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Da half kein Rangieren mehr, der 24-Tonner hing fest und blockierte mehrere Stunden die Weilbergstraße. Anwohner, die mit dem Auto zur Arbeit fahren wollten, waren in dieser Zeit ebenfalls blockiert.

Laster blockiert vier Stunden den Verkehr

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Ein Lkw fährt sich in einer steilen Kurve fest und legt vier Stunden den Verkehr in einem reinen Wohngebiet lahm. Die Frage muss erlaubt sein, was der Durchgangsverkehr dort zu suchen hat.

„Jetzt liegt das Kind im Brunnen“, ärgert sich Dr. Werner Templin, parteiloser Gemeindevertreter. Von seiner Dienstreise in Bonn informierte er unsere Zeitung darüber, dass ein großer Lkw gestern Morgen in der Weilbergstraße festgesteckt und den ganzen Verkehr lahmgelegt hat. Gegen weniger Verkehr hat der Sprecher der BI, die gegen die aufwendige grundhafte Erneuerung der Weilberg- und der Altkönigstraße protestiert, grundsätzlich nichts. Denn die Anwohner werden bei den Straßenbaukosten erheblich zur Kasse gebeten werden.

Ihre Straße ist ein beliebter Schleichweg, weil offenbar der kürzeste für Anwohner benachbarter Straßen und für den Durchgangsverkehr durch Oberreifenberg. Aus Sicht der Anwohner verursachen vor allem die schweren Fahrzeuge, für die die Straße gar nicht ausgelegt ist, die tiefen Schlaglöcher.

Weil es in der Vergangenheit immer wieder zu abenteuerlichen Rangiermanövern von Bussen und langen Lkws in der unteren Steilkurve kam, hatten Anwohner bei der Schmittener Verwaltung bereits einen Antrag gestellt, damit die Weilbergstraße zur Anliegerstraße umgewidmet wird. Von Bürgermeister Marcus Kinkel (FWG), dem Chef der örtlichen Straßenverkehrsbehörde, gab es eine Absage.

Die ist für Ute Templin der Grund dafür, dass Lkw-Fahrer immer wieder diese Strecke fahren. Sie hat gestern mit dem Fahrer der Spedition gesprochen, und der habe ihr versichert, dass er einen anderen Weg gesucht hätte, wenn die Straße für den Schwerverkehr gesperrt sei. So aber sei er von der Autobahn kommend vom Navigationsgerät dort entlang zum Lidl-Markt in Niederreifenberg gelotst worden und habe zu spät erkannt, dass er nicht mehr weiterkommt.

Die Befreiungsaktion dauerte dann rund vier Stunden. Anwohner mussten erst ihre am Straßenrand parkenden Autos wegfahren, damit überhaupt zwei Abschleppfahrzeuge einer Firma aus Frankfurt-Höchst mit Seilen das Fahrzeug sichern und langsam aus der Kurve ziehen konnten. So lange war auch die Stichstraße, die dort abzweigt, blockiert, und die Bewohner konnten nicht zur Arbeit fahren. Sie schickten Fotos an ihre Arbeitgeber, um den Grund für ihre erhebliche Verspätung glaubhaft zu dokumentieren. Bisher nicht erreichbar für unsere Zeitung war die Familie Mann, deren Grundstücksmauer erheblich beschädigt wurde.

Ute Templin ist sicher, bei winterlichen Straßenverhältnissen wäre so ein 24-Tonner mit Sattelauflieger bestimmt den Steilhang hinuntergerutscht. Sie hat auch das Schmittener Ordnungsamt und die Polizei über den Vorfall informiert. Der Familie Templin geht es darum, solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.

Wie Sabrina Fellenstein von der Schmittener Straßenverkehrsbehörde mitteilte, ist dazu ein neuer Antrag nötig. Ihr liegen die Unterlagen vom ersten Versuch, aus der Weilbergstraße eine Anliegerstraße zu machen, vor. Die Sache sei abgeschlossen. „Aber der aktuelle Vorfall kann andere Strandpunkte eröffnen.“

Wenn es einen neuen Antrag gebe, würden erneut Stellungnahmen vom regionalen Verkehrsdienst der Polizei eingeholt. Der prüfe, ob bestimmte Maßnahmen machbar oder sinnvoll seien. Dies könnte ein Durchfahrtsverbot für alle Nichtanlieger oder nur für den Schwerlastverkehr sein.

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