem Tagespunkt Kindergartengebühren verabschiedeten. Passend war es dennoch nicht. Denn das, was danach beraten wurde, hätte ihnen die Augen geöffnet für die Probleme der Kommune. Denn nicht aus Eigennutz und Böswilligkeit wäre es nötig, die Kindergartengebühr zu erhöhen, sondern einzig aus der Notwendigkeit heraus, den Etat auf sichere Beine zu stellen. Ein wenig mehr politisches Interesse für die Zukunft würde den Eltern stehen und sie auch als interessierte Mitbürger glaubwürdiger erscheinen lassen.

schwarz@cromm.net

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