Steil geht&#39s für die Radler auf dem offiziellen Schulweg in Usingen bergab, wie Ellen Enslin und Rüdiger Maas bei einer Tour zeigten. Die gesamten Radwege in Taunus nimmt nun die SPD ins Visier.
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Steil geht's für die Radler auf dem offiziellen Schulweg in Usingen bergab, wie Ellen Enslin und Rüdiger Maas bei einer Tour zeigten. Die gesamten Radwege in Taunus nimmt nun die SPD ins Visier.

Radwegebau und Neuplanungen im Taunus brauchen mehr politischen Willen

Landtagsabgeordnete Elke Barth fragt nach

  • Nina Fachinger
    vonNina Fachinger
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"Antwort der Landesregierung ist reine Papierverschwendung"

Hochtaunus -Die SPD-Landtagsabgeordnete Elke Barth hat den Stein mit einer Anfrage an das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen Ende Mai ins Rollen gebracht, die Frage war: Wie kommt der Ausbau der Radwege an Bundes- und Landesstraßen im Hochtaunuskreis voran?

Doch als ihr im September die Antwort vorlag, war sie ernüchtert: "Die Beantwortung umfasst zwar inklusive der beigefügten Tabellen ganze 36 Seiten, aber auch nur, weil bei der Beantwortung nicht die konkreten Maßnahmen im Hochtaunuskreis, sondern sämtliche Maßnahmen in Hessen aufgeführt wurden", so Barth, die das als Papierverschwendung kritisiert. Das Ergebnis sei mager.

"Im Hochtaunuskreis finden sich lediglich fünf Maßnahmen (...) in Planung, alle im Status "Vorentwurf", davon 5,6 Kilometer als Neubau und drei Kilometer als Verbreiterung. In den vergangenen Jahren ( die Frage war, wie viele Radwege seit 2008 saniert oder gebaut wurden; Anm. d. Red.) wurde nicht eine einzige Sanierungsmaßnahme durchgeführt." Es geht um die Radwege entlang dieser Straßen und Orte: B 456 (Bad Homburg/Dornholzhausen/L 3041), L 3019 (Oberursel-Weißkirchen nach Frankfurt Riedberg, Altenhöferallee), L 3019 (Kalbach, Weißenkirchner Berg, nach Frankfurt Bonames), L 3041 (B 456 nach Friedrichsdorf-Köppern) und L 3041 (Lochmühle nach Köppern.

Magere Ausbeute

Diese Zeitung hat erneut beim Straßenverkehrsamt Hessen Mobil nachgefragt. Und immerhin die Auskunft erhalten, dass voraussichtlich 2022 der Radweg im Zuge der L 3019 Kalbach-Bonames umgesetzt werde.

Ein Radweg, der den Hochtaunuskreis berührt und der im Rahmen einer Verwaltungsvereinbarung zwischen Hessen Mobil und der Stadt Eschborn durch Eschborn schon früher umgesetzt werde, verlaufe an der L 3367 zwischen Eschborn-Niederhöchstadt und Steinbach, teilt Hessen Mobil mit. Das Baurecht über das Entfallen der Planfeststellung liege voraussichtlich Ende des Jahres vor, so dass ab 2021 gebaut werden könne (geschätzte Kosten 600 000 Euro). "Damit wäre dieses der erste Radweg der Sanierungsoffensive des Landes, der im Hochtaunuskreis fertiggestellt wird."

Für die aufgezählten Radwege im Hochtaunuskreis gibt es in keinem Fall eine Verwaltungsvereinbarung, also keiner dieser Radwege wird durch eine Kommune, sondern alle von Hessen Mobil geplant. Zu diesem Thema schreibt das Ministerium in der Antwort auf die Anfrage: "Die den Kommunen angebotene Zusammenarbeit ist für beide Seiten von Vorteil: Das Land wird bei der Umsetzung von Radwegemaßnahmen durch die Kommunen unterstützt, und die Kommunen profitieren durch die neue Infrastruktur in ihrer Gemarkung, die früher realisiert werden kann. Bereits 19 Kommunen haben eine entsprechende Vereinbarung mit Hessen Mobil getroffen."

