LESERMEINUNG

Bürger werden nicht ernstgenommen Zu unserer Berichterstattung „Stefan Mühle ist raus“ (TZ vom 6.

Zu unserer Berichterstattung „Stefan Mühle ist raus“ (TZ vom 6. Februar) und dem Leserbrief von Hartmut Haibach (TZ vom 10. Februar) erhielten wir den nachstehenden Leserbrief:

Die heiße Phase des Wahlkampfes ist eröffnet und mündet in dem Leserbrief von Hartmut Haibach. Berufsbedingt hätte Stefan Mühle schon längst zurücktreten können/müssen; warum tut er es erst kurz vor der Wahl und bringt damit die CDU Weilrod in „Schwierigkeiten“? Die häufige Abwesenheit des Ortsvorstehers ließ in Hasselbach ein Vakuum entstehen, so dass äußere Kräfte stärker bestimmend sein konnten.

Circa einen Kilometer von Hasselbach entfernt, im Bereich Kuhbett, sollen sechs Windkraftanlagen (WKA) entstehen, jeweils drei WKA im Stadtwald Bad Camberg und drei WKA auf dem Gebiet von Hessen-Forst. 13 weitere sind in der Planung Richtung Haintchen/Laubuseschbach. Auch hier ist Hessen-Forst die treibende Kraft.

Bei 26 WKA auf der Grenze zu Weilrod und Hasselbach haben die betroffenen Bürger maximale Belastungen zu ertragen, werden nicht entschädigt, nicht gefragt bei der Enteignung ihrer Immobilien und ihrer Heimat, die 448 Unterschriften aus Hasselbach gegen die WKA auf dem Kuhbett werden von dem Projektierer Dunair und der Politik

nicht ernstgenommen

! In Riedelbach hingegen soll eine Umfrage stattfinden, ob man in einem Gewerbegebiet auf einen Lagerplatz schauen möchte.

Geht es Weilrod wirklich so gut wie nie zuvor? Wegen des hohen Schuldenstands schlupfte Weilrod unter den Rettungsschirm des Landes Hessen. Es wurden sechs WKA im Gemeindewald errichtet, um Einnahmen zu generieren. Die Grundsteuer B wurde kräftig erhöht (bei mir um 54,15 Euro), Kindergartenbeiträge wurden teurer und mit unserem Biomüll wird in der Biogasanlage Geld verdient. Weilrod hat sich auch an dem maroden Stromnetz der Süwag-Tochter Syna beteiligt. Mit dem Ausbau des Stromnetzes durch die Netzgesellschaft BERT und Syna soll die Windenergie in unserer Region in den nächsten Jahren weiter vorangetrieben werden. Wurden diese Entscheidungen wirklich zum Wohle der Weilroder Bürger getroffen?

Der Wähler erwartet von den Weilroder Parteien, die sich am 6. März zur Wahl stellen, eine klare Aussage zum weiteren Ausbau der Windkraft. Bisher hat sich nur die CDU Weilrod in ihrem Wahlprogramm klar gegen weitere WKA auf Weilroder Gemeindegebiet und den angrenzenden Kommunen ausgesprochen.

Vor der Kommunalwahl 2011 machte die SPD Weilrod die Aussage: „Wir werden bei der Windkraft nicht wackeln.“ Im Frühjahr 2012 begann das Wackeln doch, und im Herbst 2012 ist die SPD-Fraktion umgefallen.

Evelyn Nyenhuis-Wilde

Hasselbach

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