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HR-Moderatorin und Redakteurin Laura di Salvo und ihr Team interviewen Friederike Schulze, die ein neues Wildkatzenprojekt betreut.

BUND Hochtaunus

Lottogewinn für die Wildkatz’

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Wildkatzenprojekt des BUND Hochtaunus kann dank eines „Lotto-Gewinns“ realisiert werden. Darüber berichtet auch der Hessische Rundfunk in „Alle Wetter“.

„Alle Wetter“ ist ein beliebtes Fernsehformat des Hessischen Rundfunks (HR), das neben dem Wetterbericht alle möglichen Themen rund um das Wetter aufgreift und vertieft. Aber es ist darüber hinaus auch eine spannende Sendung, weil es hier auch etwas zu gewinnen gibt.

Regelmäßig werden in der Freitagssendung die Gewinner der Umweltlotterie „Genau – Gemeinsam für Natur und Umwelt“ von Hessen Lotto bekanntgegeben. Auch Friederike Schulze, Kreisvorsitzende des BUND im Hochtaunuskreis, saß, nachdem sie und ihr Verband im Rennen waren, gespannt vor „der Glotze“, ließ sich keine Ziehung entgehen und spekulierte auf einen Nebeneffekt des Gewinnspiels, denn: Der Landkreis oder die kreisfreie Stadt, dessen oder deren Postleitzahl der Gewinner angegeben hat, wird zu einem Gewinnerlandkreis beziehungsweise einer Gewinnerstadt, und das Glück war tatsächlich auch dem Hochtaunuskreis hold.

Damit stiegen die Chancen für Schulze und ihr BUND-Projekt enorm: Denn parallel zu den Einzelgewinnern wird auch jeweils ein Projekt mit 5000 Euro gefördert. Das wird aus einer Projektliste ausgewählt. Aber zunächst musste sich Schulze mit dem BUND bewerben sowie die Projekt-Prüfung durch das Hessische Umweltministerium bestehen.

Nun zum Projekt: Die Wildkatzen sind zurzeit landauf, landab Thema bei Naturschützern. Die scheuen Waldbewohner breiten sich nach vielen Jahrzehnten, ja sogar Jahrhunderten endlich wieder aus. „Die Wildkatze war hierzulande fast ganz ausgestorben“, erklärte Schulze, die sich mit Wildkatzen auskennt wie kaum eine andere. Aber wie viel es genau sind, die im Hintertaunus durch die Wälder streifen, weiß auch sie nicht genau und auch sonst keiner. Das „genau“ soll jetzt durch das Projekt erhellt werden. Dazu werden mit einer Baldriantinktur imprägnierte Stöcke in den Waldboden getrieben und mit GPS-Koordinaten dokumentiert. „Die Pflöcke sollen die Katzen anlocken, die sich dann gewöhnlich daran reiben“, erläutert Schulze das wissenschaftliche Projekt.

Reiben sich Katzen daran, bleiben Haare an den Stöcken haften, die regelmäßig entfernt und untersucht werden. „Die Proben schicken wir zum Senckenberg-Institut, die erstens bestimmen, ob es ein Wildkatzenhaar ist, und zweitens dann die Genetik des Tieres untersuchen“, so die Umweltschützerin weiter. Die individualisierten Befunde geben dann einmal Aufschlüsse über die Verbreitung der Tiere und deren Reviere. „Dafür brauchen wir das Geld!“, so Schulze hocherfreut.

So zwischen ein bis drei Quadratkilometer ist ein Revier groß und zwei männliche Wildkatzen pro Revier gehe nicht gut. Natürliche Feinde habe die Wildkatze so gut wie keine, denn sie sei, wenn Gefahr drohe, schnell auf den Bäumen in Sicherheit. Den Menschen meide die Wildkatze, aber der sei dennoch ihr größter Gegenspieler, denn viele Wildkatzen wurden schon Opfer von Autofahrern. Ein Exemplar, das sein Leben auf einer einheimischen Straße lassen musste, wurde ausgestopft und dient dem BUND seitdem als Anschauungsmodell.

Der Anschauung wegen hatte Schulze die Katze jetzt auch zu einem Termin mit einem HR-Team unter Leitung von Redakteurin und Moderatorin Laura di Salvo mitgebracht. Die fand das Projekt und das Engagement Schulzes so interessant, dass sie es beim HR in „Alle Wetter“ vorstellen wollte. Zu Aufnahmen kam das dreiköpfige Team am Freitagmorgen in den Wald zwischen der Jammerhecke und Brombach, wo einer der Raunzstöcke aufgestellt werden wird.

Die Stöcke müssen dann ab Februar des kommenden Jahres alle paar Tage abgegangen und bei Befund die Proben entnommen werden. „Das machen dann Ehrenamtliche von uns“, so Schulze, die auch auf Tour geht und die Fäden zieht.

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