Vorentwürfe in Arbeit oder Fertigstellung

Doch was ist der Sachstand bei den fünf Radwegeprojekten im Hochtaunuskreis? Im Falle des Radweges Bad Homburg-Dornholzhausen, es geht um 1,3 Kilometer und rund 450 000 Euro Kosten, läuft noch die Bearbeitung des Vorentwurfs. Eine Abstimmungen mit Trägern öffentlicher Belange (Forst, Wasserbehörde, Naturschutzbehörde) sowie mit Grundeigentümern sei noch erforderlich. "Der Abschluss des Vorentwurfs ist derzeit für Mitte 2021 vorgesehen, anschließend wird das Baurechtsverfahren (Planfeststellung) eingeleitet."

Am teuersten mit 1,3 Millionen geschätzten Kosten ist der Radweg von Weißkirchen-Frankfurt-Riedberg (es geht um 1,4 Kilometer entlang der L3019). "Die Vorentwurfsunterlagen befinden sich in der Fertigstellung, die Einleitung des Baurechtsverfahrens ist für Anfang 2021 vorgesehen", so Hessen Mobil.

Ebenfalls entlang der L 3019 geht das 1,1 Kilometer lange Radwegteilstück vom Weißenkirchner Berg (Kalbach) bis Frankfurt-Bonames. "Dieser Radweg liegt nicht im Hochtaunuskreis, sondern im Stadtgebiet Frankfurt. Die Vorentwurfsunterlagen befinden sich in der Fertigstellung, die Einleitung des Baurechtsverfahren ist für Ende 2020 vorgesehen", teilt Hessen Mobil dazu mit. Allerdings hatte das Wirtschaftsministerium auch diesen Radweg im Hochtaunuskreis angesiedelt.

Da das Baurecht voraussichtlich mit Entfallen der Planfeststellung hergestellt werden könne, sei die baulichen Umsetzung bereits für 2022 geplant, so Hessen Mobil. Das Projekt koste voraussichtlich 750 000 Euro.

Die beiden letzten Radwege-Projekte sind eigentlich zwei Abschnitte eines Radweges und liegen entlang der L 3041 zwischen Köppern und der Lochmühle. In beiden Fällen hat sich allerdings nicht viel getan.

Keine Verzögerung durch Corona

Zum ersten Bauabschnitt des Radwegs, 1,8 Kilometer zwischen B 456 und Köppern heißt es: "Die Variantenuntersuchung im Rahmen des Vorentwurfs ist noch in Bearbeitung, Abstimmungen mit Trägern öffentlicher Belange (Forst, Wasserbehörde, Naturschutzbehörde) sowie mit Grundeigentümern sind noch erforderlich." Der Abschluss des Vorentwurfs sei für Mitte 2021 vorgesehen.

Von den weiteren Abstimmungen und den aus der Planung resultierenden Betroffenheiten wird Art und Dauer des anschließenden Baurechtsverfahrens abhängen. Geschätzte Kosten: 700 000 Euro.

Der Radweg (2. Bauabschnitt), der entlang der L 3041 von der Lochmühle nach Köppern führt ist schon da. Er soll aber erneuert und verbreitert werden. Der Vorentwurf sei in Bearbeitung, Abstimmungen mit Trägern öffentlicher Belange seien noch erforderlich. Der Abschluss des Vorentwurfs sei für Ende 2021 vorgesehen, Anfang 2022 werde das Baurechtsverfahren (Planfeststellung) eingeleitet. Geschätzte Kosten 400 000 Euro.

Die Corona-Pandemie habe vor allem in der Zeit von März bis Juli 2020 dazu geführt, dass Abstimmungstermine mit Fachfirmen und weiteren an der Planung Beteiligten zum Teil verschoben werden mussten, so Hessen Mobil auf die Frage, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf den Ausbau hatte. Da aber vielfach alternative Kommunikationswege beschritten worden seien, habe dies letztlich nicht zu nennenswerten Verzögerungen der Projektzeitplanung geführt. Nina Fachinger

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