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Licht aus, Spot an!

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Von: Evelyn Kreutz

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Themenprojekte sind das Erfolgskonzept von Chorona Reifenberg. Volles Haus hatte der Projektchor bei seiner Konzertshow mit Hits aus den 70er Jahren.

Musikalische Zeitreisen funktionieren, das hat der gemischte Chor aus Reifenberg schon im Vorjahr mit einem Rezept gezeigt: Man studiere beliebte Ohrwürmer ein, trage dazu passende Kleidung, garniere mit Sketchen und lasse Nachrichten von damals einfließen. Auch in diesem Jahr ist das Konzept des gemischten Chores aufgegangen. Aus den 70ern gab es mehr als genug Material für eine abwechslungsreiche Show.

Der komplette Chor unter Leitung von Christian Hauck, mehr oder weniger große Gruppen und als Gäste das Udo-Jürgens-Double Andreas Schwarze sowie die Jazztanzgruppe der TSG Niederreifenberg versetzten das begeisterte Publikum in die Zeit der Schlaghosen und Plateausohlen, der langen Haare und kurzen Röcke. „Licht aus, Spot an“, so hatte Ilja Richter in der Fernsehdisco die Stars angekündigt, und so moderierte Vorsitzender Reinhold Herr auch die einzelnen Nummern an.

Zusammen mit Ilona Fritsch-Strauß, die im feschen Mini und mit Glitzerstrumpfhosen die Uschi Nerke vom damaligen Beatclub gab, führte er durch das Programm. „Das ist mit viel Herzblut gemacht und in der festen Absicht, der Perfektion ein Schnippchen zu schlagen“, verriet Fritsch-Strauß und nahm damit den Akteuren ein wenig die Anspannung.

Das Publikum hatte offensichtlich viel Spaß an Hits wie „Amarillo“, „Mamma Loo“ oder dem Abba-Welthit „Waterloo“, auch wenn im Gesamtchor mal die Intonation in Schieflage geriet oder ein unachtsamer Sänger ein ungeplantes „Hey“ in die Stille rief. Darüber konnte man hinweghören. In Eigenregie hatten mehrere Kleingruppen weitere Auftritte mit Schmusesongs, hartem Rock und eingängigem Pop vorbereitet. „Wollt Ihr Euch das wirklich antun?“, fragten die Village People vom Berg, als Zugaberufe laut wurden. Richtig klasse war ein Disco-Survival-Medley von einer Zehnergruppe, in der auch der Chorleiter mitsang. Hier passte einfach alles, und nicht nur der Fanclub aus dem Rest-Chor war aus dem Häuschen.

Andreas Schwarze aus Neu-Anspach, der Mann am Klavier, heizte kurz vor Schluss als Double des unvergessenen Udo Jürgens die Stimmung in diesem ehrenwerten Haus noch einmal an. Viel Beifall gab’s auch für die Jazztanzgruppe der TSG Niederreifenberg mit ihrem Abba-Medley und für einen knochentrockenen Loriot-Sketch, mit dem Reinhold Herr und Vorstandsmitglied Peter Schneikert in die Zeit der 70er zurückversetzten.

In diesem Jahrzehnt war aber nicht alles Friede, Freude Eierkuchen. Wie im Kalten Krieg standen sich auch auf der Chorona-Bühne zwei Protagonisten, die die USA und die UdSSR symbolisierten, wie zwei Eisblöcke gegenüber. Ach ja, 1976 verlor die Gemeinde Reifenberg ihre Selbstständigkeit, und 1971 feierte der Männergesangverein Oberreifenberg, zu dem die Chorona gehört, sein 100-jähriges Bestehen.

Trotz guter Vorsätze hatte die Show wie im Vorjahr deutliche Überlänge, aber dann war After-Show-Party angesagt mit Musik vom Band und leckerem Essen und Trinken aus den 70ern.

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