Ute Kaspar erfüllt sich Wunsch

Lange von einer Werkstatt geträumt

  • Anja Petter
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Malen, stricken, töpfern: In der Werkstatt von Ute Kaspar können sich kreative Menschen ausleben. Und das immer dann, wenn sie Lust dazu haben.

Keine Frage: Ein Fachwerkhaus mit seinen niedrigen Decken, offen liegenden Balken und knarzenden Holzböden hat Charme. Ute Kaspar hat einem kleinen Häuschen im alten Stadtkern von Anspach mit vielen Kerzen, Bildern, Kissen und einer originellen Dekoration zusätzlich noch ganz viel Gemütlichkeit verliehen. „Ich will, dass sich die Menschen hier wohlfühlen“, sagt sie. Am kommenden Montag eröffnet die Künstlerin in der Backhausgasse 10 nämlich ihre „KuK-Werkstatt“, wobei KuK für Kunst und Kreativ steht.

Mitte Juli hatte sie das Gebäude angemietet und es seitdem renoviert und eingerichtet – mit alten Möbeln, gemütlichen Sofas, gehäkelten Teppichen und kleinen Beistelltischchen. Wie im Handarbeitsraum im Erdgeschoss beispielsweise, der kreativen Menschen als Treffpunkt dienen soll. Dort können sie eine Tasse Kaffee oder Tee trinken, sich unterhalten und – denn dafür ist dieses Zimmer gedacht – stricken und häkeln.

Aber es gibt noch viel mehr Möglichkeiten, bei Ute Kaspar schöpferisch tätig zu werden. In ihrer „offenen Werkstatt“ können die Besucher malen (Acryl, Aquarell, Tusche, Kohle, Pastellkreide sowie Keramik-, Holz- und Seifenmalerei), mit Speckstein arbeiten, Mosaike gestalten, sich der traditionellen Heißwachsmalerei widmen und mit Ton modellieren. Feste Kurse bietet die 52-Jährige aber nicht an, denn: „Man soll dann kreativ sein, wenn man Lust darauf hat, und nicht dann, wenn gerade Kurs ist.“ Außerdem ermöglicht dies Interessenten, verschiedene Techniken auszuprobieren und das richtige Material für sich zu entdecken – unter Aufsicht und mit Hilfe.

Gute Anleiterin

Wer möchte, kann bei Ute Kaspar, die als Arbeitstherapeutin auch in einer sozialen Einrichtung tätig ist und sich selbst als „gute Anleiterin“ bezeichnet, Fünfer- oder Zehner-Karten kaufen und dann fünf beziehungsweise zehn Stunden in ihrer Werkstatt zubringen. „Ich kann Leute gut motivieren, und ich kann ihnen zeigen, wie sie kreativ sein können.“

Ute Kaspar selbst ist schon seit ihrem 16. Lebensjahr künstlerisch tätig. Anfangs hat sie mit Kohle gemalt, dann mit Acryl, Öl und Pastell gearbeitet. Später fing sie an, Möbel zu restaurieren. Schon lange hat sie davon geträumt, sich eine eigene Werkstatt einzurichten und mehr als ein Jahr nach einem passenden Objekt gesucht. „Das ist hier für mich eine kleine Selbstverwirklichung.“ Jetzt möchte sie, dass sich die Menschen durch die Kunst entspannen und den Stress, dem sie in der Arbeitswelt ausgesetzt sind, reduzieren. Denn: „Kreativität sorgt für ein gutes Gefühl, und es bringt Anerkennung.“

Außer dem Handarbeitsraum gibt es im Erdgeschoss des Gebäudes noch ein Büro und eine Küche. Im ersten Stock befinden sich das Atelier mit sechs Plätzen, ein Bad, in dem man praktischerweise Pinsel auswaschen und Schleifpapier reinigen kann, und der „unsaubere Raum“, wie ihn die Künstlerin scherzhaft nennt, weil dort mit Speckstein und mit Ton gearbeitet wird und es natürlich auch mal staubt und schmiert. Hier stehen vier Arbeitsplätze zur Verfügung.

Material ist in der „KuK-Werkstatt“ übrigens vorhanden und kann zum Einkaufspreis erstanden werden – auch Wolle. Es ist aber auch möglich, das, was man benötigt, selbst mitzubringen.

Die Werkstatt ist montags von 14 bis 21 Uhr, mittwochs von 9 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Wer möchte, kann einfach vorbeikommen und sich umschauen. Die erste Stunde ist kostenlos. Der Sonntag ist von 10 bis 14 Uhr Eltern mit Kindern reserviert. Hier sind Anmeldungen unter (01 73) 2 70 55 37 nötig. Weitere Informationen gibt es per Mail an kuk-werkstatt@t-online.de und im Internet auf .

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