Kunst gekonnt platziert

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Unter dem Motto „Kunst in der Kirche“ hat Frank Sigbert Felgenhauer im ältesten Gotteshaus des Hochtaunuskreises in Arnoldshain Bilder und Skulpturen ausgestellt. Zur Vernissage stellten begeisterte Besucher fest: Ja, das passt wunderbar.

Einen ungewöhnlichen aber besonders reizvollen Ausstellungsort hatte sich der Niederreifenberger Künstler Frank Sigbert Felgenhauer ausgesucht. Seine überwiegend farbenfrohen Bilder sowie Arbeiten aus Ton, Keramik, Holz und Speckstein waren in der frisch renovierten evangelischen Kirche in Arnoldshain zu sehen.

„Danke, dass Sie unsere 801 Jahre alte Kirche so schön machen“, sagte Pfarrer Christoph Wildfang in seiner Begrüßung. Er freute sich, dass die neue Beleuchtung die Werke besonders gut zur Geltung bringen und war überrascht, über das breite Spektrum Felgenhauers. Seine Bilder von schönen Frauen seien in gewisser Weise wie Spiegelbilder, in denen man sehen könne, wie schön Gott die Menschen gemacht habe. Besonders angetan war Wildfang von einem im Monotypie-Verfahren hergestellten farbenfrohen Bild, in dem man eine Kirche erkennen konnte. „So bunt, hell und fröhlich ist das eigentlich ein Traum von Kirche, die sonst oft so düster, bedrückend und bedeutungsschwanger dargestellt wird“, sagte der Pfarrer.

Wie Felgenhauer dazu erläuterte, sei es immer auch vom Zufall abhängig, was bei dieser Technik entstehe und was man darin deute. „Dort wo ich Figuren sehe, verstärke ich diese noch ein bisschen, aber das ganze muss schnell gehen, solange die Farben noch feucht sind.“

Überhaupt gebe es wenige Bilder an denen er Tage oder Wochen lang arbeite, denn so lange halte eine bestimmt Stimmung selten an, erzählte Felgenhauer, der beim Malen Aquarell- und Acrylfarben vorzieht.

Als Kind einer Schneidermeisterin habe er in jungen Jahren schon Kleiderentwürfe koloriert. Dann habe er die künstlerische Betätigung Jahrzehnte lang ruhen lassen und erst nach seiner Rente sehr intensiv aufgegriffen. Seine Fähigkeiten hat der ehemalige Elektrotechniker in leitender Stellung in Kursen bei der „Hochschule für Gestaltung“ in Offenbach, der „Städelschule“ in Frankfurt sowie einigen Künstlern privat oder über die Volkshochschule erworben.

Neben der Malerei widmet er sich mit viel Herzblut auch der Bildhauerei in Marmor, Keramik und Holz sowie Ton- und Glasarbeiten. Seine künstlerische Ader kam ihm auch beim Platzieren der Arbeiten in der Kirche zugute. Gelungen hat er Tiere aus Speckstein wie sie in der Arche Noah hätten sein können, auf dem alten Steinaltar in der Nische vor dem Glasfenster ausgestellt. Es sei aber nicht so einfach gewesen, manche Bilder dorthin zu bekommen, wo sie hinsollten. „Um ein Bild zu hängen habe ich genauso lange gebraucht wie sonst für eine ganze Ausstellung“, verriet er. An die Kanzel hätte er leicht etwas hängen können und gedurft, aber das sei für ihn nicht in Frage gekommen. Was die Besucher ohne Fragen zu müssen ahnten, waren Felgenhauers bevorzugte Urlaubsorte, wie Motive von Menschen und Märkten, Strand und Meer offenbarten.

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