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Sabine Wagner dankte der Frauenbeauftragten Ute Harmel (rechts) herzlich für die Möglichkeit, sich und ihre Arbeit vorzustellen

Facereading

Lesen im Gesicht des Menschen

„Facereading“, das Lesen aus Gesichtern und Einschätzung des Gegenübers, ist ein spannendes Feld. Trainerin Sabine Wagner stellte nun bei Off Limits ihre Arbeit vor und stieß auf faszinierte Teilnehmerinnen.

Von Tatjana Seibt

„Sie ist ein kommunikationsfreudiger Mensch. Ihr kann man Geheimnisse anvertrauen. Sie plappert auch gerne, und dann muss man einen geschickten Weg finden, sie wieder zum Schweigen zu bringen. Sie ist ein durchgeplanter Mensch, der richtig genießen kann.“ Nein, Sabine Wagner kannte die Frau vor ihr nicht. Nicht näher zumindest, und doch reichte ein intensiver Blick, um wesentliche Merkmale ihres Charakters und ihrer Eigenschaften zu benennen.

Die Menschenkenntnistrainerin aus Taunusstein war am Freitagabend zu Gast bei Off Limits, dem Frauentreff der Frauenbeauftragten im Rathauscafé und hatte dabei Interessantes zu berichten. Denn die (Gesichts-) Physiognomie, wie der Fachbereich genannt wird, in dem es ums Gesichterlesen geht, „wobei der Körper auch eine zentrale Rolle spielt“, ist ein spannendes Feld. Im Bruchteil einer Sekunde entscheiden Menschen, ob sie jemanden sympathisch finden oder nicht. Dabei spielt nicht nur die Intuition eine Rolle, sondern eben genau das, was die Menschen vor sich sehen.

Für Sabine Wagner offenbart sich aber beim Blick ins Gesicht eines Menschen noch sehr viel mehr als Sympathie oder Antipathie. Ein Blick auf die Ohren des Gegenübers verrät ihr etwas über die tiefsten seelischen Wünsche eines Menschen, Gesichts- und Kopfform etwas über die Durchsetzungsfähigkeit, seine Bedürfnisse und Eigenschaften. Ob Macher oder Mitläufer, Genießer oder Hektiker, all das liest sie in den Menschen wie in einem offenen Buch. Zunächst erläuterte Wagner dazu, was es eigentlich mit der Physiognomie auf sich hat.

Die betrachte im Wesentlichen die genetische Anlage, in welches Raum und Zeitkontinuum man geboren wurde und die innere Kraft, die für die persönliche Entwicklung richtungsweisend sei. „Diese innere Kraft gibt uns Form und Bedeutung“, unterstrich Wagner.

Und in Sachen Form gab’s endlich auch mal eine richtig gute Nachricht für all jene, die glauben, zu viel auf den Rippen zu haben. „Freuen sie sich über jede Rolle, denn je runder ein Körper ist, desto mehr Ruhe hat er auch.“ Adieu Schlankheitsideal, hin zu mehr Weiblichkeit und damit zu mehr Gelassenheit. Doch neben Körper- und Gesichtsform spielten auch die Haut und die Größe eine Rolle bei der Betrachtung von Wagner. Die Haut verrate ebenso etwas über das Wesen des Menschen wie die Gesichtskonturen. Jochbein, Lippen, Stirn und Körperumfang, alles spiele bei der Gesamtbetrachtung eine Rolle und jeder Part stehe für bestimmte Eigenschaften und Eigenarten des Charakters und Wesens.

Mutig stellten sich drei Frauen zur Verfügung, an denen Wagner ihre Fähigkeiten unter Beweis stellte. Nicht immer fühlten sich alle mit jeder Einschätzung einverstanden, gleichwohl lag die Trefferquote erstaunlich hoch. Und so gab es für die Frauen im Anschluss noch jede Menge Gesprächsstoff, nachdem sich die Frauenbeauftragte Ute Harmel mit einem Präsent bei der Referentin bedankt hatte.

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