+
Lothar Rühl steht lieber selbst hinter der Kamera, so große Kästen mit Tuch wie früher nutzt er aber nicht mehr.

Welt der Fotografie

Lothar Rühl liebt Kameras: Rund 100 Exponate sind in Treisberg ausgestellt

  • schließen

Eine Ausstellung in Treisberg widmet sich der Fotografie. Der 73-jährige Lothar Rühl ist passionierter Hobbyfotograf und sammelt leidenschaftlich Kameras. Der Niederlaukener hat den Streifzug durch die Welt der Fotografie möglich gemacht.

Lothar Rühl aus Niederlauken ist beim Fotografieren längst im Digitalzeitalter angekommen. Ohne seine Panasonic ist der 73-Jährige selten unterwegs. „Die deckt so ziemlich alles ab, was mir vor die Linse kommt“, erzählt er. Fast alles. Für besondere Aufnahmen nimmt der Niederlaukener auch schon mal ein Stativ mit und das, was er eine Normalkamera nennt.

Von den rund 400 Fotoapparaten, die er gesammelt hat, kommen da nicht mehr alle in Frage, nur die mit Rollfilm. „Wegen der Entwicklung.“ In seinem Fundus aus rund 100 Jahren Kamerageschichte befinden sich auch Plattenkameras, deren Bedienung schon eine Wissenschaft für sich ist. Rühl weiß zwar noch, wie sie funktionieren, aber sie sind weder handlich noch benutzerfreundlich. Bei den frühen Modellen, als die Fotoplatten in einem unförmigen Kasten vor der Aufnahme beschichtet werden und hinterher darin entwickelt mussten, war es nichts mit Schnappschüssen.

Rühls Leidenschaft begann als er Anfang der 1960er die ersten Fotos machte. „Damals bekam ich eine hochwertige Plattenkamera, eine Rodenstock aus dem Jahr 1916 geschenkt, die hat mich infiziert“, berichtet der gelernte Elektromechaniker schmunzelnd. So ein Modell hätte er sich selbst nicht leisten können. Als der Technikfan sich 1975 kurz vor seiner Hochzeit, wo jede Mark gebraucht wurde, seine erste Spiegelreflexkamera zulegte, eine Rico von Neckermann, wagte er seiner Frau kaum zu sagen, dass er dafür 480 Mark ausgegeben hatte.

Rund 100 Exponate, neben Kameras auch Zubehör vom Belichtungsmesser über Blitzgeräte bis zur Ausstattung für eine Heim-Dunkelkammer, aber auch Filmprojektoren aus vergangenen Zeiten hat Kurator Wolfgang Ettig vom Heimatverein Treisberg für die Ausstellung bei Rühl ausgeliehen. Bei den deutschen Fabrikaten schwört Rühl auf seine Voigtländer. „Da kommen Agfa und Kodak nicht dran.“ Was dem Niederlaukener bisher noch fehlte war eine Leica. „Das hat bisher meinen finanziellen Rahmen gesprengt“, meinte er. Beim Namen Leica, machte es bei einem Besucher Klick. Der gab zu: „Ich habe zu Hause eine Leica, die ich nicht mehr nutze.“ Und schon kamen die beiden ins Handeln.

Wann seine Sammelleidenschaft begann, kann Rühl gar nicht sagen. „Ein Eckdatum gibt es nicht, es hat halt irgendwann Klick gemacht.“ Und wie kommt er zu seinen Schätzen? Er gehe viel auf Flohmärkte. „Da habe ich nur den viereckigen Blick.“ Wenn er irgendwo eine Kamera sehe, bleibe er stehen, ansonsten gehe er weiter. Übers Internet bestellt er nicht. Und dann sind da ja noch zwei weitere Ausstellungssonntage in Treisberg, wo er wieder mit interessierten Besuchern ins Gespräch kommen kann.

Bei freiem Eintritt ist die „gut Stubb“ noch an den beiden nächsten Sonntagen geöffnet, und zwar am 9. und am 16. April jeweils von 11.30 bis 17 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare