Kommt das Verkehrschaos?

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Die FDP sieht im Fachmarktzentrum am Neuen Marktplatz eine Chance für Usingen. Doch nicht alles ist toll.

„Wir begrüßen den Beschluss zur Offenlegung der Planung zur Neugestaltung des Neuen Marktplatzes“, vermeldet die FDP und begrüßt die Bürgerversammlung, die am kommenden Mittwoch (19 Uhr) in der Mensa der Christian-Wirth-Schule Bürgern die Chance bietet, sich zu informieren.

Nach eingehender Analyse komme man zu der Einschätzung, dass das Projekt eine Chancen für eine in die Zukunft gerichtete Stadtentwicklung biete, so FDP-Chef Gerhard Brähler. Insbesondere die städteplanerisch gelungene Verbindung zwischen Neuem und Altem Marktplatz über eine komfortabler ausgestattete Wegeverbindung zwischen beiden Plätzen sei geeignet, Publikum in die Innenstadt zu ziehen. Das am Neuen Marktplatz entstehende „Forum“ zwischen den neuen Gebäuden biete eine deutlich höhere Aufenthaltsqualität im Vergleich zum heutigen Zustand.

Die Belebung des Neuen Marktplatzes werde davon abhängen, ob für den Kunden interessante Geschäfte gewonnen werden. Eine Verlagerung bestehender Geschäfte vom Riedborn in die neuen Verkaufsflächen werde nur „als zweit- oder drittbeste Lösung angesehen“. Das neue Projekt könne nur dann seine volle Wirkung für die Kernstadt entfalten, wenn es gelinge, die im Einzelhandelsgutachten aufgeführten schwächer besetzten oder in unattraktiveren Räumen untergebrachten Branchen neu anzusiedeln.

Die eigentliche Problematik des Projektes liege in den Folgen für den innerstädtischen Verkehrsfluss. Das Verkehrsgutachten komme zu dem Ergebnis, dass an den neuralgischen Punkten (Bahnhofsstraße, Wilhelmijstraße, Schlossplatz, Obergasse/Neutorstraße, Neutorstraße/Zitzergasse) die Verkehrsabwicklung gerade eben noch bewältigt werden könne, wenn am Schlossplatz und an der Einfahrt zum Neuen Marktplatz je eine Ampelanlage installiert wird. „In der Zusammenfassung des Gutachtens wird auf die Umgehungsstraße verwiesen, die den Durchgangsverkehr aus den Innenstadtstraßen herausnehmen und zu einer Verbesserung der Verkehrsflüsse führen soll“, führt Brähler aus. Der im Westerfelder Weg (Zufahrt aus Richtung Schleichenbach) vermutlich neu entstehende Verkehrsstrom und seine Wirkung auf die Anlieger dieser Wohnstraße werde im Verkehrsgutachten jedoch völlig ausgeblendet.

Das Berechnungsgefüge des Verkehrsgutachtens bleibe unklar. „Exakt gezählt wurden im Herbst 2014 die Verkehrsströme an allen neuralgischen Punkten der Innenstadt. Spekulativ sind die Zuschläge, die sich durch die allgemeine Zunahme des Verkehrs bis 2020 ergeben“, so die FDP. Spekulativ seien die Zuschläge, die aus dem Ziel- und Quellverkehr des Neuen Marktplatzes resultieren. Der im Gutachten angesetzte Faktor 1,1 pro Quadratmeter Verkaufsfläche des Lebensmittelmarktes als Grundlage der sehr ausdifferenzierten weiteren Berechnung kann die FDP nicht nachvollziehen.

Die Gesamtbeurteilung des Projektes hänge in hohem Maße von der Aufklärung der Verkehrsfolgelasten ab. Hierzu werde in einer gesonderten Sitzung der zuständigen Ausschüsse noch viel Arbeit zu leisten sein. Einzubeziehen seien Überlegungen, inwieweit die Schaffung einer zweiten Zufahrt aus Richtung der Neutorstraße hilfreich sein könnte. Außerdem sollte das System der Einbahnstraßen in der Innenstadt überdacht werden. Erst wenn es gelinge, für den Verkehr eine Lösung zu finden, könne das Gesamtprojekt auch beurteilt werden.

(uko)

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