RMV-Chefplaner Thomas Busch, RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat, Landrat Ulrich Krebs und VHT-Geschäftsführer Frank Denfeld informieren über die anstehende Elektrifizierung der Taunusbahn.
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RMV-Chefplaner Thomas Busch, RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat, Landrat Ulrich Krebs und VHT-Geschäftsführer Frank Denfeld informieren über die anstehende Elektrifizierung der Taunusbahn.

Taunusbahn

„Die Lebensader des Hochtaunuskreises“

  • vonMatthias Pieren
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Seit Mai steht fest: Die S5 fährt ab dem Fahrplanwechsel 2019/2020 bis Usingen. Der RMV informierte nun Mandatsträger der Kommunen aus dem Usinger Land über das Gesamtpaket „Elektrifizierung der Taunusbahn“.

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Rhein-Main-Gebiet boomt dank steigender Bevölkerungszahlen und brummender Wirtschaft. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) rechnet deshalb auf den regionalen Entwicklungsachsen mit einem Fahrgastplus von durchschnittlich 12 Prozent bis 2020.

Für den Hochtaunuskreis und insbesondere für die Taunusbahn fallen die Prognosen sogar noch besser aus. „Wir erwarten bezüglich der Taunusbahn eine Steigerung von weiteren 3000 Fahrgästen an Werktagen“, sagte RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat bei einer Informationsveranstaltung vor eingeladenen Kommunalpolitikern aus dem Usinger Land.

Werktag für Werktag fahren heute bereits mehr als 10 000 Fahrgäste in der Taunusbahn. Mehr sind – gerade im Berufs- und Schülerverkehr in den Morgen und Abendstunden – nicht mehr zu befördern. „Die Taunusbahn ist die Lebensader des Hochtaunuskreis“, so Ringat. „Sie ist aber an der Kapazitätsgrenze angekommen.“

Damit es nicht zu einer weiteren Verstopfung dieser Lebensader kommt, hat der Kreistag im Mai die Elektrifizierung der Taunusbahn bis Usingen beschlossen. Ab dem Fahrplanwechsel 2019/2020 fährt damit die S5 von Frankfurt bis in die ehemalige Kreisstadt.

„In einem zweiten Schritt folgt dann bis 2028 die weitere Elektrifizierung bis Grävenwiesbach“, versicherte Ringat. Nach Angaben von RMV-Chefplaner Thomas Busch laufen dafür bereits die Untersuchungen. „Ausschlaggebender Grund für die Einführung des S-Bahn-Verkehrs zwischen Usingen und Frankfurt ist die erreichte Kapazitätsgrenze der bisherigen Dieseltriebzüge“, erläuterte Busch. „Die S-Bahn-Triebzüge können mehr Fahrgäste befördern.“

Zudem seien die ersten Triebwagen der 1992 privatisierten Taunusbahn – das sind die eckigen Züge der Baureihe VT/VS 2E – bereits seit fast 25 Jahren in Betrieb und damit am Ende ihrer Leistungsmöglichkeiten angekommen. Zum Fahrplanwechsel 2019/2020 hätten neue Fahrzeuge angeschafft werden müssen.

Warum die Taunusbahn nicht gleich bis nach Grävenwiesbach elektrifiziert werde, lautete erneut eine der Fragen von Grävenwiesbacher Kommunalpolitikern. „Wir können den verlängerten S-Bahn-Betrieb bis Usingen mit unserem bestehenden Fahrzeug-Pool abdecken. Für einen S-Bahn-Verkehr zwischen Frankfurt und Grävenwiesbach hätten wir neue Triebfahrzeuge anschaffen müssen“, erläuterte Busch.

Doch erst im Jahr 2028 stehe der Kauf einer größeren Stückzahl neuer S-Bahnen zu günstigen Stückpreisen an. Zu diesem Zeitpunkt sieht der RMV dann auch die Elektrifizierung der Taunusbahn bis nach Grävenwiesbach vor. Auf Anfrage garantierte Busch zudem, dass die derzeit von Brandoberndorf / Grävenwiesbach bis Frankfurt verkehrenden Direktzüge (Verstärkerzüge im Dieselbetrieb bis Hauptbahnhof) auch parallel zum S-Bahnbetrieb bis Usingen angeboten werden.

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