+
Adrian Stadtaus informierte, bevor er die Sammler zur Suche auf die Wiese schickte.

Pflanzensuche in Brombach

Kräuterkammer mit Weiltal-Blick

  • schließen

Wie wäre es im Frühjahr mit einem Taunus-Eintopf? Die Zutaten gibt es zum Teil gratis in der Natur. Auf einer Wildkräuterwanderung erfuhren die Teilnehmer viel über Vitaminbomben aus der Natur, aber auch über die Gefahren, die manche Pflanzen bergen.

Bevor der Mensch Pflanzen kultivierte und sie auf Äcker, Beete und Plantagen zwang, bediente er sich im Garten der Natur, die gleichzeitig auch seine Apotheke war. Die Natur hat auch heute noch einiges zu bieten, und was sich gerade anschickt, auf Wiesen und an Wegrändern zu sprießen und was davon genießbar ist, erfuhren rund 30 Teilnehmer einer vom Naturpark Taunus angebotenen Wildkräuterwanderung.

Körbchen mitzubringen war vorher empfohlen worden, und so hatten es die meisten auch gemacht. Die einen hatten Kleinere in der Hand, andere Große am Arm. Aber: „Grundsätzlich sollte man nur so viel sammeln, wie man auch verzehren kann“, schickte der Naturparkführer voraus.

Dies war Adrian Stadtaus, der einmal im Jahr diese Führung anbietet, und das, wie er sagte, schon zum 16. Mal. Die Wiesen rund um Brombach kennt er daher so gut wie kein anderer, und Treffpunkt für die zweieinhalbstündige Exkursion war die Luthereiche an der Weilstraße gleich gegenüber der Tankstelle. Bevor er seine „Kräuterkammer“ ansteuerte, gab er noch grundsätzliche Informationen weiter – über die Gefahr des Fuchsbandwurms beispielsweise sowie die Giftigkeit von Pflanzen: „Wenn man sich nicht sicher ist, stehen lassen!“, lautete die wichtigste Botschaft.

Mit dem Naturparkführer auf Tour zu gehen, lohnte sich nicht nur der Kräuter wegen. Gerade der Samstag zwischen Karfreitag und Ostersonntag bescherte den Kräutersammlern Bilderbuchwetter und bot von der Kräuterwiese einen wunderbaren Ausblick in das Weiltal. Um diesen genießen zu können, waren zunächst einige Höhenmeter zu überwinden. Steil aufwärts führte der Weg durch ein Seitental der Weil.

Die Wiese allerdings war von anderen allerdings schon vorher abgesucht worden, und die hatten ihre Spuren hinterlassen. Wildschweine waren am Werk gewesen, hatten es aber weniger auf Wildkräuter abgesehen, so dass dem Vorhaben doch nichts im Wege stand. Die Natur allerdings lässt es in diesem Frühjahr langsam angehen, deshalb riet der Führer: „Augen auf.“ Nur so waren die zarten Blättchen des Scharbocks-Krauts nicht zu übersehen.

Mit dem fing Stadtaus an. Er erklärte, was es mit der Pflanze auf sich hat und zeigte ihre Abbildung in einem Pflanzenbuch. „Nicht mehr essen, wenn sie blüht!“, sagte er, aber solange dies nicht der Fall ist, sind die Blätter wahre Vitamin-C-Bomben. Auch hatte er vorgesammelt und gab die kleinen herzförmigen Blätter zur Anschauung herum. Dann wies er an gleicher Stelle noch auf den Wiesen-Sauerampfer hin, der ebenfalls viel Vitamin C enthält und den Speiseplan besonders in der Nachkriegszeit bereichert hatte. Aber auch er hat seine zwei Seiten, denn seine Oxalsäure ist schädlich.

Spitzwegerich, Breitwegerich, Löwenzahn, die Große Brennnessel, die Vogelmiere und der Waldsauerklee waren weitere Pflanzen, die gesammelt wurden, aber die Natur hat im Frühjahr noch weit mehr zu bieten als Kräuter, die auf Wiesen- oder Waldböden wachsen. Blüten und Blätter von Sträuchern beispielsweise. Und Holunderblüten, Brombeerblätter haben es ebenso in sich wie die Himbeere oder die Gemeine Fichte.

Egal, wer was und wie viel schließlich in seinem Körbchen nach Hause tragen konnte, Stadtaus hatte für alle noch ein Blatt mit Rezepten dabei – beispielsweise für einen bunten Wildkräutersalat, eine Sauerampfer-Suppe oder einen Taunus-Eintopf aus Brennnessel, Löwenzahn, Spitzwegerich, Gänseblümchen mit Kartoffeln, Kabanossi und Muskatnuss.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare