Zahlreiche Mitglieder hatte der Präsident Jens Kröger (rechts) zu ehren.
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Zahlreiche Mitglieder hatte der Präsident Jens Kröger (rechts) zu ehren.

Usinger Schützen planen bereits große Feste in 2022

Konzept für die 600-Jahr-Feier steht

  • vonTatjana Seibt
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Der Usinger Verein hat in zwei Jahren für sich ein ordentliches Paket geschnürt. Denn nicht nur die Laurentiuskerb ist dann zu schultern, auch der große Geburtstag fordert alle Kräfte

Große Ereignisse werfen auch beim Usinger Schützenverein 1422 seine Schatten voraus. Denn in 2022 will der Verein sein 600-jähriges Bestehen feiern. Dafür gab's von den Mitgliedern in der Jahreshauptversammlung den Segen.

Für den Verein wird das Jubiläum in doppelter Hinsicht eine Herausforderung, "denn wir wissen heute noch nicht, wie es dann tatsächlich mit allen Bestimmungen und Verordnungen aussieht", sagte Präsident Jens Kröger im Gespräch mit dieser Zeitung. Ob Corona dann noch eine Rolle spielt oder nicht, ob es eine Kerb geben wird oder nicht, all das sei zum jetzigen Zeitpunkt vollkommen unklar. "Deshalb werden wir auch jetzt noch keine Verträge schließen", so Kröger weiter.

Geplant ist aber, dass sich die Laurentiuskerb eine Woche nach dem runden Geburtstag anschließt. "Eine entsprechende Genehmigung von der Stadt haben wir bereits." Dadurch wollen die Schützen die bereits vorhandene Logistik nutzen, um so Synergien zu bilden, "denn anders werden wir das sonst gar nicht stemmen können." Im großen Festzelt soll es am Freitagabend einen gemütlichen Abend mit live Musik geben, für den Samstag ist dann der Festabend angedacht.

Am Sonntagvormittag soll es einen Umzug durch die Stadt geben und den Ausklang im Zelt. Innerhalb der Feierlichkeiten soll auch der Deutsche Schützenbund zusammen kommen und auch das Bundestreffen der ältesten Schützenvereine nach Usingen verlegt werden. Kurzum: die Stadt wird voll. Sofern es die Pandemie bis dahin zulässt.

Und in der Zwischenzeit? "Da kümmern wir uns um die Standsanierung", sagte Kröger. Der 50 und 100-Meter-Stand muss auf Vordermann gebracht, sprich saniert werden, wofür der Verein zwischen 60 000 und 90 000 Euro bereit stellt. Ein Teil der Arbeiten soll in Eigenleistung im kommenden Jahr übernommen werden, "aber das Gros müssen wir vergeben."

Ziel sei es, die Sanierung zwischen acht und zehn Wochen abzuschließen und das so zu legen, dass die sportlichen Wettkämpfe davon nicht beeinträchtigt sind. Und die sind in der Tat auch ein guter Grund, sich um die Erhaltung der Anlage zu kümmern, denn sportlich sind die Schützen auch im vergangenen Jahr wieder einmal sehr erfolgreich gewesen, wie aus dem Jahresrückblick hervorging.

Mitgliederzahlen steigen weiterhin an

Das wiederum dürfte auch ein Grund dafür sein, dass der Zuspruch zum Verein sehr gut ist. Denn aktuell zählen die Usinger Schützen 381 Mitglieder, Tendenz steigend. Den größten Zulauf hat der Verein in den vergangenen drei bis vier Jahren gehabt. Und wer denkt, dass die Schützen mit ihrem Sportangebot wie lang und Kurzwaffen aber auch Bogen und Blasrohr schon alles ausgeschöpft haben, der unterschätzt den äußerst kreativen Verein und Vorstand.

Denn da geht noch was. So soll auf längere Sicht hin das Schießen auf bewegliche Ziele realisiert werden, was wiederum zwar insgesamt kein Novum wäre, im Usinger Land wird allerdings eine solche Möglichkeit noch nicht angeboten. Darüber hinaus soll auch der Bogenparcours in Zukunft olympischen Anforderungen standhalten können. Das wiederum sei nichts, was sich kurzfristig realisieren lasse, wie Kröger betont, mittelfristig sei aber das bereits in den Köpfen angelegt und die ersten Gedanken dazu im Fluss.

Kurzfristig, sprich die Planungen für dieses Jahr, sehen allerdings immer noch recht überschaubar aus nachdem zunächst alle Veranstaltungen abgesagt werden mussten. Um den Vereinsbetrieb einigermaßen am Leben zu lassen, haben die Schützen vor dem kleinen Vereinsheim ein Zelt aufgebaut, in dem unter geltenden Vorschriften, 30 Personen Platz haben.

Königsehrung im Freien

Kantinenbetrieb und Feiern können derzeit aber nicht stattfinden, "dafür sind die Räume zu eng", so Kröger. Die Königsehrung soll aber dennoch ausgetragen werden, allerdings in Form einer "Zieh dich warm an-Party", sprich im Freien. Da könne dann auch der Abstand gewahrt und die Corona-Vorschriften eingehalten werden.

Auch eine Wanderung werde man anbieten, alle anderen Veranstaltungen bei denen sich die Schützen stets gerne getroffen haben, um auch das gesellige Zusammenleben zu pflegen, mussten gestrichen werden. Der Sportbetrieb sei zwar langsam wieder angelaufen, doch eben nicht wie gewohnt, sondern ohne den angenehmen, geselligen Teil.

Für das kommende Jahr würde der Verein zwar gerne zum gewohnten Ablauf zurückfinden, "aber das hängt auch stark von den Vorschriften ab", betonte Kröger. Tatjana Seibt

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